Capsule Wardrobe: Werde zum Kombinations-Käpsele

Minimalistischer Kleiderschrank

Fällt es Dir manchmal schwer zu entscheiden, was Du heute anziehen sollst? Ich habe auch schon darüber nachgedacht z.B. nur noch Schwarz zu tragen oder zur Arbeit immer das gleiche Outfit anzuziehen. Aber immer das Gleiche zu tragen ist dazu gar nicht nötig – mit einer Capsule Wardrobe kannst Du aus nur wenigen Teilen viele Outfits kreieren und bist ohne Aufwand immer top angezogen!

*das Käpsele = schwäbischer Ehrentitel für einen intelligenten Menschen

Was ist eine Capsule Wardrobe?

Die Capsule Wardrobe ist ein minimalistisches Kleiderschrank-Konzept. Bei diesem geht es darum, eine möglichst geringe Anzahl an Kleidungsstücken zu besitzen, die zeitlos und gut kombinierbar sind. Angereichert mit ein paar auffälligeren Statement Pieces können daraus viele verschiedene Outfit-Kombinationen erstellt werden. Das Motto lautet also: wenig Teile, aber eine neu gewonnene Kombinationsfreiheit durch den strukturierten und übersichtlichen Kleiderschrank. Mit dem Bewusstsein für die eigene Kleidung und dem Fokus auf Langlebigkeit geht die Capsule Wardrobe Hand in Hand mit dem Prinzip der Slow Fashion.

Wofür steht der Begriff?

Die Bezeichnung “Capsule Wardrobe” wurde 1970 als erstes von der Londoner Boutique-Besitzerin Susie Faux verwendet. Größere Bekanntheit erlangte der Begriff durch die Kollektion „Seven Easy Pieces“ der amerikanischen Modedesignerin Donna Karan (Gründerin von „DKNY“). Die Mission dahinter ist es, Kleiderschränke voller Kleidung, die nicht gut sitzt, zu wenig getragen wird oder keine hohe Qualität hat, zu vermeiden. Es bleiben nur die Teile, die man auch wirklich gerne trägt und die dem eigenen Stil entsprechen. Viele legen dabei 37 Kleidungsstücke pro Jahreszeit im Schrank fest. Insgesamt sollten aber nie starre Beschränkungen im Vordergrund stehen. Anpassungen (z.B. weniger oder ein paar mehr Teile) sind immer möglich und jede Capsule Wardrobe kann je nach Kleidungsstil komplett anders aussehen.

Wie funktioniert die Capsule Wardrobe?

Bei der konkreten Vorgehensweise kannst Du Dich zum Beispiel an der Bloggerin Caroline Joy von “Unfancy” orientieren. Sie verwendet folgende Grundregeln:

  • 37 Teile im Kleiderschrank, an eine jeweilige Season angepasst
  • die Seasons sind eingeteilt in Winter (Januar-März), Spring (April-Juni), Summer (Juli-September) und Fall (Oktober-Dezember)
  • in der letzten oder in den letzten zwei Wochen der Season wird für das kommende Quartal geplant und nur zu diesem Zeitpunkt Neues gekauft, nicht dazwischen

Was gehört in eine Capsule Wardrobe?

Caroline Joy hat ebenso Beispiele ihrer kompletten Capsule Wardrobes auf ihrem Blog. Diese für den Frühling beinhaltet folgende Teile:

  • 7 Hosen (2 Shorts, 4 Jeans, eine Latzhose)
  • 5 Kleider (3 gemusterte, 2 einfarbige)
  • 5 Stücke zum Schichten (3 Cardigans, eine Jeansjacke, eine Weste)
  • 8 Paar Schuhe (2 Sneaker, 3 Paar flache Schuhe, 3 Paar höhere Schuhe)
  • 14 Oberteile (4 Tanktops, 6 T-Shirts, 3 Longsleeves, ein geknöpftes Hemd)

Eine Capsule Wardrobe muss aber nicht nur auf Jahreszeiten bezogen sein. So kann man den eigenen Kleiderschrank beispielsweise auch in Business und Casual unterteilen und dafür separate Kombinationen auswählen.

Wie kombiniere ich meine Teile am besten?

