Klein, bio, regional: Das Märchen vom korrekten Fleisch

In großen Schlachtbetrieben werden die Tiere gequält und auf barbarische Art und Weise umgebracht. Deshalb kaufen wir ja auch nur das Fleisch vom Metzger nebenan. Da weiß man noch was man kriegt. Oder?

Die Grillsaison ist wieder eröffnet und wir können wieder Tonnen von toten Tieren aufs Feuer knallen. Wie wir inzwischen alle wissen, hat Rinderhack vom Discounter für 2,59 das Pfund nicht unbedingt die Qualität, die man sich für seinen Burger wünscht.

Billigfleisch ist, da sind wir uns sicher einig, eine riesen Sauerei und mit unbeschreiblichem Tierleid verbunden. Deshalb sollte man sein Fleisch ja auch nur von kleinen, regionalen Metzgern kaufen. Sagt man jedenfalls so.

Billigfleisch vs. „Fleisch aus der Region“

Wegen einer Peta-Recherche wurde 2014 eine Großrazzia im VION-Schlachthof Bad Bramstedt durchgeführt. Bis zu 500 Rinder werden dort täglich getötet und das Fleisch zu Kampfpreisen in Discountern verkauft.

Der VION-Konzern wurde im Zuge der Razzia verurteilt. Fehlbetäubungen, die „Verarbeitung“ von kranken Tieren und andere Fälle von Tierquälerei. Doch wir brauchen nicht zu denken, dass das ausschließlich in großen Betrieben so abläuft.

Aufgrund von Peta-Recherchen in einem mittelständischen Schlachtbetrieb in Baden-Württemberg wurden Ermittlungen durchgeführt, die alle Vorwürfe der Tierquälerei bestätigen.

„Fleisch aus der Region“, so lautet der Slogan des Unternehmens, das zumindest von der Größe her nicht zu vergleichen ist mit dem VION-Schlachthof. Die Methoden  sind aber leider so ziemlich dieselben.

Die Schweine in dem Video sind offensichtlich unzureichend betäubt, während sie bereits am Haken hängen. Andere Schweine, die auf ihren Tod warten, müssen zuvor mit ansehen, wie ihre Artgenossen minutenlange Todesqualen leiden. Für so sensible Tiere wie Schweine ist auch das die Hölle.

Bio-Fleisch als letzte Alternative?

So ganz will man ja aber doch nicht auf sein Steak oder seine Wurscht auf dem Grill verzichten. Deshalb kauft man dann eben nur noch Bio-Fleisch. Das ist wenigstens einigermaßen moralisch vertretbar. Sagt man jedenfalls so. Doch auch der Zahn wird einem mit einem Bericht von Peta recht schnell gezogen.

Auch in diesem Bio-Schlachthof in Baden-Württemberg bieten sich einem grausame Bilder. Wieder dasselbe wie bei den zwei vorher genannten Schlachthöfen: Unzureichend betäubte Rinder und Schweine, die vor Qualen schreiend und quiekend am Haken hängen und wartende Artgenossen, die ihnen dabei zusehen müssen.

Klar, was die Umweltfreundlichkeit und die Haltung der Tiere angeht, gibt es definitiv unterschiedliche Qualitäten an Fleisch. Festhalten können wir allerdings: Egal ob klein und regional, bio oder Billigfleisch, die Qualen, die die Tiere bei der Schlachtung durchleiden, sind meistens dieselben. Lassen wir uns nicht von einem Image täuschen und schauen weiter ganz genau hin.

Gemüse auf dem Grill kann sowieso ziemlich geil sein. Und solange Knoblauch mit keinem Tierleid verbunden ist, ist doch alles in Ordnung.

Hier noch ein SWR-Bericht über den Bio-Schlachthof. Der Behördenleiter vom Landratsamt Esslingen, hat es übrigens ganz richtig erkannt: „Das Töten von Tieren ist mit einem gewissen Leiden verbunden. Es geht nicht ohne.“

 

 Credits: „Fleisch“ von F Delventhal, Lizenz: CC BY 2.0

 

 

 

 

 

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