Stehen wir im Supermarkt bald vor leeren Regalen?

Gähnende Leere statt gefüllter Regale: Sieht so bald der Alltag im Supermarkt aus? Schuld daran wäre laut aktueller WWF-Studie der Klimawandel.

Über der Auslage, wo sonst Bananen und Orangen liegen, hängt ein Schild: Auf Grund von Lieferproblemen nicht verfügbar. Auch im Kaffee-Regal ist alles wie leer gefegt. Ein Szenario, das die meisten bisher nur aus Filmen kennen. Es könnte Wirklichkeit werden.

Grund für die düstere Zukunftsvision ist der Klimawandel. Laut einer aktuellen Studie des WWF werden durch ihn bedingte Ernteausfälle in Zukunft zunehmen. Eine Entwicklung, die Verbraucher auch in Deutschland zu spüren bekämen.

Beliebte Genussmittel sind gefährdet

Am Beispiel von Bananen, Orangen, Kaffee und Haselnüssen hat der WWF untersucht, wie sich durch den Klimawandel verursachte Probleme in den Anbaugebieten auf das Angebot in Deutschland auswirken könnten. Das Ergebnis: Die beliebten Genussmittel sind gefährdet.

Bis 2050 könnte die Hälfte der gesamten Kaffee-Anbauflächen unbrauchbar sein. Bereits zehn Jahre später wären allein in Kolumbien womöglich 60% der Bananenplantagen nicht mehr nutzbar. Extreme Trockenheit wird die Orangenernte zunehmend bedrohen.

Auch für die Türkei, deren Haselnuss-Produktion fast drei Viertel des weltweiten Bedarfs deckt, fällt die Prognose nicht gut aus. Schon 2014 sorgten starke Ernteausfälle hierzulande für Engpässe in der Vorweihnachtszeit.

Hausgemachter Klimawandel

Was wir gerne verdrängen: Das Problem Klimawandel ist hausgemacht. Mit mehr als 900 Millionen Tonnen CO²-Ausstoß landete Deutschland 2014 auf Platz 8 der zehn größten Treibhausgasemittenten weltweit. Als einziges europäisches Land, wohlgemerkt.

Neben Ursachen wie Abgasen und Braunkohle tragen auch die langen Transportwege von Importwaren dazu bei, dass sich die Erde erwärmt. Zu eben diesen Produkten zählen die vom WWF untersuchten Waren.

Wer auf Lebensmittel aus der Ferne dennoch nicht verzichten möchte, sollte wegen der Kritik an Arbeits- und Anbaubedingungen zumindest auf die Fair Trade-Varianten zurückgreifen. Optimal wäre es, Lebensmittel ausschließlich regional zu beziehen.

Die ärmsten werden die ersten sein…

Schon seit Jahren warnen Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace vor den Folgen des Klimawandels. Die bekamen bislang vorwiegend ärmere Regionen zu spüren: extremes Wetter und Nahrungsmangel bedrohen dort Mensch und Tier.

Sambia meldete vor kurzem, dass selbst der Mais knapp werde. Viele Bewohner des afrikanischen Lands sind unterernährt. Die durch den Klimawandel verstärkte Trockenheit hat zu Missernten geführt. Mehr als 133.000 Haushalte sind deshalb auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.

… und wir die nächsten

Doch auch in Deutschland machen sich die veränderten Bedingungen inzwischen bemerkbar. Erste Boten sind fremde Tierarten wie die Tigermücke. Ein Übersiedler aus wärmeren Gefilden, der Krankheiten wie Malaria übertragen kann. Wegen der steigenden Temperaturen fühlen sich die Mücken hier mittlerweile wohl.

Extremwetter und Hitzewellen wie im Sommer dieses Jahres führen dazu, dass auf den deutschen Äckern die Erträge schrumpfen und die Qualität schwankt. Landwirt Ludolf von Maltzan berichtet von fruchtbarem Boden, der verloren geht. Er fordert: Die Politik muss endlich aktiv werden.

Credits: „Nothing on the shelves“ von Quinn Dombrowski ist lizensiert nach CC BY-SA 2.0; „vitamin C“ von Emma Line ist lizensiert nach CC BY-ND 2.0; © Marcfotodesign / Adobe Stock

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