Kapok – die nachhaltigen Facetten der Pflanzendaune

Schon in früheren Blogbeiträgen haben wir über nachhaltige Textilfasern wie Tencel und Modal berichtet. Dem möchten wir heute eine weitere nachhaltige Variante hinzufügen und Euch mit Kapok bekannt machen. Weit verbreitet unter dem Namen der Pflanzendaune ist die Faser vielen wahrscheinlich schon bekannt. Aber woraus wird die gewonnen? Und welche Aspekte machen sie nachhaltig in der Textilproduktion? Wir haben etwas Licht ins Dunkle gebracht und uns die Kapokfaser genauer angeschaut. 


Kapok – Was ist das eigentlich?

Bei Kapok handelt es sich um die Naturfasern des Kapokbaums. Diese Baumriesen werden bis zu 50 Meter hoch und sind damit eine ganz schön eindrucksvolle Erscheinung. 

Ursprünglich stammt der Kapokbaum aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas und Westafrikas, mittlerweile ist er jedoch in den gesamten Tropen verbreitet. 

Die Kapokfasern finden sich in der circa 20 cm langen Fruchtkapsel des Baumes und dienen zum Schutz der darin enthaltenen Samen.

Die Fasern selbst sind von glatter, transparenter Textur und können bis zu 19 mm lang werden. Da Kapokfasern über einen für Pflanzen außergewöhnlich hohen Hohlraum verfügen, schließen sie eine Menge Luft mit ein. Das macht Kapok zu einer der leichtesten Naturtextilfasern der Welt. Außerdem sind die Fasern dadurch sowohl atmungsaktiv als auch wärmeisolierend. Diese Eigenschaften brachte Kapok auch den Spitzname der Pflanzendaune ein.  

Einen weiteren Vorteil bringt die natürliche Wachsschicht, mit der die Fasern ummantelt sind. Sie sorgt dafür, dass die Fasern wasserabweisend sind. 

 

Verarbeitung und Nutzung- Von der Frucht zum Garn

Die Fruchtkapseln werden von Hand geerntet. Anschließend werden sie geöffnet und zum Trocknen in die Sonne gelegt. Die Fasern werden dann in einer Gebläsekammer von den Samen getrennt. Das Besondere an Kapok ist, dass keine chemische Behandlung der Fasern notwendig ist. Sie können naturbelassen weiterverarbeitet werden.

Das klingt ja alles ziemlich cool. Aber: Warum wird Kapok dann nicht schon lange regelmäßig in der Textilherstellung verwendet?

Ein großes Problem stellte dabei dar, dass es lange nicht möglich war Kapokfasern zu spinnen. Aus diesem Grund wurde Kapok hauptsächlich als Füllmaterial für Schwimmwesten und Rettungsringe verwendet. Hierfür sind die leichten und wasserabweisenden Fasern gut geeignet. Mit dem Aufkommen synthetischer Füllmaterialien geriet Kapok jedoch längere Zeit in Vergessenheit.

Ihr Comeback hatten die Naturtextilfasern erst durch ihren Einsatz als Füllmaterial für Matratzen, Bettdecken und Kissen. Der Grund hierfür ist vor allem, dass Kapok keiner chemischen Nachbehandlung unterzogen werden muss und daher als auch für Allergiker gut geeignete Naturfaser gilt. 

Seit 2006 ist es auch möglich Kapokfasern zu spinnen und vielfältig in Mischgewebe einzusetzen. Die hier verwendeten Technologien werden ständig weiterentwickelt. 

 

Vorteile der Kapokfasern

Leider eignen sich die Kapokfasern nicht dazu, zu als 100-prozentige Materiale verwebt zu werden. Trotzdem bringt die Mischung von Kapok mit anderen Materialien, wie Baumwolle, einen großen Vorteil mit sich: hierdurch kann eine ganze Menge an Wasser in der Produktion von Textilien gespart werden. 

Es könnten so beispielsweise um die 3 000 Liter Wasser eingespart werden, wenn für die Produktion von vier T-Shirts 1kg Baumwolle mit einem Kapok-Anteil von 30% vermischt werden würde. 

Außerdem verleihen die Kapokfasern dem jeweiligen Kleidungsstück eine weiche und komfortable Tragbarkeit. 

 

Kapok – Eine nachhaltige Alternative?

Durch Wassereinsparungen, die durch die Verwendung von Kapok in der Textilherstellung erzielt werden können, gilt die Faser als besonders nachhaltig. 

Auch ist Kapok problemlos kompostierbar, da im Herstellungsprozess keine chemischen Substanzen eingesetzt werden. 

Kapokbäume wachsen wild und werden nicht auf Plantagen kultiviert. Es entstehen dabei also keine Monokulturen. 

Die Bäume verfügen außerdem über natürliche Schutzmechanismen vor Schädlingen, wie zum Beispiel Dornen an ihrer Rinde, wodurch keine Pestizide eingesetzt werden müssen. 

Da die Fruchtkapseln von Hand geerntet werden, müssen hierfür keine Maschinen eingesetzt werden.

Ein Baum liefert ungefähr 10kg Fasern pro Jahr. Auch die Samen des Kapokbaums werden verwertet: Aus ihnen wird Öl gewonnen, welches zur Herstellung von Seifen und Lampenöl verwendet wird. Die Bäume haben durch ihren hohen Ertrag einen großen Wert für einheimische Bauern und bieten ihnen eine gute Einkommensquelle. Aus diesem Grund werden die Bäume auch selten gefällt, wodurch Wälder und das empfindliche Ökosystem geschont bleiben. 

 

Kapok bei GREENALITY 

Auch bei GREENALITY könnt Ihr Kleidungsstücke aus Kapok- und Bio-Baumwolle-Mischgewebe finden. 

Schaut doch mal bei Bleed Clothing vorbei – das Unternehmen aus Helmbrechts produziert ausschließlich mit nachhaltigen Materialien und hat unter anderem auch Shirts mit Kapok-Anteil im Sortiment.

Die Shirts sind zudem sehr pflegeleicht, können bei 40 Grad in der Maschine mitgewaschen werden und auch bedenkenlos mit in den Trockner gelegt werden.

 Beim nächsten Waschtag müsst Ihr Euch also keine Sorgen machen und Eure Shirts bleiben Euch lange erhalten. 

 


Foto-Credits: ©grit.wattanapruek/ Adobe Stock, ©Ramona Heim/ Adobe Stock, ©Muttana/ Adobe Stock

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