10 Einwegprodukte und ihre Alternativen

Einmal benutzt und schon im Müll: Einwegprodukte sind umweltschädlich und auf Dauer teuer. Wie leicht sie zu ersetzen sind, zeigen diese 10 Beispiele für Produktsünden und ihre wiederverwendbaren Alternativen.

Morgens der Coffee2go, mittags ein abgepackter Salat und abends im Supermarkt die Einkaufstüte aus Plastik. Die Liste der Einwegprodukte, die wir täglich ver(sch)wenden, ist lang. Es muss halt schnell gehen, versuchen wir uns zu rechtfertigen, und außerdem ist es so herrlich bequem.

Doch unsere Bequemlichkeit hat ihren Preis: 16 Millionen Tonnen Verpackungsmüll haben wir Deutschen allein im Jahr 2012 angehäuft. Das ist so viel wie das Frachtaufkommen der fünf weltgrößten Flughäfen zusammen und zufällig genau dieselbe Summe, die alte Kohlemeiler an CO2 einsparen sollen.

Eine gigantische Zahl, die wir ganz einfach reduzieren könnten. Denn viele Wegwerfprodukte, von denen nur ein Bruchteil zu neuen Dingen recycelt wird, lassen sich problemlos durch ein nachhaltigeres Pendant ersetzen.

1. KeepCup: Wachwerden ohne wegzuwerfen

Den Anfang macht das Lieblingskind der Verpackungsindustrie: Der Coffee2go-Becher. Weit verbreitet und unlängst der Mittäterschaft für wachsende Müllberge überführt, ist es allerhöchste Zeit, ihn zu ersetzen. Neben den altbekannten Thermosbechern gibt es mit den KeepCups seit ein paar Jahren eine Alternative, die keine olle Kamelle serviert.

2. Auffüllen statt zumüllen dank Soulbottles

Wenn’s um Wasser geht, lautet das Optimum: Back to the roots! Das Glück, über qualitativ hervorragendes Leitungswasser zu verfügen, sollten wir nicht ungenutzt lassen. Also: Ran an den Hahn und die Flasche auffüllen.

Nur welche? Ökologisch korrekt ist man beispielsweise mit den Glasflaschen von Soulbottles unterwegs. Das ist auf Dauer richtig günstig: Kostenlos wieder befüllen kann man die Flaschen fast überall. Für Säfte, Limo und Co. empfiehlt der Nabu, zur Mehrwegflasche aus Glas zu greifen. Überflüssig zu erwähnen, dass Einwegpullen aus Plastik ein No-Go sind.

Soulbottle und Keepcup als wiederverwendbare Alternativen

3. Lunchboxen für Besseresser

Nicht nur trinken gibt es „to go“ – immer mehr Menschen essen auch unterwegs. Essen, das meist weder gesund noch umweltfreundlich verpackt ist. Statt sich in der Mittagspause ein geschmacksverstärktes Fertiggericht reinzupfeifen, sollten wir uns die Zeit nehmen, daheim vorzukochen und das Essen mitzunehmen.

Ist die Mahlzeit zubereitet, greifen wir automatisch zu Gefrierbeutel oder Frischhaltefolie. Keine wirklich stimmige Aktion. Konsequenter sind Lunchboxen aus Metall, Bambus oder Glas. Selbst für Brotbeutel gibt es inzwischen eine wiederverwendbare Stoffvariante.

4. Besteck ohne Gewissensbisse

Endlich geht es ans Spachteln! Plastikbesteck ist hier fehl am Platz. Um nicht mit den Pfoten essen zu müssen, bringt man am besten heimisches Besteck mit. Weniger optimal, aber etwas besser als herkömmliches Einwegplastik, sind Holz- und Bambusbestecke. Seit kurzem gibt es mit dem EcoSpoon auch eine essbare Variante. Wie umweltfreundlich die ist, bleibt jedoch fraglich.

Einwegbesteck aus Holz

5. Beutel im Beutel: Alternativen zu Plastiktüten

Spätestens seit die EU mit ihrer Plastiktüten-Richtlinie versucht, den Verbrauch selbiger zu reduzieren, ist allen klar, dass die Tüten schlecht sind. Und obwohl vielerorts das Jutebeutel-Mantra erschallt, lohnt es sich, zu wiederholen: Nehmt eine Stofftasche zum Einkaufen mit.