Obwohl jede Capsule Wardrobe komplett anders aussehen kann, gibt es einige Best Practices, die das Kombinieren besonders leicht machen:

  • Cardigans oder Strickjacken sind besonders vielseitig und daher vorteilhaft
  • generell eignen sich Oberteile, die sich gut übereinander schichten lassen z.B. ein geknöpftes Hemd und ein Pullover
  • ebenso passend sind Kleidungsstücke, die sich auf verschiedene Arten tragen lassen: Ein Kleid kann beispielsweise mit einem Pullover kombiniert als Rock getragen werden
  • Oversized-Hemden können auf verschiedene Art und Weise gebunden werden, wie das folgende Beispiel von Capsule Wardrobe Expertin Daria Andronescu zeigt:

 

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Platz schaffen für neue Ideen

Die Capsule Wardrobe hat den großen Vorteil, dass man nie wieder vor dem Problem steht, nicht zu wissen was man anziehen soll oder was zu einem passt. Oft verstecken sich doch Kleidungsstücke im Schrank, die man kaum trägt, aber noch nicht aussortiert hat. Eine Umfrage von Greenpeace aus dem Jahr 2015 zeigt, dass jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschland fast nie getragen wird. Aus Nachhaltigkeitssicht ist dies eine große Ressourcenverschwendung. Fallen diese Teile weg, spart man dazu noch viel Zeit und Energie bei der Kleidungssuche und genießt eine entspanntere Morgenroutine.

Weniger Teile zu besitzen klingt zuerst nach einem großen Zeitaufwand und Verzicht. Aber wie zu Beginn angeschnitten, wird erst dadurch die Vielzahl an Möglichkeiten sichtbar und Du kannst zu einem echten Käpsele werden, was Kombination betrifft. Ein Einstieg hierfür ist beispielsweise die von der Bloggerin Lee Vosburgh kreierte 10×10 Challenge bei der Du 10 Teile auswählst und daraus 10 Outfits kreierst.

Ab ans Verkapseln!

Nun weißt Du über das Konzept Bescheid und kannst sofort damit starten, Deine persönliche Capsule Wardrobe zu entwerfen! Für den Einstieg gibt es einige hilfreiche Guides, z.B. den Seasonal Capsule Planner (mit ausgefülltem Beispiel) von Unfancy oder das Capsule Wardrobe Workbook von Dariadéh. Die Erstellung setzt sich aus folgenden Hauptschritten zusammen:

Stilfindung und Planung
Zum Einstieg in die Capsule Wardrobe gehst Du auf Entdeckungsreise und reflektierst Deinen Style. Welche Teile ziehst Du immer wieder gerne an? Woraus bestehen Deine täglichen Aktivitäten? Welche Wörter assoziierst Du mit Deinem Kleidungsstil? Welche Farben stehen Dir besonders gut? Hierzu kannst Du beispielsweise Farbtests online machen oder Freund*innen und Familie befragen, wie diese Deinen Style beschreiben. 
Kleiderschrank sortieren
Nun kommt der spannendste und größte Teil. Um auszusortieren, kannst Du drei Stapel bilden: einen mit Kleidung, die Du für die jetzige Season behältst, einen mit Kleidung, die Du komplett aussortieren möchtest und einen Vielleicht-Stapel. Die Sachen dieses Stapels packst Du am besten in eine Kiste und verstaust sie für die kommenden drei Monate. Dieser Schritt hilft Dir dabei zu identifizieren, was wirklich Platz in Deinem Kleiderschrank hat. Wenn Du Dir die Vielleicht-Teile dann zu keinem Zeitpunkt zurückwünschst, kannst Du sie wie beim Nein-Stapel auch verschenken oder verkaufen. 
Capsule Wardrobe weiterentwickeln
Während Deinen ersten drei Capsule-Monaten kannst Du stets reflektieren, was noch in Deiner Wardrobe fehlt, und schließlich vor Beginn der nächsten Season nach diesen suchen. In unserem Onlineshop für nachhaltige Mode findest Du eine große Auswahl an gut kombinierbaren Basics – z.B. von Armedangels, Zerum oder Recolution, aber auch Statement Pieces – z.B. von Knowledge Cotton Apparel, Komodo oder King Louie, die Dich lange begleiten werden.

 

Fazit

Als Minimalismus-Konzept geht es bei der Capsule Wardrobe hauptsächlich um Bewusstsein: Seinen eigenen Kleiderschrank kennenzulernen und sich auf die Teile zu konzentrieren, die man wirklich trägt. Wie Du dabei vorgehst und was Du konkret umsetzt, ist allein Dir überlassen. Weitere Ideen für Deine Capsule Wardrobe findest Du auf den GREENALITY Inspirationsseiten (Frauen und Männer) und der Pinterest-Pinnwand.

Ich geh dann mal los meinen Kleiderschrank sortieren, viel Freude und Inspiration beim Verkapseln!


Foto-Credits: ©Евгения Ивченко/Adobe Stock, ©Globalmoments/Adobe Stock

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