Nachgefragt bei Hydrophil

Der ein oder andere von Euch hat bestimmt schon die nachhaltigen Zahnbürsten von Hydrophil in unserem Online Shop gesichtet und vielleicht sogar auch ausprobiert. Wir haben diese jedenfalls schon ausgiebig getestet und sind ziemlich begeistert. Und weil uns das Produkt so überzeugt hat, wollten wir dem Ganzen ein wenig mehr auf die Spur gehen. Daher waren wir sehr happy, als sich die Möglichkeit ergab, mit Wanja (ganz links oben im Bild), einem der drei Gründer von Hydrophil ein Interview zu führen.

Hi Wanja, Du hast gemeinsam mit Christoph und Sebastian die Marke Hydrophil gegründet, wie kam es dazu?

Wir drei kennen uns von der gemeinsamen Arbeit bei Viva con Agua de Sankt Pauli e.V., wo wir ehrenamtlich im Merchandise Bereich tätig waren. Damals machten wir öfters mal Fahrradtouren durch verschiedene Stadtteile von Hamburg, auch mal dorthin, wo man sonst nicht hinkommt und wo es vielleicht zufällig gutes Bier gab ? Bei einer dieser Touren diskutierten wir mal wieder viel über unser Lieblingsthema „Wasser“ und ob es möglich wäre ein „wasserneutrales“ Produkt herzustellen.

So entstand die Idee für unser erstes T-Shirt, das wir später produziert haben und welches mit allen wichtigen Siegeln gewaschen war. Außerdem haben wir damals Kinderspielzeug und die Zahnbürsten, die es heute noch gibt, in unser Sortiment aufgenommen.

Wir haben zunächst mit kleinen Stückmengen angefangen und sind dann mit der Zeit gewachsen. Die Produkte kamen einfach super an und bald konnten wir schon die ersten Mitarbeiter einstellen.

Hattet Ihr zu Beginn der Gründung die typischen Startschwierigkeiten, wie man es aus der Start-up Szene so kennt?

Es ging ehrlich gesagt. Was vielleicht daran lag, dass am Anfang, als wir Hydrophil 2013 gegründet haben, der Plan gar nicht der war, eine richtige Firma zu gründen. Wir hatten einfach Spaß an der Sache und konnten ohne den Druck, den die Start-ups oft von ihren Investoren haben, ganz organisch wachsen.

Eins der größten Probleme war mal eine verspätete Produktion, sodass wir 200 Bestellungen, aber keine Produkte hatten. Das haben wir aber zum Glück mit der Zeit in den Griff bekommen.

Ihr habt Euch dann vor allem auf Artikel aus dem W.A.S.H. Segment (Water, Sanitation & Hygiene) spezialisiert. Gab es einen bestimmten Grund dafür?

Der Bereich war eigentlich schon immer sehr präsent bei uns durch die Arbeit mit Viva con Agua und ist auch der Kern der Marke Hydrophil. Aber natürlich haben wir mit der Zeit unser Profil noch stärker geschärft und sind dabei die Marke weiter zu etablieren.

Was genau bedeutet eigentlich „wasserneutral“ zu produzieren?

Dafür gibt es keine feste Definition, aber für uns heißt es, sowohl bei den Rohstoffen, als auch bei der Produktion maximal wenig Wasser einzusetzen. Für unsere Zahnbürsten oder die Etuis nutzen wir zum Beispiel Bambus, ein Rohstoff der schnell wächst und ohne Pestizide auskommt. Aber auch bei unseren Seifen verzichten wir auf aggressive Chemikalien oder Mikroplastik, die bei Benutzung in das Wasser gelangen können.

Es sind also zwei Stufen entscheidend, Produktion und die anschließende Nutzung, in beiden Bereichen soll der Wasserverbrauch minimiert und die Wasserverschmutzung eliminiert werden. „Wasserneutral“ ist also nicht mit „Wasser sparen“ gleichzusetzen.

Neben den Umweltaspekten, steht die faire Produktion ganz vorne mit dabei. Wo produziert Ihr Eure Produkte und wie könnt Ihr die fairen Arbeitsbedingungen sicherstellen?

Die Produkte aus Bambus werden in China hergestellt, wo wir regelmäßig hinfahren und die Bedingungen selbst kontrollieren können. Alles andere wird in Deutschland, in der Nähe von Hamburg produziert.

Was war denn das Skurrilste, was Ihr bei Euren China-Reisen erlebt habt?

Da gab es so einiges ? Die Chinesische Kultur ist schon wirklich einmalig. Wenn man die Leute kennt, sind diese richtig gastfreundlich. Deshalb werden wir von unseren Geschäftspartnern immer wieder zum Essen eingeladen, wo es dann immer sehr viel gibt und da ist dann auch schon mal der Opa mit am Tisch, der einfach nur mal mit Europäern essen möchte. Und natürlich wird einem als Deutscher auch immer sehr viel Bier angeboten.

Zurück nach Deutschland und zu Euren Produkten.  Die Hydrophil Artikel sind alle vegan. Das scheint ein wichtiger Punkt für Euch zu sein. Kannst Du uns mehr dazu sagen?

Es war uns von Anfang an klar, dass wir auf den Einsatz tierischer Produkte verzichten möchten und dass es für uns nicht in Frage kommt, dass unsere Artikel an Tieren getestet werden. Es gibt heutzutage genug andere Möglichkeiten und Inhaltsstoffe, um tolle Produkte herzustellen und da liegt uns das Tierwohl auch zu sehr am Herzen.

Auf welche Neuheiten können wir uns in Zukunft freuen? Was sind die nächsten Projekte?

Wir sind gerade dabei, den bestehenden Produkten noch den letzten Schliff zu geben. Außerdem arbeiten wir im Moment an neuen Zahnputzbechern, vor allem für Kinder. Dazu muss eine neue Gussform erstellt und die richtigen Motive ausgewählt werden. Diese werden übrigens ebenfalls in Hamburg gefertigt.

Und dann geht es wieder nach China, wo wir die Produktion besuchen und das Ganze mit Fotos und einem neuen Film festhalten.

Da sind wir schon sehr gespannt, Danke Wanja und weiterhin viel Erfolg.

Vom Ursprung zur nachhaltigen Zahnbürste aus Bambus from HYDROPHIL on Vimeo.

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