Nachgefragt und Nachgehakt bei [eyd] Clothing

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 4 in der Serie Interview Reihe: Nachgefragt & Nachgehakt

Mit unserer Nachgefragt & Nachgehakt- Interviewreihe wollen wir Euch die Marken, die bei GREENALITY vertreten sind, vorstellen und zeigen, wer dahinter steckt.

Heute im Talk mit [eyd] Clothing.


Wer bist Du und was machst Du überhaupt?

Name Nathalie Scheller, Gründerin

Marke eyd clothing

(Haupt)Sitz Stuttgart

Seit wann gibt's eyd? Oktober 2017

Wie viele Mitarbeiter hat eyd? 4

Philosophie eyd möchte neue Standards setzen was Fairness und Nachhaltigkeit angeht. Außerdem verhilft eyd Frauen mit einer schweren Vergangenheit zu einer hoffnungsvollen Zukunft.

Das Motto des Labels steckt schon im Namen: empower your dressmaker!

 

 

Entweder / Oder:

Recycling oder Upcycling? Beides 


Vegetarisch oder vegan? vegan


Stuttgart oder Mumbai? Beides 


Verspielte Muster oder Minimalistisch? Minimalistisch


Climpse oder Eyd? [eyd]

10 Fragen an eyd

Wie kam es zur Gründung von [eyd] und wie seid Ihr auf den Namen gekommen?

[eyd]-Gründerin Nathalie Schaller machte nach ihrem Jura-Studium einen sozialen Einsatz in Kambodscha und wurde dabei auf das Thema moderne Sklaverei aufmerksam. 

Sie erfuhr, dass es heutzutage mehr Sklaven auf der Welt gibt, als jemals zuvor. Die Sklaven der heutigen Zeit sitzen in Fabriken oder werden in der Sexindustrie ausgebeutet. 

Nathalie wollte irgendwie helfen und gründete daher das Modelabel [eyd] um in Kooperation mit einer sozialen Nähwerkstatt in Indien speziell Opfern von Menschenhandel neue Perspektiven bieten zu können.

[eyd] steht dabei für empower your dressmaker und ist gleichzeitig die Lautschrift für das Englische Wort Aid (Hilfe).

Erzählt Ihr uns etwas über Euren Büroalltag bei [eyd]? Wie startet Ihr zum Beispiel in den Tag?

Wir sind ein super kleines Team von 4-6 Leuten und es geht ganz familiär bei uns zu. 

Unser Kern-Team ist aus einem Freundeskreis heraus entstanden und wir haben im Büro-Alltag sehr viel Spaß zusammen. 

Legendär sind unsere gemeinsamen Mittagessen. Wir verbringen die Mittagspause immer alle zusammen in unserer Küche, tauschen uns aus, spinnen Ideen und lachen viel.

Ihr gebt jungen Frauen eine bessere Perspektive und ermöglicht ihnen ein selbstbestimmtes Leben. Wie erreicht Ihr das konkret?

Wir produzieren ausschließlich in sozialen Betrieben, wie insbesondere bei unseren indischen Partnern CHAIIM, die speziell Frauen mit einer schweren Vergangenheit beschäftigen. 

So können wir durch unsere Aufträge dafür sorgen, dass solche Frauen fair bezahlte Arbeitsplätze in einem liebevollen Umfeld erhalten.

 

 

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Euren Kolleg*innen in Mumbai ab? Wie händelt Ihr Sprachbarrieren oder die Zeitverschiebung?

Am Anfang der Zusammenarbeit waren wir mehrfach im Jahr selbst vor Ort und es ist eine richtige Freundschaft entstanden. Mittlerweile läuft das meiste über Skype, E-Mail und WhatsApp – und zwar mehrmals täglich. 

Das Kernteam unserer indischen Produktionspartner spricht zum Glück fließend Englisch, so dass Sprachbarrieren kein Problem darstellen.

 

Was hat es mit dem Stempelaufdruck in der [eyd] Kleidung auf sich?

In jedem [eyd] Kleidungsstück befindet sich ein Einnäher mit einem individuellen Blumenstempel einer Frau, die an dem Kleidungsstück mitgewirkt hat.

Auf unserer Homepage kann der Kunde dann unter dem Stempel-Symbol etwas mehr über seine Produzentin erfahren. Das ist ein schöner Einblick für unsere Kunden und eine große Wertschätzung für die Frauen in unserer indischen Partnerwerkstatt.

 

Eure Stoffe kommen von GOTS zertifizierten Firmen. Wieso tragen Eure Klamotten dann kein Fairtrade- oder Biosiegel?

Ein Siegel dürften wir nur auf unseren Produkten abbilden, wenn die komplette Lieferkette durch zertifiziert wäre. Unsere soziale Partnerwerkstatt ist aber leider nicht zertifiziert. 

Das liegt schlicht daran, dass sich die Zertifizierungs-Kosten und der Aufwand bei einem so kleinen Betrieb einfach nicht lohnen würden.

Nach dem Unglück in einer Textilfabrik in Bangladesch 2013 wurde die Fashion Revolution und der Fashion Revolution Day am 24. April ins Leben gerufen. Was bedeutet die Fashion Revolution für [eyd]? Hat sich die Modeindustrie seit 2013 positiv verändert? 

Mit [eyd] wollen wir tatsächlich eine kleine Fashion Revolution sein und zeigen, dass man mit Mode auch etwas wirklich Gutes bewirken kann. 

Die Modewelt hat sich auf jeden Fall in den letzten Jahren verändert. Es gibt viel mehr bio-faire Labels und nachhaltige Concept Stores. Das ist eine super Entwicklung und zeigt ja auch, dass die Nachfrage in dem Bereich steigt.

Was sind die nächsten Ziele von eyd?

Natürlich sind wir ständig dabei, unsere Kollektionen zu erweitern und mehr Menschen zu erreichen. Angetrieben werden wir dabei vor allem von dem Wunsch, durch ein größeres Produktionsvolumen auch mehr Frauen helfen zu können.

Abgesehen davon wird es bald einen Film geben, in dem [eyd] eine größere Rolle spielt. Wir hoffen, dass der Film viele Menschen erreichen und für das Thema Nachhaltigkeit begeistern wird.

Wo ist Euer Lieblingsplatz in Stuttgart?

Natürlich bei uns in der „Gaisburg“ – so nennen wir unser Büro-Atelier, da es direkt an der U-Bahn Haltestelle Gaisburg liegt. 

Im Sommer verbringen wir sehr gerne Zeit im Biergarten gegenüber

Was sind Eure drei Lieblingsteile aus dem GREENALITY Shop?

Der Sweater „Tulsi“,
das Kleid „Lali“
und unser T-Shirt „Northern Skies“

 

Was Ihr noch loswerden wollt: Eure letzten Worte

Empower your Dressmaker!


Wer jetzt richtig Bock auf eyd Clothing bekommen hat, findet hier das Kleid „Lali“ und viele weitere Klamotten der Marke.

Vielen Dank Nathalie, dass Du Dir für uns Zeit genommen hast!


Foto Credits: © eyd-clothing.com

Hier geht es weiter in unserer Serie: << Nachgefragt und Nachgehakt bei recolutionNachgefragt und Nachgehakt bei Kipepeo Clothing >>
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