Kraut und Rüben – Teil 5: Unerwünschte Besucher – Was hilft gegen Unkraut und Schädlinge? 

Dieser Beitrag ist Teil 5 von 6 in der Serie Kraut und Rüben

Dein Gemüsebeet wuchert fröhlich vor sich hin und Deine Pflanzen sprießen und gedeihen prächtig. Kein Wunder, denn Du hast auch sehr viel Liebe und Arbeit daran gesetzt, für Deine Pflanzen die perfekten Bedingungen zum Wachsen zu schaffen. Blöd nur, dass Dein kleiner Garten jetzt auch einladend auf ungebetene Gäste wirkt. Schädlinge, Unkraut und Co. fühlen sich hier nämlich auch pudelwohl und sind drauf und dran sich in Deinem Gemüsebeet häuslich einzurichten. Damit es sich die unerwünschten Besucher nicht allzu bequem machen, haben wir eine Reihe an Tipps und Tricks für Dich gesammelt, die es ihnen schnell ungemütlich machen. 

 

Unkraut & Schädlinge loswerden – Wozu eigentlich der Aufwand?

Wer oder was zählt eigentlich zu den Schädlingen und Unkräutern und warum macht man sich so viel Aufwand Besagtes aus dem Beet zu vertreiben? 

Ob eine Pflanze jetzt Unkraut ist oder nicht, hängt hauptsächlich davon ab ob sie im Beet oder Garten überhaupt erwünscht ist. Dafür ist natürlich auch das subjektive Empfinden des jeweiligen Gärtners ausschlaggebend. Im großen und ganzen ist man sich jedoch einig, dass alles was dem eigentlich Angepflanzten im Beet Nährstoffe und Platz wegnimmt, getrost in die Kategorie Unkraut fallen darf. Dazu zählen zum Beispiel Löwenzahn, Disteln, Moos oder Klee. All diese Pflanzen haben leider auch die unangenehme Eigenschaft sich oft rasend schnell auszubreiten,wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet und damit den eigentlichen Bewohnern des Gemüsebeetes den nährstoffreichen Boden streitig zu machen. 

Weitere lästige Störenfriede sind Schädlinge wie Schnecken, Blattläuse, Möhrenfliegen, Fadenwürmer und Co. Diese frechen kleinen Lebewesen, sehen Dein Gemüsebeet nämlich als großzügiges All-You-Can-Eat Buffet und wollen sich an Deinem Gemüse satt essen, bevor Du überhaupt die Gelegenheit hast etwas zu ernten. 

Um Unkraut und Schädlinge in Schach zu halten, ist es nicht nötig die Chemie-Keule auszupacken, denn die schadet nicht nur dem unerwünschten Besuch, sondern schlimmstenfalls auch allen anderen Pflanzen, Tieren oder Mitmenschen. Glücklicherweise gibt es aber eine ganze Menge an Tipps und Tricks, wie man ganz ohne Chemie die Lage im Beet im Griff behalten kann.

 

Wild wucherndes Unkraut – So hältst Du es in Schach

1. Regelmäßiges Jäten

Ja wir wissen, Unkraut jäten ist nicht unbedingt die beliebteste Aufgabe im Garten und eine bahnbrechende neue Erfindung natürlich auch nicht. Aber das Jäten ist und bleibt eben einfach die effektivste Maßnahme gegen wucherndes Unkraut im Beet. Wichtig ist es dabei das Problem sprichwörtlich an der Wurzel zu packen. Also das unerwünschte Gewächs sammt Wurzel aus dem Beet zu entfernen. Außerdem ist es ratsam schnell zu reagieren und das Unkraut aus dem Beet zu verbannen, bevor es Samen ausgeben kann. Sonst wuchert alles schneller als Du gucken kannst wieder nach. Wenn nur wenig Zeit zur Gartenpflege da ist, ist es deshalb empfehlenswert trotzdem wenigstens die Blüten oder Ähren der ungebetenen Gäste regelmäßig zu entfernen. 

2. Mulchen

Um Unkraut gar nicht erst die Gelegenheit zu bieten, sich im Gemüsebeet anzusiedeln kann Mulch aus Gras oder Stroh verwendet werden. Großzügig im Beet verteilt, hilft der Mulch sprießendes Unkraut zu unterdrücken. Das liegt vor allem daran, dass viele als Unkraut geltende Pflanzen Lichtkeimer sind, denen durch eine ordentliche Mulchschicht also die Grundlage zum Keimen genommen wir. Außerdem haben Unkräuter auf diesem lockeren Untergrund kaum Halt für ihre Wurzeln und können so, selbst wenn sie sich doch einmal durch die Mulchschicht gekämpft haben, leichter entfernt werden. 

