Die Nebelfänger: Frisches Trinkwasser in Netzen

Den Nebel melken und sauberes Trinkwasser gewinnen – klingt verrückt, ist aber möglich. Und hilft nicht nur Menschen beim Überleben, sondern kann den Teufelskreis der Armut durchbrechen.

Mehr als 700 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und Brunnen zu bauen, ist nicht in allen Regionen möglich. So auch im Hochland von Tansania. Doch eine deutsche Nonprofit-Organisation hat sich der Trinkwassergewinnung ganz ohne Brunnen verschrieben.

Trinkwasser aus Nebel

ped-World heißt die Organisation, die eine Idee neu aufleben lässt, die der Kanadier Bob Schemenauer mit seiner Organisation FogQuest schon vor über zwanzig Jahren umgesetzt hat: Nebelnetze. In Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit ein Garant für frisches Trinkwasser.

Orte in Meeresnähe, an Bergrücken oder an einem großen See, aber auch Orte in der Wüste, wo die Wolken nicht abregnen. Sie alle sind optimal geeignet für die Nebelnetze, die ped-World gerade mithilfe von Spenden und freiwilligen Helfern in Tansania aufstellt.

Diese Nebelnetze sind auch deshalb so genial, weil sie eigentlich ganz simpel funktionieren. Der Wind weht den Nebel durch die engmaschigen Netze, wo die Wassertropfen hängenbleiben. Unter den Netzen ist eine Rinne befestigt, die in einen Tank führt. So wird das gewonnene Trinkwasser gesammelt.

Bis zu 1000 Liter am Tag können die meist 40 Quadratmeter großen Netze einfangen. Bei vier Netzen können das bis zu 4000 Liter Wasser werden. Genug, um ein ganzes Dorf zu versorgen. Bereits ab 5 Liter pro Quadratmeter rechnet sich die Installation der Netze.

Bessere Wasserversorgung – bessere Bildung

Ein Netz kostet zwar mit Installation und allem drumherum 5000 Euro. Allerdings hält es bei regelmäßiger Wartung bis zu zehn Jahre. Um die Wartung kümmern sich die BewohnerInnen der mit Netzen versorgten Dörfer liebend gern selbst.

In Tansania sind traditionell vor allem die Frauen und Mädchen fürs Wasserholen zuständig. Die Wege sind meist sehr beschwerlich und das Wasserholen nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass die Kinder nicht zur Schule gehen können. Das Aufstellen von Nebelnetzen in Schulnähe ermöglicht den Kindern regelmäßige Schulbesuche.

So kann eine bessere Wasserversorgung gleichzeitig bessere Bildung und damit einen Ausweg aus der Armut bedeuten. Zusätzliche begleitende Bildungsprojekte sollen die Kids noch weiter fördern.

Auf betterplace.org könnt Ihr übrigens für die Organisation spenden, wenn Ihr Bock habt.

Credits: „black models (cc)“ von Martin Fisch ist lizensiert nach CC BY-SA 2.0

 

 

 

 

 

 

 

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