Recyceltes Polyester- das nachhaltige Plastik?

Plastikmüll stellt ein globales Problem dar – das ist leider nichts Neues. Und doch findet sich der Kunststoff überall. Auch in unserer Kleidung. Immer mehr Unternehmen werben nun damit Textilien aus schon bestehendem Plastik  herzustellen und damit umweltfreundlicher zu produzieren. Doch was genau steckt dahinter? Worin liegen die Vorteile und wie nachhaltig ist diese Alternative? Hier erfahrt Ihr, was es mit all dem auf sich hat.   


Aus altem Plastik wird neue Kleidung? Wie funktioniert das? 

Plastik wird auf Basis von Erdöl hergestellt. Der Gewinnungsprozess des fossilen Energieträgers ist alles andere als nachhaltig und zieht fatale Folgen für Mensch, Tier und Natur nach sich. Wer sich über die Konsequenzen der Erdölgewinnung genauer informieren möchte, kann bei Greenpeace vorbeischauen und dort mehr erfahren.   

Noch dazu ist Plastik, wie allgemein bekannt, nicht biologisch abbaubar. Zwar werden die Mikroplastikpartikel mit dem Lauf der Zeit immer kleiner, können jedoch nicht vollständig abgebaut werden. Außerdem kommt der sehr langwierige Prozess des Zerfalls hinzu. Eine Plastiktüte kann so zwischen 20 bis 100 Jahre überdauern!

Im Gegensatz zum sogenannten ‘Virgin Polyester’ müssen für die Produktion von recyceltem Polyester keine direkten Erdölressourcen aufgewendet werden. Hierfür werden bereits bestehende Kunststoffe genutzt. Alte PET-Flaschen, Ozeanplastik, kaputte Fischernetze, Plastik aus Deponien… All das und vieles mehr kommt hier zum Einsatz. 

Das gesammelte Plastik wird dann gegebenenfalls noch sortiert und im Anschluss gereinigt. Danach wird es in Schnipsel zerkleinert, die dann eingeschmolzen und zu neuen Fasern gesponnen werden können. Diese werden zu Garn weiterverarbeitet und dann zur Herstellung neuer Textilien genutzt. 

Recyceltes Polyester- wofür braucht man das überhaupt? 

Gerade Sport- und Funktionskleidung müssen bestimmten Voraussetzungen gerecht werden. Die Kleidungsstücke sollen nicht zu schwer und gut dehnbar sein. Noch dazu sollen sie atmungsaktiv sein, Schweiß absorbieren können und dürfen nicht zu lange zum Trocknen brauchen. Materialien wie Baumwolle können diese Anforderungen nicht erfüllen. Polyester hingegen schon. Da das aus genannten Gründen aber nicht so toll für unsere Umwelt ist, bietet recyceltes Polyester eine gute Alternative. 

Wie nachhaltig ist das Ganze? 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Polyester ist der Herstellungsprozess für recyceltes Polyester weitaus energiesparender. Auch führt das Recycling von bereits vorhandenen Kunststoffen dazu, dass weniger Erdöl gefördert werden muss und schont dadurch Ressourcen. Wird zur Herstellung Ozeanplastik verwendet, führt das dazu, dass im gleichen Zuge Unsere Meere aufgeräumt werden. Allgemein bietet Recycling hier einen Lösungsansatz für unser gewaltiges Plastikproblem. Die Unmengen an Plastikmüll können dadurch einen neuen Zweck bekommen, statt auf Deponien oder noch schlimmer – in der freien Natur zu landen.

Wo ist der Haken? 

Wie bei so vielen Dingen im Leben gibt es leider auch hier ein paar Nachteile. Auch Kleidungsstücke aus recyceltem Polyester können nicht endlos wiederverwertet werden und erreichen irgendwann ein Limit. Polyester wird oft in Mischform mit anderen Materialien verwendet. Diese wieder voneinander zu trennen ist derzeit noch recht aufwendig, allerdings sind Technologien und Verfahren hierfür in ständiger Entwicklung. 

Ein weiteres Problem ergibt sich beim Waschen von Kleidungsstücken aus recyceltem Polyester. Wie auch bei herkömmlichem Polyester lösen sich im Waschvorgang Mikrofasern von der Kleidung, die ins Abwasser gelangen. 

Wie bleibt meine Kleidung trotzdem nachhaltig?

Dem Problem im Waschvorgang verschafft eine einfache Lösung Abhilfe: Der GuppyFriend! Es handelt sich hier um einen Waschbeutel aus Polyamid 6.6. Dieses Material verhindert, dass Mikrofaser ins Abwasser geraten, wenn Kleidungsstücke mit Polyesteranteil im Beutel gewaschen werden. Der GuppyFriend selbst, verliert beim Waschen keine Mikrofasern und ist damit eine tolle Möglichkeit Verschmutzung des Abwassers durch Mikroplastik zu verhindern. 

Wie bei allem gilt auch bei Kleidungsstücken aus recyceltem Polyester: Weniger ist Mehr! 

Neue Teile sollten selten und bewusst gekauft werden und dann so lange wie möglich getragen werden und im Einsatz sein. Wichtig ist deshalb beim Neukauf viel Wert auf die Qualität der Ware zu legen. 

Die US-amerikanische Marke Patagonia geht mit gutem Beispiel voraus. Als Erster auf dem Markt brachte das Unternehmen bereits 1993 eine Fleecejacke aus recycelten Plastikflaschen heraus und hat mittlerweile ein breites Sortiment an Kleidungsstücken aus recyceltem Polyester. Auch Patagonia vertritt den Grundsatz. “Qualität vor Quantität” und bietet Kunden hochwertige und langlebige Produkte. 

Wir finden diesen Einsatz toll! 

Ein vielfältiges Angebot

Auch bei GREENALITY findet Ihr eine große Auswahl der Produkte von Patagonia aus recyceltem Polyester. Doch es gibt noch viele mehr zu entdecken: Vaude, Picture Clothing, Tentree, Swedish Stockings und Ecoalf sind nur ein paar der Marken, die mit recyceltem Polyester produzieren und wir in unserem vielfältigen Sortiment haben. 

 Natürlich könnt Ihr auch den GuppyFriend bei uns erhalten und Eure Kleidung so bedenkenlos mit in die Waschmaschine werfen. 

Ihr seid neugierig welche Materialien in der nachhaltigen Textilherstellung noch so verwendet werden? Dann schaut doch mal bei unseren Beiträgen zu Tencel, Modal und Kapok vorbei und erfahrt mehr darüber!       

 

 


Foto-Credits: ©Piman Khrutmuang/ Adobe Stock, ©panaramka/ Adobe Stock

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