Töten ohne Grund: Warum die Jagd auf Füchse sinnfrei ist

Die Argumente für die jährliche Tötung hunderttausender Füchse sind längst widerlegt. Trotzdem wird weitergejagt. Denn ein Verbot der Fuchsjagd gibt es trotz klarem Verstoß gegen Tierschutzgesetze noch immer nicht.

Obwohl das Bild vom bösen Hühnerdieb schon lange überholt ist, setzen sich Jäger weiterhin gegen ein Verbot der Fuchsjagd und sogar gegen eine Schonzeit von Füchsen ein. Mit Argumenten, die bestenfalls für Bullshit-Bingo gut sind.

„Die Jagd dient der Senkung der Fuchspopulation“

Bullshit. Auch wenn es sich erst einmal schlüssig anhört, dass die Jagd die Population verringert: Dem ist nicht so. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Durch die Jagd wird die Fuchspopulation nicht nur nicht verringert, sie bewirkt sogar einen Anstieg.

Es ist von der Natur so eingerichtet, dass sich jede Wildtierpopulation -unglaublich aber wahr- ohne unsere Hilfe selbst reguliert. Wenn Füchse nicht bejagt werden leben sie nämlich meist in gefestigten Familienstrukturen, in denen nur eine Füchsin Welpen zur Welt bringt und die anderen Weibchen lediglich für die Nahrungsbeschaffung zuständig sind.

Werden diese stabilen Sozialstrukturen durch die Jagd zerstört, pflanzen sich die Füchse auf unkontrollierte Art und Weise fort. Die Jagd führt also dazu, dass die Fuchspopulation und damit auch die Verbreitung potenzieller Krankheiten steigt.

„Füchse sind gefährliche Krankheitsüberträger“

Apropos Krankheiten: Entwarnung! Die Wahrscheinlichkeit von einem Fuchs mit einer gefährlichen Krankheit angesteckt zu werden, geht gegen Null. Die Tollwut gibt es seit 2008 nicht mehr, weil sie mithilfe von Schluckimpfungen ausgerottet wurde.

Die zweite große Angstkrankheit, der Fuchsbandwurm, zählt zu den seltensten Parasitosen Europas und die Räude ist inzwischen dank moderner Medizin auch keine große Gefahr mehr.

Vielmehr gilt hier schon wieder das Gegenteil: Anders als von Jägern dargestellt, ernähren sich Füchse hauptsächlich von Mäusen. Größere Wildtiere jagen sie meistens wenn diese krank oder schwach sind. Damit stellen sie sogar eine Art Gesundheitspolizei dar, die ausschließlich das Überleben gesunder Tiere garantiert und die Verbreitung von Krankheiten innerhalb der Herde vermeidet.

Dass die Füchse vor allem Mäuse fressen, ist übrigens auch noch für die Landwirtschaft von Vorteil und entschädigt den gelegentlichen Hühnerklau, der übrigens mit einem einfachen Fuchszaun vermieden werden kann.

„Fuchsjagd ist Tierschutz“

Fakt ist: Die Jagd auf Füchse verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Um ein Tier zu töten, muss es laut Tierschutzgesetz einen vernünftigen Grund geben. Dass das Essen eines Tieres ein vernünftiger Grund für seine Tötung sein soll, lässt sich natürlich bestreiten, ist aber ein anderes Thema.

Erstmal steht fest: Ein getöteter Fuchs wird weder verwertet (der Pelz wird nur manchmal weiterverkauft, sollte aber so oder so kein Argument darstellen), noch bringt es irgendwelche anderen Vorteile gesundheitlicher oder wildbiologischer Art mit sich. Somit müsste die Jagd auf Füchse längst verboten sein.

In Berlin und Baden-Württemberg wurde wenigstens schonmal eine Schonzeit für Füchse eingeführt. Peta kämpft aber weiter für ein Verbot der Fuchsjagd indem Aufklärungsarbeit geleistet wird.

Hier könnt ihr noch mehr Argumente gegen die Fuchsjagd sammeln, damit ihr für jede Diskussion gewappnet seid. Um direkt etwas zu ändern, könnt ihr euch an die/den Landtagsabgeordnete/n in eurem Wahlkreis wenden und euch für ein Verbot der Fuchsjagd aussprechen.

Vor allem aber muss, wie bereits erwähnt, aufgeklärt werden. Füchse sind intelligente, hochsoziale Lebewesen. Die Jagd auf sie dient der reinen Leidenschaft und dem Beuteneid der Jäger und hat nichts mit Tier- oder Artenschutz zu tun.

 

Credits: „_MG_9444“ von Se Mo, lizensiert nach CC BY-SA 2.0

 

 

 

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