Seitan: Der leckere Fleischersatz

„Auf mein Schnitzel, Hamburger oder Döner um die Ecke könnte ich nicht verzichten“. Das muss auch nicht sein. Mit Seitan hat man viele Möglichkeiten leckere Gerichte aufzutischen, welche nach Fleisch aussehen, riechen und sogar danach schmecken – und dennoch völlig pflanzlich sind.

Was ist Seitan überhaupt?

Bei Seitan handelt es sich nicht um einen Neuling auf dem Food-Markt. Schon seit mehr als 1.000 Jahren kennt man das Eiweißprodukt in Japan und China. Damals verzehrten es bereits die buddhistischen Mönche, welche als strenge Veganer galten. Seitan heißt übersetzt „hergestellt aus Eiweiß“ und genau das ist es auch. Seitan ist ein sehr proteinreiches Produkt, welches im Normalfall aus Weizenmehl bzw. Gluten produziert wird.

Fertig gewürzten Seitan bekommt man in jedem Reformhaus oder Bioladen.  Und wenn mal wieder Sonntag ist, kann man Seitan auch auf eigene Faust produzieren. Die Herstellung ist ganz simpel: Man knetet eine Teigmasse aus Weizenmehl und wäscht diese im Wasserbad aus. Am Besten einfach mal ausprobieren:

Und für alle die auf eine High-Quality Video stehen und dem Englisch mächtig sind, gibt es hier noch ein weiteres Video-Tutorial:

Homemade Seitan from Horta Mágica on Vimeo.

Wie lagert man Seitan richtig?

Hat man Seitan frisch zubereitet, so ist es im Kühlschrank für etwa eine Woche haltbar. Wichtig ist dabei, dass man es luftdicht verschließt oder im Kochsud lagert. Alternativ lässt sich Seitan auch gut einfrieren, da das Wasser durch das Gluten gebunden wird. Die Konsistenz bleibt trotz des Einfrierens erhalten.

Ist Seitan wie Fleisch?

Seitan begeistert immer mehr Gaumen, längst nicht nur vegane! Daher kann keine Rede vom laschen Fleischersatz für Weltverbesserer sein. Vielmehr stellt es eine gesunde, eiweißreiche Alternative zu Fleisch dar. Mittlerweile gibt es genau wie bei Tofu auch ein breites Spektrum an verschiedensten Produkten aus Seitan. Die Produktpalette reicht von Würstchen, Steaks und Schnitzel bis hin zu Geschnetzeltem.

Die Konsistenz beim Anbraten kommt der des Fleisches dabei auch schon sehr nahe, da es eine knusprige Haut entwickelt, welche das würzige Aroma unterstreicht. Außerdem kann man auch selbst für Abwechslung sorgen, denn Seitan lässt sich auf unterschiedliche Arten zubereiten. Je nach Lust und Laune kann man es zum Beispiel herzhaft anbraten, frittieren, unter freiem Himmel grillen oder einfach schnell in den Backofen schieben.

Vegan grillen mit Seitan

Wie gesund ist Seitan wirklich?

Da Seitan relativ fettarm ist, passt es hervorragend in eine kalorienbewusste Ernährungsweise. Gleichzeitig ist es sozusagen frei von Cholesterin. Zwar ist der Proteingehalt von Seitan recht hoch, allerdings kann das Weizenprotein nicht gut vom Körper verwertet werden im Vergleich zu Milch-, Soja- oder auch Eierprodukten. Das liegt am geringen Gehalt der wichtigen Aminosäure Lysin. Die Wertigkeit lässt sich allerdings relativ gut steigern, indem man Seitan mit Sojasauce würzt. Denn diese ist wiederum reich an Lysin. In der asiatischen Küche, welche allgemein als gesund bekannt ist, ist Seitan ja auch schon seit über 1.000 Jahren ein fester Bestandteil. Allerdings sollten Menschen mit Gluten-Intoleranz auf jeden Fall auf den Konsum verzichten.

Alternativen zu Seitan

Nicht nur Seitan, auch andere Produkte für Fleischersatz haben sich mittlerweile auf dem Markt durchgesetzt. Ein Beispiel ist unter anderem Tempeh, welches aus geschälten und gedämpften Sojabohnen hergestellt wird. Es ist dem tierischen Eiweiß gleichwertig und hat im Gegensatz zu Seitan ein hohes Vorkommen der Aminosäure Lysin.

Tofu muss man an dieser Stelle natürlich auch erwähnen, als das mit Abstand am weitesten verbreitete Ersatzprodukt für Fleisch. Es wird aus Sojamilch gewonnen und lässt sich zu vielen Gerichten verarbeiten. Tofu bleibt jedoch der Konsistenz von Fleisch eher fern.

Unbedingt probieren sollte man auch Produkte aus Lupinen. Diese werden aus den Samen der Süßlupine hergestellt. Lupinen haben viel Eiweiß, wenig Fett und sind reich an natürlichen Ballaststoffen. Obendrauf haben sie noch eine festere Form als Tofu – was will man mehr?
Mit diesen Naturprodukten hat man eine wunderbare Alternative zu richtigem Fleisch.

Auswirkungen auf Umwelt und Klima

Wie jeder inzwischen weiß, entstehen bei der Produktion von Fleisch weitaus mehr Treibhausgase als bei der Herstellung pflanzlicher Kost. Vor allem die Anbauflächen, die für Tierfutter nötig sind, machen eine vegetarische Ernährung klimafreundlich. Wer es aber ganz ohne Fleisch nicht aushält, sollte zumindest ein paar fleischlose Tage in der Woche einplanen und das Bedürfnis dem Klima zuliebe hinten anstellen. Schon bei einem vegetarischen Tag pro Woche vermeidet eine Person jährlich 100 Kilogramm CO2. Wenn ihr noch mehr zur Klimavergleichsstudie der Fleischalternativen erfahren wollt, dann schaut euch mal diese interessante Studie an.

Rezepte mit Seitan

Ob sie wirklich genauso aussehen und schmecken wie das Original muss jeder für sich herausfinden. Mit dem richtigen Rezept und der Würzung werden aus den Fleischalternativen jedoch wirkliche Leckerbissen. Es kann also auch mal ein Seitanbraten herhalten, um ein rauschendes Fest zu feiern oder ab und zu ein Fastfood-Gericht verschlungen werden ohne hinterher ein schlechtes Gewissen zu haben. Auf den folgenden Links könnt ihr euch Inspiration und neue Ideen für tolle Rezepte einholen. Viel Spaß damit!

Unsere Seitan Rezept-Tipps:

http://www.veganguerilla.de/?s=seitan

http://veganitaet.blogsport.eu/tag/seitan/

http://www.veglife.de/rezept/seitan-deluxe

 

Credits: Titelbild: „Seitan Roulade“ von FoodCraftLab lizensiert nach CC BY 2.0; © kab-vision / Adobe Stock

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