Wildtiere im Zirkus: Tierquälerei mit Spaßfaktor

Wenn in einem Zirkus Löwen, Elefanten oder andere wilde Tiere Kunststücke aufführen, ist eines klar: Es handelt sich um Tierquälerei. 18 europäische Länder haben dies bereits verboten. Deutschland hinkt mal wieder hinterher.

Rund 300 Zirkusse reisen in Deutschland umher und präsentieren fragwürdige Dressurnummern mit Wildtieren wie Tiger, Löwen, Elefanten, Nashörnern, Giraffen, Bären oder Affen. Sobald wir eine solche Nummer sehen, können wir uns sicher sein: Diese Tiere können im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden.

Tierleid zur Unterhaltung

Dass Bären in freier Wildbahn nicht auf Einrädern fahren und Elefanten normalerweise keinen Kopfstand machen, ist vermutlich allen klar. Warum der Mensch allerdings Freude daran hat, sie, wenn nötig auch mit Gewalt, dazu zu zwingen, erschließt sich mir nicht wirklich.

50 mal im Jahr wechselt ein Zirkus im Schnitt den Standort. Nicht nur für die wilden Tiere bedeutet das enge Transportwägen und Stress pur. Und wenn der Zirkus am Auftrittsort angelangt ist, wird das meist nicht besser: Die Tiere leben in zu engen Käfigen, ohne Sozialkontakte und Bewegung. Dadurch werden ihnen artspezifische Verhaltensweisen unmöglich gemacht.

Hinzu kommt, dass die medizinische Versogrung meist mangelhaft ist, da es sehr wenige Tierärzte gibt, die auf Wildtiere spezialisiert sind. Den Zirkusbetreibern fehlt in den meisten Fällen die nötige Sachkunde. Platzmangel und schlechte Haltung führen zu massiven Gesundheitsschäden, erhöhter Sterblichkeit und schweren Verhaltungsstörungen.

Die Elefantenkuh Benjamin im Circus Luna zum Beispiel hat schon mehrere Male Menschen lebensgefährlich verletzt. Trotzdem könnnen BesucherInnen und ihre Kinder sie weiterhin streicheln und auf ihr reiten, ohne behördliche Konsequenzen.

Bericht von ZDF über Zirkus in der Kritik

Für ein Wildtierverbot in Zirkussen

Bereits in 18 europäischen Ländern wurde ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen durchgesetzt. Die deutsche Regierung hinkt mal wieder hinterher. Nur die Regierung wohlgemerkt, denn die Menschen in Deutschland haben längst begriffen, wie scheiße Wildtierhaltung in Zirkussen ist. Laut einer Umfrage von 2010 halten zwei Drittel der Deutschen Wildtiere im Zirkus für nicht zeitgemäß.

Aber die CDU bleibt hart. Obwohl der Bundesrat die Bundesregierung bereits zweimal mit Entschließungen dazu aufgefordert hat, Haltung von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Auch die Bundestierärztekammer hat klar Stellung bezogen. Und sogar 60% der CDU/CSU-WählerInnen lehnen die Haltung der Wildtiere ab.

Aber Volker Kauder bleibt hart und wird auch hart bleiben. Lieber lässt er sich weiter fröhlich auf Veranstaltungen des Circus Krone ablichten, dessen Tierhaltung schon längst von Tierschützern als massive Tierquälerei aufgedeckt wurde.

Die Käfige im Zirkus, sowie im Winterquartier sind viel zu klein, fast alle Tiere, die vom Circus Krone gehalten werden, weisen eindeutige Symptome von Hospitalismus auf. Außerdem werden die berühmten weißen Löwen, übrigens keine eigene Löwenart sondern Tiere mit Gendeffekt, durch Inzest weitergezüchtet.

Volker Kauder findet das alles allerdings nicht sehr beunruhigend und so können wir wohl lange warten bis die Bundesregierung eingreift. Wir müssen also Druck machen! Besucht oder unterstützt keine Zirkusse mit wilden Tieren und unterschreibt diese Petition von Peta für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus!

Peta-Reportage über Tierhaltung im Circus Krone

 

Credits: „Circus Belly Wien, Holland 2008“ von DirkJan Ranzijn, Lizenz: CC BY-ND 2.0

 

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