Nachhaltige Weihnachten: Oh, Tannenbaum!

Auf ihren Christbaum wollen die meisten noch so hart gesottenen Öko-Freaks nicht verzichten – und das müssen sie auch nicht. Immerhin gibt es inzwischen genug Möglichkeiten, das Weihnachtsfest nachhaltig zu gestalten.

Bald ist Weihnachten, tschingeling! Und alle freuen sich auf Geschenke, Weihnachtsessen und auf einen geschmückten Baum. Der kommt leider meistens vom Baumarkt um die Ecke. Hier ein paar Alternativen für nachhaltiges Weihnachten.

Rund 30 Millionen Bäume landen jährlich in Deutschlands Wohnzimmern. Die sind natürlich meistens nicht aus dem Wald, sondern wurden eigens dafür angebaut.

Monokulturen für den heiligen Abend

Seit den Fünfzigern hat sich nämlich Einiges getan, was die Beschaffung eines Christbaums angeht. Damals hat man eine Axt geschultert, ist in den Wald gegangen und hat sich das hübscheste Bäumchen geschlagen, das man finden konnte. Im besten Fall war das auch noch mit dem Förster abgesprochen.

Heute ist das Ganze ein bisschen einfacher: Überall auf der Straße oder vor Baumärkten sind Stände, an denen Tannenbäume verkauft werden. Und die stammen zu 80 Prozent von riesigen Plantagen. Nur etwa 15 Prozent aller in Deutschland gehandelten Weihnachtsbäume werden noch von Waldbetrieben verkauft.

Damit die Tannen auch so aussehen, wie man sich einen Weihnachtsbaum vorstellt, werden sie mit Dünger, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt.

So sind die Plantagen nicht nur ohne Nutzen für unser Ökosystem, sondern schaden ihm auch noch, da die Chemikalien in Böden und Gewässer gelangen.

Einige Bäume stammen sogar  aus Dänemark, Ungarn, Österreich, Polen oder Tschechien. Das sind allerdings nur rund 10 Prozent.

Die umweltfreundlicheren Alternativen

Die Umweltorganisation Robin Wood erstellt jährlich eine Liste, auf der man nachlesen kann, wo man in Deutschland Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen findet.

Die Bäume der Anbieter sind mit Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter- oder FSC-Siegel ausgezeichnet und somit frei von jeglichen Chemikalien.

Weil es aber, je nach Region, gar nicht mal so einfach ist, an einen Bio-Weihnachtsbaum zu gelangen, kann man stattdessen seinen Christbaum auch bei Forstämtern und Waldbauern kaufen. So kann man sicher gehen, dass er aus der Region stammt und nicht auf einer Plantage gezüchtet wurde.

Diese Bäume werden nämlich ohnehin beim Durchforsten von Wäldern abgeholzt und wenn nicht, wurden sie auf Sonderflächen wie Hochspannungstrassen hochgezogen. Üblicherweise werden Pestizide in der regionalen Forstwirtschaft nicht eingesetzt, allerdings sollte man da immer nochmal nachfragen.

Auch schick ist die Idee eines Startups, das in der Region um Düsseldorf und Köln Weihnachtsbäume im Topf vermietet. Weil die Bäume die Zertifizierungen “Fair Trees“ und „Fair Seeds“ tragen, kann sich das Startup guten Gewissens „Happy Tree“ nennen.

Diese Zertifizierungen garantieren faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung für die Samenpflücker, umweltschonenden Anbau und schadstoffarme Weihnachtsbäume.

Diese glücklichen Bäume müssen nicht für Weihnachten sterben, sondern werden danach in einer Baumschule wieder eingepflanzt. Das ist quasi der Gipfel der Nachhaltigkeit, allerdings auch mit Abstrichen: Die Samen für die Tannen stammen aus dem Kaukasus und sind die der nicht heimischen Nordmanntanne.

Es gibt also genug Möglichkeiten, auch beim Weihnachtsbaumkauf Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen. Wenn euch keine davon zusagt, macht es wie ich: Scheißt auf den Baum und habt einfach einen schönen Abend mit euren Liebsten.

 

Credits: „Christmas balls“ von Gabriel, Lizenz: CC BY 2.0

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