Nachhaltigkeit auch im Urlaub

Für immer mehr Verbraucher soll sich der Sommerurlaub durch Nachhaltigkeit auszeichnen. Sie wollen dabei nicht nur ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten, sondern setzen sich für soziale Gerechtigkeit an ihrem Urlaubsort ein.

Für sie ist es selbstverständlich, sich der Kultur der Reiseziele für die Dauer ihres Aufenthaltes anzupassen. Nachhaltigkeit wird dann generiert, wenn die Einheimischen direkt von Touristen profitieren können, und die Gewinne nicht bei den großen Veranstaltern hängen bleiben.

Der Fluch des Massentourismus

Viele Regionen dieser Erde wurden in der Vergangenheit zu trendigen Reisezielen erklärt und erlebten stark ansteigende Touristenzahlen. Die Massen der Urlauber wurden von großen Reiseunternehmen zu den Urlaubsorten gebracht. Sie schöpften einen Großteil der Gewinne selbst ab und die Einheimischen hatten nur wenig Anteil an dem Geldsegen.

Ihnen blieben oft nur in Mitleidenschaft gezogene Landschaften und viele unerfüllte Hoffnungen. Sobald die Veranstalter sinkendes Interesse an einem Urlaubsziel registrierten, lenkten sie die Urlauberströme in neue Länder um.

Nachhaltiges Reisen als Alternative zum Herkömmlichen

Die neue Generation Urlauber hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und die Nachhaltigkeit beim Urlaub in den Fokus gerückt. Sie achten auf die Umweltbelastung durch ihre Reisen und tendieren daher zu näher liegenden Urlaubszielen.

Sie wissen, dass auf Langstreckenflügen viel umweltschädliches Kohlenstoffdioxid erzeugt wird und verzichten immer mehr auf exotische Ziele wie beispielsweise Südostasien.

Der nachhaltige Sommerurlaub in Deutschland oder in der Euro-Zone wird aus Umweltschutzgründen immer beliebter. Statt mit dem Flugzeug zu reisen, nutzen umweltbewusste Urlauber zunehmend öffentliche Verkehrsmittel.

Die Nachfrage nach umweltverträglichem Sommerurlaub wurde von der Deutschen Bundesbahn registriert und im Programm „Umwelt Plus“ umgesetzt. Bereits seit einem Jahr könnt ihr mit der Bahn auch als Privatperson umweltschonend verreisen, weil als Energieträger ausschließlich grüner Strom zum Einsatz kommt.

Nachhaltiger Sommerurlaub bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ihr auf Fernreisen verzichten müsst. Ihr könnt vielmehr den praktisch entstandenen Klimaschaden zwar nicht wieder gutmachen, aber kompensieren.

Gute Ansätze dazu zeigt neben anderen Anbietern die Agentur Atmosfair. Wenn ihr auf der Webseite euren geplanten Flug eingebt, seht ihr nach wenigen Klicks, wie hoch die CO2-Belastung der Reise ist.

Nehmen wir als Beispiel eine Flugreise von Frankfurt nach Bangkok. Der Roundtrip produziert pro Passagier mehr als sechs Tonnen Kohlendioxid. Daraus errechnet Atmosfair einen Klimaschutzbeitrag, durch den der entstandene Umweltschaden kompensiert werden kann. Für den genannten Flug müssten 144 Euro bezahlt werden, die von der Organisation in internationale Umweltschutzprojekte investiert werden. Wohin die Gelder im Einzelfall gehen, wird auf der Webseite ausführlich beschrieben.

Nachhaltigkeit bei den Unterkünften

Nachhaltiger Tourismus ist für sensible Regionen ein ungeheurer Balanceakt. Massentourismus zerstört die Landschaft, jedoch können viele Gegenden ohne Urlauber kaum überleben.

Das beste Beispiel dafür sind die Alpen, in denen sich der nachhaltige Urlaub immer mehr durchsetzt. Umweltfreundliche Hotels zeichnen sich durch die Verwendung von regenerativen Energien aus und nutzen in erster Linie regionale Produkte für ihre Speisekarten.

Können Pauschalreisen nachhaltig sein?

Nachhaltiges Reisen wird immer populärer, kaum ein Veranstalter kann sich diesem Trend entziehen. Die Reisebroschüren sind voller Symbole, die auf den ökologischen Mehrwert der Angebote aufmerksam machen.

Verbraucherschützer beklagen jedoch, dass es immer noch keine aussagekräftigen Siegel gibt, an denen sich Reisewillige orientieren können. Wenn ihr nachhaltig verreisen wollt, solltet ihr euch daher an Webseiten orientieren, die sich für umweltgerechten und sozial verträglichen Urlaub engagieren.

Empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang das Portal des DRV sowie das Forum anders reisen. Hilfreich sind darüber hinaus Webseiten wie fairunterwegs.com und ecotrans.org.

Jeder kann sich für Nachhaltigkeit am Urlaubsort einsetzen

Dazu gehört beispielsweise die Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten. Mal eben für eine Runde Golf in die Wüste jetten, hat sicher nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Vielmehr sollte für euch von Interesse sein, dass die Bewohner eurer Urlaubsziele angemessen von eurem Aufenthalt profitieren.

Wenn ihr euren Lieblingsstrand nicht zur Müllkippe macht und die Traditionen eurer Gastgeber respektiert, habt ihr einiges zum nachhaltigen Sommerurlaub beigetragen.

 

Credits: „Nassfeld Bergsee Almhütte“ von Nassfeld lizensiert nach „CC BY-SA 2.0

 

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