Die EcoToiletten

Über öffentliche Toiletten redet man bekanntlich eher weniger gern. Wir aber sagen: Es lohnt sich, denn es gibt auch nachhaltige Alternativen: Die EcoToiletten.

Mobile Toiletten, die statt mit Chemie, mit Sägespänen und ökologischen Reinigungsmitteln funktionieren. Zusätzlich sparen sie Wasser und CO2 und am Ende kommt auch noch nährstoffreicher Hummus dabei raus. Und das Beste daran: Die Toiletten sind nicht nur öko, sondern auch sozial!

Toiletten für alle!

Angefangen hat das Ganze mit der Aktion „Guts for Change“, bei der ein paar junge Leute mit dem Fahrrad von Berlin nach Indien gefahren sind, um dort für Menschen, die keine Toiletten haben, welche zu bauen. Rund 2,4 Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu ordentlichen Sanitäranlagen. Die Folge: Jährlich sterben Millionen Menschen an Erkrankungen wie Durchfall und Cholera. Da die Komposttoiletten kein Wasser brauchen, sind sie optimal für Gebiete mit Wassermangel.

Guts for Change The Movie from Johann Angermann on Vimeo.

Um nicht mehr auf Spenden angewiesen zu sein, musste ein Plan her. Und der war schnell gefunden. Schließlich ist die Toiletten-Situation in deutschen Haushalten zwar luxuriös, aber auf Festivals und bei anderen Veranstaltungen, auf denen mobile Klos gebraucht werden, eher suboptimal. Dixie-Klos stinken nicht nur, sondern sind auch eine Riesensauerei für die Umwelt. Und wäre es nicht schön, wenn wir irgendwann mit unseren Festivals niemanden mehr belasten würden – auch nicht die Umwelt?

Die drei Berliner Thomas Jakel, Kevin Kuhn und Sven Riesbeck haben im Raum Berlin-Brandenburg angefangen, Festivals, Straßenfeste und sogar Baustellen mit nachhaltigen Klos zu versorgen und beliefern seit 2016 mittlerweile ganz Deutschland mit ihren EcoToiletten.

Die Idee mit der Komposttoilette haben die Jungs übrigens nicht selbst erfunden. Sie kommt aus Skandinavien, wo wegen der geringen Bevölkerungsdichte, dem harten Granitboden und der Kälte Wasserspültoiletten nicht sehr praktisch sind. Deshalb gibt es dort schon seit vielen Jahren vergleichbare Trockentoilettensysteme.

Ein nachhaltiges Geschäft

Etwas ist anders an der Benutzung der EcoToilette im Vergleich zu den herkömmlichen Dixies: Nach jedem Klogang greift man in den Behälter mit Streu und wirft eine handvoll davon ins Klo. Umweltfreundlich sind die Teile, weil keine Wasserverschmutzung stattfindet, energieintensive Kläranlagen entlastet werden können und der Grundwasserspeicher geschont wird.

Man braucht keine Chemie, weil das Streumaterial die Flüssigkeit aufsaugt und Gestank verhindert. Außerdem hilft es beim Kompostierungsprozess, der die Reststoffe später für den landwirtschaftlichen Gebrauch nutzbar macht. Auch beim Design wurde hauptsächlich mit Holz gearbeitet, um die Umwelt so gut es geht zu schonen.

Schau Dich ruhig mal um, wenn Du das nächste Mal unterwegs bist und mal musst, sei es in der Stadt oder auf einem Festival. Vielleicht steht ja in nächster Nähe eine der EcoToiletten.

Credits: Titelbild und Bilder von EcoToiletten

Written By
More from Lisa Stanew

Foodsharing: Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung

Im Schnitt 80 kg Essen pro Kopf werden in Deutschland pro Jahr...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.