Warum fällt uns Essen so schwer?

Essen ist schwierig geworden. Die Zahl der Menschen, die sich vegan ernähren hat zugenommen. Vegetarier sind sogar schon gesellschaftlich akzeptiert und viele Restaurants bieten fleischlose Gerichte an. Wir machen Sport, essen nur Vollkornbrot – aber irgendwie scheinen wir übermotiviert zu sein was unsere Gesundheit angeht.

Die Wissenschaft füttert uns täglich mit neuen Informationen. Neue Erkenntnisse (Pflanzenschutzmittel fördern also Autismus), Anderes wird revidiert. Auch was Ernährung angeht sind sich Wissenschaftler oft nicht einig. Wir leben zu einer Zeit, in der wir Essen im Überfluss haben. Und wir wissen nicht was uns eigentlich gut tut und was nicht. Also was ist gesunde Ernährung? Und wie schaffen wir ein gesundes Verhältnis zu Essen?

Die Kanadierin Sarah Britton hat eine große Liebe zu Vollwertkost. Auf ihrem Blog teilt sie ihre Rezepte mit uns und hegt eine beeindruckende Einstellung zu Essen. Sie möchte sich selber kein Label geben – sie sei einfach nur eine Person, die isst. Sich selber in strikte Bezeichnungen zu zwängen ist in der Tat ein kontraproduktives Verhalten für unsere Zufriedenheit mit uns selber. Essstörungen sind nicht mehr nur Magersucht und Bulimie – mehr und mehr Menschen leiden an Orthorexie. Eine Krankheit bei der gesunde Ernährung zum Zwang wird.

Eine gesunde Balance, ein Mittelmaß. Wir wollen unserem Körper nicht schaden, aber ihm auch nicht all unsere Aufmerksamkeit zusprechen. Wie also vorgehen?

Diäten sind scheiße – Solange es keinen medizinischen Grund gibt (Übergewicht, Unverträglichkeiten) seine Ernährung umstellen zu müssen, helfen keine Diäten. Vor allem Frauen sagen oft, sie müssten Diäten halten – mit daraus resultierender Unzufriedenheit, wenn es nicht funktioniert. Dabei heißt gesunde Ernährung nicht der Verzicht auf Nachtisch und Salat zu Mittag. Gesunde Ernährung stellt die Ausgeglichenheit von Körper und Kopf dar. Ein Schokoriegel kann durchaus genauso gesund sein, wie ein großer Salat – denn es macht den Kopf froh. Es geht immer um ein gesundes Maß. Nicht so streng zu sich selber sein. Die Angst verlieren, man darf etwas nicht essen, nur weil man sich eine Bezeichnung gegeben hat.

Nicht alle Menschen sind sportlich – Wenn Sport keinen Spaß macht, dann ist das völlig in Ordnung. Nicht jeder Mensch muss 5km um einen See rennen und sich danach lebendig fühlen. Oder Yoga machen. Oder Schwimmen gehen. Wenn man sich mal mit ein paar Sportarten versucht hat und immer noch das Gefühl hat, dass Sport eigentlich keinen Spaß macht – dann ist das völlig okay. Man muss kein Leistungssportler werden oder ins Fitnessstudio gehen, solange man sich wohl fühlt, ab und zu die Treppen nimmt und die fünf Minuten zum Supermarkt auch mal läuft.

Start a revolution, stop hating your body – Der Körper ist eigentlich eine verrückte, faszinierende Sache. Durch ausgewogene Ernährung pendelt er sich ganz automatisch auf sein persönliches Wohlfühlgewicht ein, das gesund ist. Sobald wir uns wohl fühlen ist es  auch einfacher die Welt zu verändern und sie für uns wahrzunehmen, damit wir uns wohlfühlen.

 

Credits:“SWR 3 Grillparty Mai 2013“ von Jürgen Stemper, Lizenz: CC BY-SA 2.0; © Yaruniv-Studio / Adobe Stock

Written By
More from Jennifer Wrona

Ein grünes Fensterbrett

Keinen Garten und keinen Balkon zu haben ist für manche sehr traurig....
Read More

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.