Stroh statt Plastik: Bio-Strohhalme.com

Jährlich werden alleine in Deutschland 40 Milliarden Plastiktrinkhalme benutzt. Nun hat sich ein Team von Umdenkern zusammengetan, um dafür zu sorgen, dass der Strohhalm seinem Namen wieder gerecht wird.

Seit zwei Jahren arbeitet ein UnternehmerInnenteam an einer umweltfreundlichen und wirtschaftlich sinnvolleren Alternative zu Trinkhalmen aus Plastik, für deren Produktion jährlich 50.000 Tonnen Rohöl notwendig sind.

Bei der Verbrennung des Plastikmülls werden 3.750 Tonnen CO2 freigesetzt. Das schreit ja förmlich nach einer besseren Lösung.

Ein alter Hut wird zum neuen Lifestyle-Produkt

Die bessere Lösung ist in diesem Falle auch die einfachere. Und zwar den Strohhalm wieder zu dem machen, was er ursprünglich war: Zum Strohhalm. Hinter diesem einfachen Konzept stecken 3 Jahre intensive Forschungsarbeit.

Zusammen mit Bio-Bauern wurden die richtigen Getreidesorten entwickelt und angepflanzt. Ein schonendes Ernteverfahren musste entwickelt werden, sowie spezielle Ernte-Maschinen gekauft werden.

Ein stilvolles Party-Accessoire sollen die Strohhalme werden. Jeder Halm ist ein Individuum und wird mit viel Feingefühl geerntet und bearbeitet. Die Bio-Bauern und Bäuerinnen, die an diesem Projekt mitarbeiten, ernten erst die Ähren und schneiden dann im zweiten Durchgang die stehengebliebenen Halme in einem schonenden Verfahren.

Diese werden dann geschält und von Blättern und Knoten befreit. Schließlich werden sie getrocknet und desinfiziert. Die Länge der Halme variiert zwischen 15 und 23 Zentimetern. So werden die Strohhalme zu individuellen Lifestyle-Produkten, die zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind.

Die UnternehmerInnen über Bio-Strohhalme:

Nicht nur Bio sondern auch sozial

Die UnternehmerInnen von bio-strohhalme.com legen nicht nur Wert auf Umweltfreundlichkeit sondern auch auf soziales Engagement. So wird das Sortieren, Zuschneiden und Verpacken von Menschen in Behinderten-Werkstätten übernommen.

Zusätzlich geht für jede verkaufte Packung Strohhalme 10 Cent an HORIZONT e.V., ein Projekt, das obdachlosen Müttern und Kindern hilft.

Die Idee, Strohhalme wieder zu Stroh-Halmen zu machen, hatte Dominik Wagner, der 2006 sein Unternehmen trinkhalme.de gründete. Mit diesem  Unternehmen vertreibt er herkömmliche Plastiktrinkhalme und hat somit einiges an Know-How und Erfahrung was die Verarbeitung von Trinkhalmen angeht.

Mit einer Crowdinvesting-Kampagne auf  mashup-finance.de will das Unternehmen nun Kapital einsammeln, um die Idee weiter groß zu machen. Bestechend ist an dem Konzept nämlich auch die Wirtschaftlichkeit. So gewann das Unternehmen im Mai 2014 den europäischen Umweltpreis, den „Green-Tec-Award“ in der Kategorie „Lifestyle“.

Super, dass Menschen anfangen, die kleinen, alltäglichen Gebrauchsgegensände zu hinterfragen. Ein Vorteil ist sicherlich, dass Bio momentan „In“ ist und man diese Strohhalme tatsächlich als stilvolle Alternative verkaufen kann.

Das oben angeführte Video in der Crowdinvesting-Kampagne wirkt doch ein klein bisschen spießig, was evtl. junge Investoren abschrecken könnte.

Allerdings habe ich gelesen, dass Bio-Strohhalme.com sich bis jetzt komplett über Eigenkapital finanziert hat. Und das können eben nur gestandene UnternehmerInnen, denn mit Eigenkapital können hippe kreative Studenten eben meistens nicht dienen…

Video über den Green-Tec-Award 2014 mit Interview mit Dominik Wagner:

Hier noch ein Beitrag der BR „Abendschau“ über Bio-Strohhalme.com:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau-der-sueden/stroh-roggen-strohhalm-100.html

 

Credits: „XTC“ von Dennis Skley, Lizenz: CC BY-ND 2.0

 

 

 

 

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