Müll zum Mitnehmen – Der Coffee to go

Für viele Deutsche ist der Coffee to go zu einem Accessoire geworden. Traurig, aber wahr. Auf dem Weg zur Arbeit, zwischen den Vorlesungen in der Uni oder in Schulpausen – der moderne Mensch trinkt ihn ständig. Verbraucherschützer sehen eine große Umweltbelastung in den Bechern. Im Grunde ist der Kaffee zum Mitnehmen auch nichts anderes, als Müll zum Mitnehmen. Mit ein bisschen Kaffee drin.

Ein Haufen Müll

Jede vierte Tasse Kaffee wird außer Haus konsumiert. Deshalb landen jährlich laut Verbraucherzentrale 6,4 Milliarden Pappbecher samt Plastikdeckel im Müll. Würde man die Becher ineinander stapeln, würde der Turm weiter als bis zum Mond reichen.

Ein ganz schöner Haufen Müll, den wir vermeiden könnten. Und eine ganz schöne Menge CO2, die eingespart werden könnte. Pro Becher sind es 110 Gramm Kohlendioxid. Bei 80 Bechern jährlich muss jeder Deutsche rund 8,8 Kilogramm CO2 auf seine Kappe nehmen.

Auch für die Gesundheit sind Mehrwegbecher ein Gewinn

Und ob wir uns mit den Bechern nicht sogar unmittelbar selbst schaden, ist auch noch nicht geklärt. „Die Becher sind innen mit Kunststoff beschichtet, von dem auch schädliche Stoffe an den Kaffee abgegeben werden können. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung kann nicht ausgeschlossen werden.“, sagte dazu Dirk Petersen, der Umweltexperte der Verbraucherzentrale.

Dass Chemikalien sich in Hitze und Fett besonders leicht auflösen, leuchtet ein. Warum also nicht dem Risiko aus dem Weg gehen und eigene Mehrwegbecher verwenden?

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Credits: Martin Ilbert

Für die Kaffeebars sieht es so aus: Ein Pappbecher spart Zeit und ist hygienischer. Und die Kunden nehmen praktischer Weise ihren Müll selber mit. Um die Entsorgung müssen sich Starbucks und Co. dann keine Gedanken mehr machen.

Die Lösung kennen wir, jetzt müssen wir sie nur noch umsetzen

Aber es gibt auch schon einige Kaffeebars, die umlenken. Oft kann man Mehrwegbecher direkt bei ihnen kaufen. Und wer den Kaffee unbedingt als Accessoire herumtragen muss, der ist wohl ohnehin mit einem individuellen Becher besser bedient. In manchen Läden erhält man sogar Rabatt, wenn man sich den mitgebrachten Becher befüllen lässt.

Wenn schon Coffee to go, dann richtig. Die Lösung darf uns nicht zu lästig sein. Müll zum Mitnehmen? Nein Danke!

Credits: „Müll“ von Metropolico.org, Lizenz: CC BY-SA 2.0; „Kaffeebecher“ von Martin Ibert, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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