Wilderei in Südafrika: Morden für einen Irrglauben

Im vergangenen Jahr wurden 1215 Nashörner in Südafrika von Wilderern getötet. Nashorn wird in Asien immer noch als Wunderheilmittel gehandelt. Dagegen helfen kann vor allem Aufklärungsarbeit.

Ein wahnsinniger Irrglaube: Nashorn-Pulver hilft gegen Rheuma oder auch gegen einen Kater. Eigentlich so ziemlich gegen alles. Als Potenzmittel wirkt es auch. Und irgendein hoher Regierungsfuzzi in Vietnam hat anscheinend sogar seine Krebserkrankung damit besiegt. Ein Wundermittel also. Und das wird hoch gehandelt.

Das blutige Geschäft mit Nashörnern boomt

80.000 Euro kostet in Vietnam ein Kilo Nashorn. Und die Nachfrage steigt. 2007 wurden laut WWF in Südafrika noch 13 Nashörner gewildert. 2013 waren es 1004. Im letzten Jahr wurde der traurige Rekord von 1215 gewilderten Nashörnern aufgestellt.

Die Zahl der durch Wilderei getöteten Nashörner ist also innerhalb eines Jahres um 21 Prozent gestiegen. Das ist krank und hat dramatische Folgen. Ca. 20.000 südliche Breitmaulnashörner gibt es noch. Von den nördlichen Breitmaulnashörnern gibt es noch genau fünf Exemplare.

Mehr als 80 Prozent der afrikanischen Nashörner leben in Südafrika. Über ein Drittel der im Jahr 2014 getöteten Nashörner stammten aus dem Krüger-Nationalpark. Dort muss gehandelt werden: Mehr als hundert Nashörner wurden an andere Orte gebracht, damit wenigstens sie sicher vor der Wilderei sind.

„Nashorn-Hochburgen“ werden sie genannt. Orte, an denen Nashörner billig gezüchtet werden können, um für den Fortbestand der Art zu sorgen.

Infografik des WWF über zunehmende Nashorn-Wilderei

Eine Lösung: Aufklärungsarbeit

Die Umsiedlung der Nashörner in sichere Gebiete ist ein guter Anfang, um gegen das Aussterben der Nashörner anzukämpfen. Aber ums Aussterben alleine geht es nicht, sondern auch um einen langsamen, schmerzhaften Tod, den die Tiere erleiden müssen, nachdem ihnen das Horn brutal entfernt wurde.

Oft hinterlassen die verendeten Tiere Junge, die dann auch sterben müssen, weil sie sich noch nicht selbst versorgen können. Um gegen diese Grausamkeit enzukämpfen, bedarf es einer Strategie.

Da Nashorn-Wilderei von international organisierten Kriminellen betrieben wird, reicht es nicht, gegen einzelne Wilderer anzukämpfen. Vor allem müssen die Regierungen in Asien und Afrika zusammenarbeiten.

Ob eine Legalisierung des Handels eine Möglichkeit zur Eindämmung der Schwarzmarktpreise wäre, bleibt zu bezweifeln. In Vietnam wird immerhin Aufklärungsarbeit betrieben, die nach Jahren sogar Früchte trägt.

Nur noch 2,6 Prozent der befragten Vietnamesen bekannten sich laut einer Studie dazu, Nashorn zu konsumieren. 38 Prozent der Befragten glauben allerdings immer noch an die heilende Wirkung von Nashornpulver.

Um diesen Irrglauben aus der Welt zu schaffen, bedarf es sicherlich noch einiger Arbeit. WWF und andere Organisationen hauen daher fleißig Aufklärungskampagnen gegen den Konsum von Nashorn raus mit promineter Unterstützung von Prince William, David Beckham oder Jackie Chan.

Dass die Aufklärung der Menschen dem Wahnsinn ein Ende setzt, kann man nur hoffen. Denn ansonsten, so sind sich die Experten einig, werden lebende Nashörner in wenigen Jahren nur noch in Zoos zu bestaunen sein.

Wenn ihr wollt, könnt ihr hier die Aufklärungsarbeit in Vietnam finanziell unterstützen.

 

Credits: © Peter Maszlen / Adobe Stock; „Nashorn-Wilderei ist um mehr als 9300% gestiegen“ © WWF

 

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