Plastiktüten lauern uns bereits beim Obst und Gemüse auf. Sogenannte „Hemdchenbeutel“ schreien förmlich danach, befüllt zu werden. 39 dieser dünnen Tüten verbrauchen wir pro Jahr und Kopf. Mitgebrachte Beutel und Netze aus Stoff machen der Verschwendung endlich den Gar aus.

Stoffnetz von Re-Sack als Einkaufshilfe für Obst und Gemüse

6. Haushalten mit der Edelstahl-Kapsel

Wir gestehen es uns nicht gerne ein, doch auch in den eigenen vier Wänden sündigen wir wegwerftechnisch wie die Weltmeister. Ein Einweg-Kandidat, der sich easy-peasy ersetzen lässt, findet sich in der Küche: Die Kaffeekapsel.

Während sich die zugehörigen Maschinen großer Beliebtheit erfreuen, schneiden Plastikkapseln in Tests materialmäßig nicht wirklich gut ab. Ein Grund mehr, sie durch die wiederbefüllbare Variante aus Edelstahl auszutauschen.

7. Akkus für mehr Power im Alltag

Wer jetzt meint, sich ausruhen zu können, nur weil er keine Kapselmaschine besitzt, hat sich geschnitten. Nach einem Blick auf Wanduhr oder Fernbedienung ist klar, dass noch Platz nach oben ist. Bei allen mobilen Elektrogeräten gilt: Batterien raus, Akkus rein! Übrigens: Beide fühlen sich im Restmüll nicht wohl. Also bitte ordnungsgemäß entsorgen!

8. Sparsame Tage: Ersatz für Tampons & Co.

Beim Thema Entsorgung spielen schließlich auch unsere Hygienegewohnheiten eine große Rolle. Hellhörig sollten die Ladies bei den Stichwörtern Tampons und Binden werden. Wie viele davon monatlich im Klo und in der Tonne verschwinden? Wirklich wissen will das niemand. Es lohnt sich aber, über Ersatz nachzudenken.

Zum Glück hat das die Gründerin von Kulmine schon getan. Seit über 20 Jahren produziert das Unternehmen ökologische Slipeinlagen und Binden aus Baumwolle und Seide.

Menstruationskappe in lila von Lunette

Auf der Suche nach wiederverwendbaren Tampon-Alternativen stößt frau auf etwas, das aussieht wie ein kleiner Gummihut. Wirkt merkwürdig, ist in Wahrheit aber eine kleine Revolution. Der vermeintliche Hut entpuppt sich nämlich als Menstruationskappe. Die kommt gerade recht, wenn man bedenkt, dass in Tampons bereits 2009 krebsverdächtiges Formaldehyd gefunden wurde.

9. Abfallfrei abschminken

Auch an den übrigen Tagen im Monat neigen Frauen zumindest bei einem Hygieneartikel zu Verschwendung: Wattepads. Einen Ausweg aus der Mülllawine stellen Stoff-Kosmetikpads dar. Sie befreien das Gesicht ganz ohne Lotion von Make-Up. Wer viel Zeit und wenig Geld hat, kann sie selbst nähen.

Kosmetikpads aus Bio-Baumwolle von Kulmine

10. Mehrweg-Rasierer für echte Männer

Müll im Bad vermeiden ist jedoch keine reine Frauensache. Auch die Herren der Schöpfung können mit einem beherzten Griff zum Rasierer mit austauschbaren Klingen Abfall reduzieren. Und sind wir mal ehrlich: Einweg-Rasierer bringen’s eh nicht.

Die Liste von Alternativen zu Einweg-Produkten ist nicht vollständig und kann sicherlich noch ergänzt werden. Grundsätzlich sollte man bei Neuanschaffungen darauf achten, überflüssige Verpackungen, Plastik und kurzlebige Produkte zu vermeiden.

Credits: Titelbild von Chilling Soul ist lizensiert nach CC BY 2.0„cutlery“ von DaveBleasdale ist lizensiert nach CC BY 2.0;  Produktfotos von Soulbottles, KeepLeafRe-Sack, Lunette & Kulmine.

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1 Comment

  • Juhuuu, wieder eine kurze knackige Info über Menstassen! Prima!
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