Regional und Saisonal einkaufen

Peson hält Korb mit Gemüse im Arm

Regionale und saisonale Lebensmittel sind schon lange in aller Munde. Nicht nur die Verbraucher*innen, auch Hersteller haben mittlerweile bemerkt, dass eine hohe Nachfrage an solchen Produkten besteht. Aber wieso sollte ich überhaupt darauf achten, wie stelle ich es am geschicktesten an und muss ich dafür immer auf den Wochenmarkt gehen? 

Warum regional & saisonal?

Warum sollte man regional und saisonal einkaufen gehen? Gründe gibt es dafür viele:

  • bessere Umweltbilanz durch kurze Transportwege
  • weniger Verpackung
  • gesünder (selber kochen ist angesagt!)
  • Unterstützung der lokalen Landwirt*innen
  • besserer Geschmack und mehr Nährstoffe durch Reifen vor Ort
  • direkter Kontakt zu den Landwirt*innen
  • meist günstiger
  • mehr Wertschätzung für Lebensmittel
  • Erhaltung des regionalen Handwerks und Kulturguts

Wie stellst Du es an?

Regional einzukaufen hört sich im ersten Moment leichter an als es tatsächlich ist. Dadurch, dass der Begriff nicht rechtlich geschützt ist, wird er von einigen Herstellern beliebig ausgeweitet. So kann schnell ein angeblich “regionales” Produkt eine weite Reise hingelegt haben. Bei manchen Nahrungsmitteln wie Schokolade oder Bananen ist es noch einfach, diese selbst als nicht regional einzustufen. Vor allem aber bei Produkten, die aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt sind, gibt es Probleme, deren Ursprungsland sowie Herstellungs- und Verarbeitungsort herauszufinden. Und wenn man schon vor dem Supermarktregal steht, hat man oftmals einfach keine Zeit mehr für stundenlange Recherchen.

Siegel sollten daher normalerweise Durchblick schaffen. Tja, leider keine leichte Sache, da es viele verschiedene Siegel gibt, bei denen man nicht genau weiß, welche Anforderungen das Produkt dafür erfüllen musste. Das Bundeszentrum für Ernährung stellt auf seiner Seite glücklicherweise Regionalsiegel der Bundesländer vor, auf die Du beim nächsten Einkauf achten kannst. Du kannst Dich zum Beispiel am Regionalfenster orientieren, das Auskunft darüber gibt, wo ein Produkt herkommt, wo es verarbeitet wurde und wie hoch der regionale Anteil daran ist. Allerdings gibt es auch hierbei ein paar Schwächen wie bspw., dass der Begriff “regional” schwammig ist und ein Produkt nur zu einem gewissen Prozentsatz regional sein muss.

Um Dir die Sache ein bisschen einfacher zu machen, ist es hilfreich, einen Saisonkalender zu verwenden. Mit diesem kannst Du schnell und einfach nachschauen, welche Lebensmittel in der derzeitigen Jahreszeit in Deutschland wachsen. Saisonal bedeutet deshalb auch oft regional. Du kannst Dir so einen Kalender ganz einfach im Internet herunterladen oder Du schaust mal in alten Kochbüchern nach. Dort findet man auch ganz häufig noch einen. 

Wo musst Du hin?

Muss es gleich der nächste Hofladen oder Wochenmarkt sein? Wenn Du in Deiner Wohngegend so etwas hast, lohnt sich das natürlich. Der Preis kann dafür aber auch höher liegen als im Supermarkt. Außerdem bist Du beim Wochenmarkt nicht so flexibel und musst immer schon für die Woche vorausplanen sowie geeignete Behälter und Tragetaschen mitnehmen, denn die Lebensmittel sind oft unverpackt (was natürlich toll ist!).

Wenn Du aber erst mit dem Auto fahren müsstest, um zum nächsten Hofladen oder Wochenmarkt zu kommen, dann ist es vielleicht sinnvoller, im Supermarkt um die Ecke vorbeizuschauen. Denn auch dort findest Du oft frische, saisonale und regionale Lebensmittel, die im besten Fall unverpackt sind.

Wenn Du Dich nicht so gut auskennst, kannst Du auch mal Apps wie Marktschwärmer oder die RegioApp ausprobieren. Mit Marktschwärmer kannst Du online Essen bestellen und es dann in der nächsten Schwärmerei (das kann eine Markthalle, ein Hinterhof oder etwas ganz anderes sein) abholen. Die RegioApp hilft Dir dabei, in Deinem Umkreis regionale Lebensmittelhändler zu finden. Einfach ein cooles Konzept!

Zum Schluss noch eine kleine Motivation…

Falls Du Dich schwer tust, die ganzen Tipps hier zu beachten – nicht gleich aufgeben! Jede Veränderung braucht Zeit und auch wenn Du nur Stück für Stück Dein Einkaufsverhalten änderst, ist das vollkommen in Ordnung! Vielleicht ernährst Du Dich ja auch schon vegetarisch, vegan oder rettest Lebensmittel? Dann wird es natürlich nochmal ein Stückchen komplizierter. Aber Du schaffst das ganz bestimmt! 


Foto-Credits: ©nito / Adobe Stock, ©VRD / Adobe Stock,  ©AYAimages / Adobe Stock

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