San Francisco verbietet Plastikflaschen

Das ist weltweit einmalig! Bislang hat keine andere Stadt Plastikflaschen verboten. Was San Francisco damit erreichen will, dürfte jedem von uns klar sein: Reduzierung von Plastikmüll.

Ich bin mir sicher, dass jeder hin und wieder gerne mal zu einer PET-Wasserflasche greift. In den Supermärkten wird ja kaum etwas anderes angeboten als Plastikflaschen.

San Francisco ist Vorreiter

Nachhaltigkeit wird in San Francisco groß geschrieben. Die Stadtverwaltung hat bereits 2008 Plastiktüten in großen Supermärkten und Drogerien verboten, nun folgen also auch Plastikflaschen!

In der Bay Area sollen in den nächsten vier Jahren alle PET-Flaschen, die 600 ml oder weniger beinhalten, nicht mehr verkauft werden dürfen. Bereits am 1. Oktober 2014 trat diese Verordnung für den Plastikflaschen-Verkauf in Innenräumen in Kraft. Ab 2016 gilt dies dann auch für alle Außenbereiche wie Parks und Festivals. Damit hat San Francisco einen Meilenstein gesetzt und wird zum weltweiten Vorbild.

Eine mögliche Alternative zu den herkömmlichen PET-Flaschen sind Glasflaschen, die zwar vom Rohstoff her ökologisch besser sind, durch das Gewicht aber einen deutlichen Nachteil beim Transport aufweisen. Am Besten wäre schlichtweg Leitungswasser, das braucht nämlich überhaupt keine Flasche. Zudem ist das Wasser aus der Leitung auch oftmals gesünder, als sogenanntes Flaschenwasser.

Um Leitungswasser transportieren zu können, gibt es etliche Möglichkeiten an Trinkflaschen: Glasflaschen von Soulbottles, Edelstahlflaschen von 24Bottles und natürlich viele weitere, die alle eins gemeinsam haben: sie können wieder verwendet werden und sind daher auch oft langjährig im Einsatz. Und genau solch ein Konzept verfolgt San Francisco nun auch.

Die neue Regelung der Stadt ist ganz einfach: BYOWB steht schlichtweg für „Bring Your Own Water Bottle“, auf deutsch übersetzt: Bring deine eigene Wasserflasche

Doch um dies durchsetzen zu können, musste San Francisco einige Vorbereitungen treffen: Es wurden sogenannte „Trinkbrunnen“ geschaffen und Orte, an denen man sich kostenlos Trinkwasser in seine mitgebrachte Wasserflasche füllen kann. Ohne diese Investitionen wäre BYOWB so auch nicht möglich!

Mit diesem System setzt San Francisco ein eindeutiges Zeichen. In den USA werden jährlich 29 Millilarden (29.000.000.000!!!) Plastikflaschen verbraucht. Und das bei einer geschätzten Einwohnerzahl von knapp 319 Millionen Menschen.

Von den 29 Milliarden verbrauchten Plastikflaschen werden nur etwa 13% recycelt und für die Herstellung dieser bemerkenswerten Summe 17 Millionen Barrel Rohöl verbraucht.


Man benötigt 4 Liter Wasser, um 1 Liter Wasser in einer Plastikflasche zu produzieren.
[…] Die Ironie dabei – wir verschwenden Wasser um Flaschen zu produzieren – für Wasser!

Immer mehr Müll in unseren Ozeanen

Natürlich ist die Industrie nicht gerade begeistert über die Entscheidung San Franciscos. Die American Beverage Association (US-Getränkeverband) ist der Meinung, dass dieses Verbot lediglich eine Lösung zu einem nicht existierenden Problems sei. Die Stadt habe doch gute Recyclingmöglichkeiten, demnach sei ein Verbot von Plastikflaschen nicht notwendig.

Da hat der amerikanische Getränkeverband wohl ein wenig geschlafen. Denn unsere Abfallwirtschaft hat sich keineswegs verbessert. Die globale Abfallproduktion wächst! Und damit auch der Abfall im Meer. In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen mehrere Tausend Teilchen Plastik. Was dies für Konsequenzen auf Tiere und Pflanzen hat, wissen wir alle!

Plastik hat schlichtweg das Problem, dass es biologisch mehrere Jahrhunderte benötigt, bis es abgebaut ist. Im Laufe der Zeit zersetzt es sich zu immer kleineren Teilen, was auch der Grund dafür ist, weshalb man es in den verschiedenen Meerestieren findet. Kleine Fische verwechseln die kleine Teile mit Plankton, Schildkröten Plastiktüten mit Quallen.

San Francisco ist mit dem Verbot von Plastikflaschen auf dem besten Wege, ein Vorbild für viele andere Städte zu sein. Aber nicht nur damit. Vielmehr will die Stadt ab dem Jahr 2020, also in 5 Jahren, müllfrei sein.

Wenn San Francisco es tatsächlich schafft, ihre Müllproduktion ab 2020 auf Null zu senken und konsequent in der Umsetzung des Plastikflaschenverbotes bleibt, dann ist dies ein wahrer Fortschritt, an dem wir uns alle ein Beispiel nehmen können.

Wir finden: San Francisco macht alles richtig. Aller Anfang ist schwer, aber ist er erst einmal gemacht, können andere nicht mehr sagen, es funktioniere nicht!

 

Credits: „Jäger und Sammler 2.0“ von dotmatchbox, lizensiert nach CC BY-SA 2.0„Plastikmüll am Meer“ von sebastiankauer, lizensiert nach CC BY-SA 2.0

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