Itchy Poopzkid: Es gibt zu viele abgestumpfte Idioten

Itchy Poopzkids neues Album kommt im April 2015. Hoffentlich können wir dann sagen: „Wow, das ist ja tatsächlich das beste Album der Musikgeschichte“. Ansonsten kloppen wir dieses Interview einfach in die Tonne. Itchy Poopzkid, ihr habt es so gewollt!

Außer zu ihrem Album haben Itchy Poopzkid auch noch zu anderen Dingen eine Meinung. Was zum Beispiel unsere Gesellschaft mit Songs von Cro gemeinsam hat? Lest selbst!

GREENALITY: Liedansagen habt ihr drauf. Und jetzt haut mal ne Interviewansage raus!

Panzer: Wooohoooo Interview! Gute Fragen – miese Antworten, here we go! Seid ihr alle gut drauf!?!

Sibbi: Damit wäre das Niveau für dieses Interview auch gesichert…

GREENALITY: Ganz klar, ihr seid´ne Live-Band. Ein Leben lang auf Tour – wär‘ das was? Dann müsstet ihr nur jemanden haben, der für euch die Studioarbeit erledigt.

Sibbi: Das wäre auf jeden Fall was. Wobei wir schon auch sagen müssen, dass gerade die Abwechslung von Club-Touren, Festivals, Songs schreiben und Songs aufnehmen das Musikerdasein so interessant und spannend macht. Die Konzerte sind aber auf jeden Fall der wichtigste und spaßigste Part unseres Jobs. Den wir übrigens nicht als solchen ansehen.

GREENALITY: Wenn ich von einem Konzert komme, denke ich unmittelbar danach immer, dass das einfach das Non plus ultra war, was ich da gerade gesehen habe. Fühlt es sich für euch auch so an, oder lässt die Euphorie nach, wenn man zig Konzerte im Jahr spielt?

Panzer: Direkt nach einem Konzert werden erstmal gegenseitig Vorwürfe vorgetragen: „Du hast bei dem Lied wieder total deine Akkorde vertauscht!“ oder „Und du…lern du erstmal deine Texte auswendig!“ oder „Alter, bring jetzt endlich mal deinen Verstärker in die Reparatur!“. Wenn diese erste hitzige Phase dann überstanden ist, liegen wir uns aber innig verschwitzt in den Armen und freuen uns, wie geil das auf der Bühne mal wieder war. Ganz im Ernst: Konzerte spielen ist, wie Sibbi grade schon gesagt hat, auch nach 800 gespielten Shows immer noch die beste Sache der Welt und langweilig ist uns dabei noch nie geworden.

GREENALITY: Für die Club Disaster Tour 2015 gibt es fünf Termine. Es sind auch schon drei davon ausverkauft! So‘n paar Clubs und dann die großen Festivals – ist das der Plan?

Sibbi: Ja, die erste Release-Tour haben wir dieses Mal ganz bewusst in ein paar wenige kleine Clubs gelegt, um einfach in einer ganz besonders verschwitzten Atmosphäre das neue Album vorzustellen.

GREENALITY: Panzer, du bist Vegetarier. „Wurst isst du doch noch? Das ist doch nicht wirklich Fleisch, oder?“, war das skurrilste, das ich mir dazu bis jetzt anhören musste. Naja, auch Oma lernt ja nie aus… Hast du schon ähnliches erlebt?

Panzer: Ja, da gabs schon viele lustige Gespräche. „Ich versteh ja, dass du keine Tiere essen willst, aber das ist doch nur Pute!“ fand ich eigentlich am schlüssigsten bis jetzt. Ansonsten wird oft auch nicht verstanden, warum man als Vegetarier auch keinen Fisch isst oder wieso man beispielsweise keine Artikel mit Leder kauft. Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen, dass sich das Angebot und das Verständnis für Nicht-Fleischesser in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Man wird sogar nicht mal mehr ausgelacht!

GREENALITY: Kann man rebellisch sein, indem man ein guter Mensch ist? Vor allem in einer Welt, in der viele auf alles scheißen und das auch noch feiern.

