Lifesaver-Flaschen: Sauberes Trinkwasser für alle (die es sich leisten können)

Was für eine Erfindung! Ein britischer Ingenieur hat etwas entwickelt, das tausende von Leben retten kann: Eine Flasche, die schmutziges Wasser in sauberes Trinkwasser umwandelt.

Lifesaversystems heißt das Unternehmen von Michael Pritchard. Es versorgt Flutopfer in Vietnam und andere Menschen in Krisengebieten. Und Abenteuerurlauber. Und das Militär. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie brauchen sauberes Wasser an Orten, an denen es keines gibt.

Michael Pritchard hat eine Lösung dafür gefunden: Er hat einen Filter entwickelt, der das Wasser komplett von Schmutz und Erregern reinigt. Und der kann sogar in einer normal großen Trinkflasche verwendet werden.

Bei einem TED Talk 2009 stellte er seine Flasche bereits vor. Mit einem recht pathetischen Vortrag, der aber ganz schön anzuschauen ist, weil er ekliges Dreckswasser aus der Themse reinigt, das er davor noch ekliger gemacht hat, indem er vor dem Publikum noch anderes ekliges Wasser und am Ende sogar noch Hasenscheiße reingeschüttet hat. Wirklich unterhaltsam. Auch wenn ich finde, dass sowas immer zu sehr an den Shoppingkanal erinnert. Und irgendwie denkt man dann halt kurz: „Hast du das wirklich erfunden, weil du den Menschen helfen willst?“

Aber fort mit den bösen Gedanken. Er sagt jedenfalls, dass ihn die Bilder des Tsunami in Thailand 2004, sowie der Hurricane Katrina so erschüttert haben, dass er anfing an einer Lösung für sauberes Trinkwasser zu arbeiten. Tatsächlich sterben laut der Welt-Gesundheitsorganisation WHO jährlich  2,2 Millionen Menschen an Diarrhoea, also Durchfall, weil sie verunreinigtes Wasser trinken.

Der Filter in der Flasche hat Poren, die nur 15 Nanometer klein sind. Der kleinste Virus, der Polio-Virus hat einen Durchmesser von 25 Nanometern. Das heißt, er passt nicht durch. Das Wasser wird also von allen Krankheitserregern befreit. Und das nur durch den Flaschenboden, in dem sich der Filter und eine Pumpe befindet. Mit ein paarmal ist das Wasser gefiltert und trinkfertig. Schon krass…

Schade ist, dass sich Salz leider nicht entfernen lässt. Meerwasser kann man also leider nicht in Trinkwasser umwandeln. 5000 Liter Waser kann das Filtersystem reinigen, danach verschließt es sich von alleine,, damit man es nicht weiter nutzt und ungesundes Wasser trinkt. Die Standard-Ausführung kostet bei Amazon 127 Euro.

Für Krisengebiete gibt es die Lifesaver-Cubes. Das Unternehmen hat eine Aktion gestartet, die „Buy one, gift one“ heißt. Man kann auf der Homepage für 124,99 Dollar einen solchen Cube kaufen und dafür wird einer an eine bedürftige Familie gespendet, die dann sicheres Trinkwasser haben.

So weit, so gut. Dass dieser Mann allerdings wirklich nicht unbedingt an der Rettung der Menschheit interessiert ist, wird spätestens dann klar, wenn man liest, dass die Filterflasche seit 2007 im britischen Militär eingesetzt wird. Rund 30.000 Flaschen haben die dem Unternehmen abgekauft.

Also: Eigentlich eine geile, innovative Sache. Wäre hammer, wenn sich das Unternehmen noch ein bisschen mehr auf humanitäre Hilfe konzentrieren würde und nicht so sehr auf Marketing. Ich brauche diese Flasche nicht. Ich habe den Wasserhahn. Und in den Gebieten, in denen die Flasche gebraucht wird, muss man sicherlich nicht lange dafür werben. Aber da sitzt halt leider die Kohle nicht so locker…

Hier der interessant gestaltete Vortrag von Michael Pitchard:

Credits: „Erfischendes Wasser an heißen Tagen – Variante 2“ von Timon Först, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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