Das neue Label [eyd] stellt sich vor

eyd

Hallo Nathalie, wir freuen uns, dass Du uns ein paar Fragen zu Dir und Eurem Label [eyd] beantwortest. Verrätst Du uns zum Einstieg die fünf wichtigsten Dinge, die es über Dich zu wissen gibt?

Mein Herz schlägt für Gerechtigkeit (ich bin eigentlich Juristin). Ich muss manchmal selber drüber lachen, dass es mich als Juristin in die Modebrache verschlagen hat. Aber mit dem humanitären Modelabel [eyd] habe ich wirklich das Gefühl, dass ich Menschen helfen und die Welt ein bisschen gerechter machen kann – mehr als in meinen Juristischen Jobs vorher.

Außerdem schlägt mein Herz für meinen Mann Simon und meine Tochter Elisa. Wir wohnen und arbeiten in Stuttgart und fühlen uns hier super wohl. Wir reisen auch sehr gerne durch die Welt – natürlich oft zu unseren Partnern nach Indien, aber auch in alle anderen Ecken der Welt.

Gemeinsam mit Simon Schaller und Teresa Göppel-Ramsurn hast Du von 2013 bis 2017 bereits das humanitäre Label GLIMPSE geführt. Im Jahr 2015 wurdest Du für dieses Engagement mit der Goldenen Bild der Frau ausgezeichnet. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für Dich und Deine Arbeit?

Gründerin Nathalie Schaller

Ich habe mich damals riesig über die Auszeichnung gefreut. Da wir ein Modelabel sind, steht normalerweise unsere Mode an erster Stelle und bekommt die Aufmerksamkeit. Bei der Auszeichnung der Goldenen Bild der Frau war das anders. Hier wurde unsere soziale Arbeit hinter dem Modelabel gesehen und gewürdigt. Denn mit unserer Mode helfen wir Frauen, die aus Menschenhandel und Zwangsprostitution befreit wurden.

 

Letztes Jahr startete dann Euer neues Projekt [eyd]. Wie kam es dazu und was steckt hinter dem Namen?

Wir wollten den Fokus unseres Unternehmens und unserer Marke insgesamt noch mehr auf die Frauen legen, die unsere Mode produzieren. Ihnen zu helfen und eine neue Perspektive zu bieten ist die größte Motivation hinter unserem Handeln. Das hat sich dann auch im Namen [eyd] wiedergefunden. [eyd] ist die Lautschrift von engl. Aid (Helfen/Unterstützen). Denn das ist das, was wir mit unserer Mode machen wollen. Und gleichzeitig steht [eyd] als Abkürzung für Empower Your Dressmaker.

Konntet Ihr für [eyd] aus den mit GLIMPSE gemachten Erfahrungen lernen und an bereits bestehende Kooperationen anknüpfen?

Ja auf jeden Fall. Das wichtigste für uns war, dass wir an unserer sozialen Partnerwerkstatt CHAIIM in Indien festgehalten haben. Auch was Stoffhändler und B2B-Kunden angeht, konnten wir natürlich einige Kontakte erhalten und nutzen. Und die Erfahrung, die wir uns in den Jahren bei GLIMPSE erarbeitet haben, war natürlich Gold wert. So mussten wir nicht komplett von vorne anfangen.

Neben der Marke [eyd] und CHAIIM in Indien gibt es auch den Verein MADE FOR HUMANITY in Deutschland. Kannst Du uns das Zusammenspiel zwischen den Dreien erläutern?

CHAIIM in Indien vereint Social Business und NGO unter einem Dach. Die Frauen bekommen faire Arbeit unter dem Social Business und gleichzeitig jeden Nachmittag von der NGO psychologische Betreuung und Schulunterricht. Hier in Deutschland unterstützt unser Modelabel [eyd] durch Produktionsaufträge das Social Business von CHAIIM. Unser Verein Made for Humanity unterstützt durch Spenden die NGO-Arbeit von CHAIIM, also die psychologische und schulische Betreuung der Frauen. Außerdem betreibt der Verein hierzulande Aufklärungsarbeit zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Fotos: Michael Colella

Fließen Eure Eindrücke aus Indien auch in die Designs ein oder woher nehmt Ihr Eure Inspiration?

Wir verknüpfen oft die zwei Welten, mit denen wir zu tun haben. Das wilde, verrückte Mumbai und das cleane, urbane Stuttgart. Dabei kombinieren wir die Farben mit puristischen Designs, die auch in Europa gut funktionieren.

Bei Eurer Produktion steht das Wohl der Näherinnen klar im Fokus. Wie sieht es denn mit der Umweltperspektive aus?

Die ist uns natürlich auch wichtig ☺ Daher arbeiten wir nur mit ökologisch korrekten Materialien wie Biobaumwolle und Lyocell, verwenden kein Plastik beim Versand und versenden in recyceltem Karton.

Auf Eurer Website kann der Kunde auch selber die Stücke aus der neuen Kollektion vorbestellen. Was hat es damit auf sich?

Überproduktion ist in der Modeindustrie ein zu wenig beleuchtetes Problem. Schätzungen zufolge werden mindestens 10% der Kleidungsstücke nicht verkauft und landen so im Müll. Das ist eine enorme Verschwendung an Arbeitskraft und Material und belastet Mensch und Umwelt. Wir wollen dem etwas entgegensetzen und bieten unseren Kunden die Möglichkeit der Vorbestellung. Durch die Vorbestellungen können wir die Produktionsmengen genauer abschätzen und Überproduktion und damit Müll vermeiden.

Fotos: Mathis Leicht

Die Reise mit [eyd] hat mit der Gründung im letzten Jahr gerade erst begonnen. Was sind Eure Ziele für 2018 und wo soll der Weg noch hinführen?

Wir hoffen, dass wir die Marke [eyd] schnell bekannt machen können und dass wir schnell wachsen. Je mehr wir produzieren können, desto mehr Frauen können wir helfen.

Dazu haben wir einige Aktionen im Jahr 2018 geplant und werden mit unserem [eyd]-Mobil in vielen Städten und auch auf ein paar Festivals vorbeischauen.

Aber als allererstes feiern wir am Samstag, den 24. März im Westquartier in Stuttgart das Release unserer Spring/Summer Kollektion. Dazu natürlich herzliche Einladung ☺

Dankeschön für das Interview, Nathalie. Wir wünschen Euch ganz viel Erfolg für Euren Kollektionsrelease und die weitere Entwicklung von [eyd].

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