Just Taste – No Waste: Das Tiffin-Projekt

Nach nachhaltigen Brot- und Lunchboxen aus Edelstahl will ein Berliner Startup nun auch Essen zum Mitnehmen umweltverträglicher gestalten.

Bei 9 von 10 Menschen lässt sich im Blut Bisphenol A (BPA), also Plastik, nachweisen. Nicht nur die Verpackungen im Supermarkt, sondern auch die, in denen wir unsere Pausenbrote oder unser mitgenommenes Essen transportieren, sorgen dafür, dass wir ständig mit Plastik in Berührung kommen.

Dass Plastik für die Umwelt eine riesige Sauerei ist, muss man eigentlich gar nicht mehr dazu sagen. Ressourcen werden verschwendet und Müll produziert, der sich in unserem Ökosystem festsetzt und nicht nur in Form von riesigen Müllinseln im Ozean, sondern auch in Form von Mikroplastik in der Natur und damit in unserer Nahrungskette und am Ende – Überraschung – wieder in unserem Körper auftaucht.

3sat-Beitrag über Plastik in unserem Blut

Nachhaltige Brotboxen

Ein Startup aus Berlin hat sich das vor einiger Zeit zu Herzen genommen und vertreiben bereits Brotboxen, Lunchboxen und Trinkflaschen aus 100 % Edelstahl. Der Gründer von ECO Brotbox, Mustafa Demirtas, kam auf die Idee, weil er als Vater nicht mehr nur für seine eigene Gesundheit verantwortlich war.

So wollte er alle Plastikprodukte aus seinem Haushalt verbannen, was gar nicht so einfach war. Boxen und Flaschen aus Edelstahl gibt es in Deutschland nicht sehr viele im Angebot, dabei ist das Material nicht nur für die Umwelt weniger belastend sondern eben auch für die Gesundheit.

Die Idee der Edelstahlbox, bzw. der Tiffin-Box stammt aus Indien. Dort wird den Menschen ihr Mittagessen schon seit über hundert Jahren in stapelbaren Edelstahlboxen ins Büro geliefert.

So gründete Mustafa ECO Brotbox, einen Onlineshop, in dem man ganz unterschiedliche Behältnisse für Essen und Trinken kaufen kann, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind nachhaltig und nicht gesundheitsschädlich. Doch nur die Pausenbrote von Plastik zu befreien, das war Mustafa nicht genug…

Das Tiffin-Projekt

Zuviel Müll für ein Essen. Pro Take Away entstehen durchschnittlich 30 g Müll. Und das kennen wir auch alle: Essen in mehreren Plastik- und Alubehältern plus Plastiktüte. Da kann der Inhalt noch so Öko sein: Die Verpackung ist es nicht.

Mit dem Tiffin-Projekt will Mustafa zusammen mit seinem Team so viele Berliner Take Away-Restaurants wie möglich ins Boot holen, die dann neben den herkömmlichen Plastikverpackungen auch einer Edelstahlbox als Behältnis zum Mitnehmen anbieten.

Diese Boxen können entweder gekauft werden, oder eben nur ausgeliehen. Fürs Ausleihen muss man nicht einmal draufzahlen und man hat dann sieben Tage Zeit, die Tiffin-Box wieder zurückzubringen.

Die Crowdfunding-Kampagne des Tiffin-Projekts ist zwar schon vorbei, war aber mit 761 Supportern sehr erfolgreich und so wird es bald die ersten Partnerrestaurants in Kreuzberg geben, in denen man sein Essen in der Tiffin-Box mitnehmen kann. Unterstützen könnt ihr das Projekt trotzdem, indem ihr anderen davon erzählt und vor allem die Läden unterstützt, die die Tiffin-Boxen als Behälter anbieten.

 

Credits: Bild von dastiffinprojekt.org; Produktbild von ECO Brotbox

 

 

Written By
More from Lisa Stanew

Grillen mit Seitan-Steaks: eine gute Alternative?

Seitan. Das ist der wohlklingende Name für „Weizenkleber“, das immer beliebtere Produkt...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.