Jede Frucht ist schön: Snacks aus gerettetem Obst

Obst, das nicht ganz so perfekt aussieht wie man es sich vorstellt, landet normalerweise leider im Müll. Jetzt gibt es einen neuartigen Snack, der aus dem übriggebliebenen Obst gewonnen wird.

Durchschnittlich wirft jede/r Deutsche 80 kg Lebensmittel im Jahr weg. Zusammengerechnet auf ganz Deutschland sind das 11 Milionen Tonnen Lebensmittel, die jährlich im Müll landen. Davon ist ein großer Teil frisches Obst und Gemüse.

Sogenannte unförmige Ware, die nicht der Norm entspricht, wird gnadenlos aussortiert. Zunächst direkt nach der Ernte bei den Produzenten, dann ein weiteres Mal in den Sortier- und Packhallen und schließlich in den Filialen. Insgesamt werden damit bis zu 50 Prozent der Ernte aussortiert – obwohl die Ware zum Verzehr durchaus geeignet wäre!

Einige Supermarktketten wie Edeka bieten sogar teilweise Obst und Gemüse an, das nicht den optischen Normen entspricht, allerdings landen die meisten unperfekten Früchte nach wie vor auf dem Müll. Eine riesengroße Verschwendung von Lebensmitteln und gleichzeitig auch von Ressourcen.

Die Idee: Fehlerhaftes Obst als Snack

Der Berliner Arzt Zubin Farahani beendete vor Kurzem erfolgreich eine Crowdfundingkampagne bei startnext.de, die ihm helfen sollte, eine Idee zu finanzieren, wie Obst mit Mängeln und Macken auf simple Art und Weise verarbeitet werden kann.

Das Stichwort: Fruchtpapier. Eine hauchdünne, gesunde Variante des Esspapiers, die zu 100% aus pürrierten Früchten besteht, ohne zusätzlichen Zucker und Aroma- oder Konservierungsstoffen. Es ist vegan, lange haltbar und trotzdem reich an Vitaminen und Nährstoffen.

Die verarbeiteten Früchte sind allesamt Früchte, die eigentlich wegen Druckstellen und Schrammen unverkäuflich sind und von Zubin Farahani und seinen Freunden von Plantagen oder Großmärkten zu einem fairen Preis abgekauft wurden.

DÖRRWERK – Crowdfunding from Zubin Farahani on Vimeo.

Dörrwerk: Gegen Lebensmittelverschwendung

Durch Obst, das weggeworfen wird, werden genauso Ressourcen wie Wasser und Energie verschwendet wie bei anderen Lebensmitteln. Unsere Wegwerfmentalität sollte deshalb nicht so weit gehen, dass wir Obst, das wunderbar zum Verzehr geeignet ist, wegen ein paar Schrammen und Macken als nicht verwertbar einstufen.

Einen Schritt weg davon möchte der Kreuzberger Zubin Farahani gehen, indem er mit Dörrwerk „mangelhafte“ Früchte zu einem einwandfreien Snack verarbeitet . Für das Fruchtpapier wird als Basis immer Apfelmus verwendet. Dann kommt eine der anderen vier Sorten dazu: Mango, Ananas, Erdbeere oder Banane.

Nachdem das Obst gewaschen und fein pürriert wurde, wird das ganze auf einem Blech dünn ausgebreitet und dann gedörrt. Der Vorteil: Herkömmliches Dörrobst ist meist zäh, während das Fruchtpapier dadurch, dass es so dünn ist, schön knusprig ist und außerdem einen angenehmeren Geschmack hat.

Insgesamt besteht der Snack aus nur 10 % Bio-Obst, weil die Kosten niedrig gehalten werden sollen und außerdem vor allem nicht-bio Früchte strengen optischen Normen unterliegen. Für 2,90 Euro pro Packung könnt ihr euch den Snack im Onlineshop bestellen. Wer in Berlin wohnt, kann Dörrwerk-Fruchtpapier auch im Café Levante in Berlin Schöneberg kaufen.

 

Credits: Titelbild von www.doerrwerk.de

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