 3. Brennesselsud

Zwar fallen Brennesseln oft selbst in die Kategorie Unkraut, allerdings können sie, richtig verwertet, zu einer echten Geheimwaffe gegen andere lästige Gewächse im Beet werden. Jeder weiß vermutlich wie unangenehm die fiesen grünen Blätter auf der Haut brennen können. Genau diesen Effekt kannst Du Dir im Kampf gegen das Unkraut zu nutze machen. Dafür musst Du einfach eine gute Portion an Brennesseln klein hacken (Achtung Handschuhe tragen!) und im Anschluss in einem Gefäß mit  Wasser für circa 10h ziehen lassen. Der hier entstehende Sud kann dann direkt auf das wuchernde Unkraut gegossen oder gesprüht werden. Die Säure der Brennesseln zeigt sich dabei als äußerst wirksam gegen die unerwünschten Gewächse 

 

Gefräßige Schädlinge – So schlägst Du sie alle in die Flucht

1. Schutzpflanzen 

Um Deine Gemüsepflanzen vor hungrigen Schädlingen zu schützen, kannst Du Dir Unterstützung ins Beet holen. Und zwar in Form von Schutzpflanzen. Bestimmte Pflanzen haben nämlich eine abschreckende Wirkung auf Blattläuse, Möhrenfliegen und Co. und sind deshalb eine echte Bereicherung für Dein Gemüsebeet. So sorgen zum Beispiel Duftpflanzen wie Basilikum, Salbei, Dill oder Lavendel mit ihrem starken Geruch dafür, ungebetene Gäste wie Blattläuse oder weiße Fliegen zu vertreiben. Thymian und Rosmarin schmeckt Schnecken so gar nicht und hält sie von Deinen kostbaren Salatblättern fern. Ringelblumen und Kamille zum Beispiel, vertreiben Fadenwürmer und Läuse. Die Liste an Schutzpflanzen ist sehr lang, deshalb empfiehlt es sich bei der Auswahl  auf die jeweiligen Gegebenheiten und Bepflanzung des Gemüsebeetes acht zu geben.

2. Schneckenzäune

Damit gefräßige Schnecken gar nicht erst an Dein Gemüse herankommen, kannst Du ihnen den Zugang durch einen Schneckenzaun erschweren. Den gibt es aus Materialien wie Blech oder Kunststoff schon fertig im Fachhandel zu kaufen. Eine etwas sparsamere Variante ist es Materialien wie Stroh, Holzwolle oder Steinmehl um Dein Beet zu verteilen. Die sind den Schnecken nämlich zu scharfkantig und zu rau und sichern so Dein Gemüse vor den hungrigen Eindringlingen ab.

3. Pflanzenjauche

Schon in unserem letzten ‘Kraut und Rüben’ Beitrag haben wir über Pflanzenjauche und wie sie ganz einfach selbst hergestellt werden kann, berichtet. Aber Pflanzenjauche ist nicht nur ein hervorragender Dünger, sondern auch eine wirksame Hilfe gegen unerwünschte Besucher wie Blattläuse oder Schnecken. Wenn Du Deine Pflanzen im Beet also mit Deiner selbst hergestellten Brennessel- oder Schachtelhalmjauche düngst, schlägst Du quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn Du sorgst nicht nur für die Nährstoffzufuhr Deiner Pflanzen, sondern schlägst damit auch lästige Schädlinge in die Flucht. Bei akutem Blattlausbefall, kannst Du die Blätter Deiner Pflanze auch direkt mit Pflanzenjauche besprühen, wichtig ist jedoch, wie auch beim Düngen, die Jauche vorher unbedingt mit Wasser zu verdünnen. Sonst kann der hohe Nährstoffgehalt dafür sorgen, dass die Blätter selbst geschädigt werden. 

 

Du siehst also – der Kampf gegen Unkraut und Schädlinge kann so simple und gleichzeitig unbedenklich für andere Lebewesen sein. So kannst Du in Zukunft sicher gehen, dass Dein Beet von lästigen Störenfrieden verschont bleibt ohne zur Chemiekeule greifen zu müssen. 

 

Du kriegst gar nicht genug vom Gärtnern? Dann schau Doch mal bei unseren vorherigen ‘Kraut und Rüben’ Beiträgen vorbei! Hier erfährst Du alles was Du rund ums Thema Gemüseanbau im eigenen Beet wissen musst.

 

 

Foto-Credits:thiededesign/ Adobe Stock, ©OFC Pictures/Adobe Stock,©Mister G.C./Adobe Stock

 

Hier geht es weiter in unserer Serie: << Kraut und Rüben – Teil 4: Ökologischer DüngerKraut & Rüben – Teil 6: Gartenarbeit leicht gemacht >>
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