Panzer: Wir versuchen einfach, nicht als abgestumpfte Idioten durch die Welt zu latschen. Es gibt viel zu viele Dinge, über die es sich lohnt, Gedanken zu machen, sie zu hinterfragen und ggf. auch dafür oder dagegen auf die Strasse zu gehen. Ich finde, ein Großteil der Einstellung unserer Generation lässt sich ganz gut mit Songs von CRO vergleichen: Alles ist immer schön, alle feiern ständig und die Sonne ist ja sowieso auch immer da. Das ist alles so belanglos, dass es mich zu Tode nervt und gleichzeitig zum Einschlafen animiert. Wir als Band halten uns zwar auch sehr gerne am Bierkrug fest und feiern uns und das Leben, aber auf der anderen Seite finden wir es trotzdem wichtig, reflektiert durchs Leben zu gehen und nicht so zu tun, als gäbe es hier nicht tausende Probleme, bei denen man nicht einfach immer wegschauen kann.

GREENALITY: Im neuen Song „Out there“ kündigt ihr selbst euer kommendes Album an: „I swear you never seen anything quite like it. You want it bad but you just don’t know it yet”. Bescheidenheit ist auch nicht so euer Ding, oder?

Sibbi: Der Songtext bezieht sich eher auf etwas anderes. Nämlich auf die Personen, vermehrt zum Beispiel in Berlin anzutreffen, die immer berichten, dass sie was Krasses am Start haben, sie hier und dort ein Projekt am laufen haben und generell eh bald die ganze Welt erobern werden. Viele dieser Typen tragen übrigens auch im Sommer einen Schal.

GREENALITY: Achso, na dann haben jetzt auch wir den Song verstanden. Nächste Frage… Letztes Mal haben euch alle auf das Piratending festgenagelt. Naja, ihr auch irgendwie selbst. Gibt es beim kommenden Album auch wieder einen „Aufhänger“ oder ein Konzept, auf das wir uns freuen dürfen?

Sibbi: Ja, der Plan ist, dass uns beim neuen Album alle auf dieses „Wow, das ist ja tatsächlich das beste Album der Musikgeschichte“ festnageln.

GREENALITY: Da wären wir also doch wieder beim Thema Bescheidenheit (lacht).

Mit „Why still bother“ habt ihr auf das Problem Unterwasserlärm aufmerksam gemacht und damit Sonarsucks unterstützt – eine sehr schöne Aktion für den Tierschutz und gleichzeitig ein starker Song. Wird es etwas Vergleichbares auch auf dem kommenden Album geben – einen Song mit Mehrwert?

Panzer: Es wird auf dem nächsten Album auch wieder Songs mit kritischen Inhalten geben, und das Thema Meeresschutz ist für uns nach wie vor aktuell. Die tollen Leute von Sea Shepherd werden uns auch 2015 wieder auf unseren Touren begleiten und mit einem eigenen Stand dabei sein. Ansonsten gibt es auf unserer nächsten Platte aber auch viele Songs mit persönlichen Geschichten und eine gute Schaufel Sarkasmus ist ebenfalls auf dem Album zu finden. Wir sind alle ziemlich stolz auf das, was wir da aufgenommen haben. Ihr dürft also gespannt sein!

Und jetzt heißt es noch entweder oder!

In einer WG oder alleine wohnen?
Panzer: WG im Tourbus.

Daniel Aminati oder Jan Böhmermann?
Panzer: Über letzteren hab ich zumindest schonmal gelacht.
Sibbi: Wer ist Daniel Aminati?

Linsen oder Spätzle?
Sibbi: Das Interview ist hiermit beendet!
Panzer: Uns Schwaben so eine Frage zu stellen, ist echt ein Frevel sondergleichen.

Wizo oder Slime?
Panzer: Also wenn schon, dann Terrorgruppe.

Facebook: Itchy Poopzkid
Eigene Website


Hier geht’s zu den Tickets für die Club Disaster 2015 Tour

Written By
More from Inga Raspe

Mahlzeit! – Pak Choi & Austernpilz-Wok

Ist dir auch schon auf­ge­fal­len, dass der Pak Choi seit eini­ger Zeit...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.