Insektenhotels – originell und nützlich

Erst seit rund 20 Jahren ist in Deutschland angekommen, was man in England schon seit dem 19. Jahrhundert kennt: Insektenhotels. Und diese dienen nicht nur der Beobachtung der kleinen Tiere.

Ein Insektenhotel ist eine vom Menschen geschaffene Unterkunft, in der unterschiedliche Insektenarten überwintern. Viele der Bewohner ziehen in dieser Behausung auch ihre Brut auf.

Die Nisthilfe ist insbesondere für die Wildbienen- und Hummelarten wichtig, die vom Aussterben bedroht sind. Insofern trägt das Insektenhotel zur Artenerhaltung bei.

Die Ausstattung des Insektenhotels sowie der Standort entscheiden, welche Insektenarten sich ansiedeln werden.
Neben Bienen und Hummeln kann es Wespen, Florfliegen, Marienkäfer oder Schmetterlinge anziehen.

Staatenbildende Insekten benötigen sehr viel Raum für eine artgerechte Unterbringung.
Entsprechend groß muss der Rückzugsraum im Insektenhotel sein. Jede Insektenart bevorzugt eine individuelle Größe des Einflugslochs, bestimmte Nistmaterialien, Nahrungsquellen für sich und die Aufzucht der Brut sowie einen geeigneten Standort.

Wenn ihr einen besonderen Wert auf die Bestäubung eurer Obstbäume legt, solltet ihr ein Insektenhotel auswählen, das viele große Kammern zur Beherbergung von Bienen, Wespen und Hummeln besitzt.

Erdhummeln ziehen übrigens Kästen vor, die knapp über dem Erdboden aufgestellt werden. Haben in der Vergangenheit viele Schädlinge den Garten bevölkert, lohnt es sich, Überwinterungsabteilungen für Ohrwürmer und Marienkäfer einzurichten.

Das Insektenhotel könnt ihr natürlich online oder im Baumarkt kaufen. Viel mehr Spaß macht es jedoch, eine eigene Nisthilfe zu bauen. Ihr benötigt lediglich einige Bretter, etwas Küken- oder Kaninchendraht sowie unterschiedliche Füllmaterialien. Wer von euch viel Spaß am Basteln hat, denkt sich vielleicht eine umfangreichere Konstruktion aus.

Euren Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. Beispielsweise könnt ihr euer Insektenhotel mit einem Erdhummel-Kasten kombinieren und dem Ganzen anstelle des Spitzdachs ein Flachdach mit Überstand aufsetzen. Dieses bildet den perfekten Untergrund für eine Dachbegrünung.

Der Standort spielt bei einem Insektenhotel eine große Rolle. Wind- und regengeschützt muss es sein. Wichtig ist außerdem, dass ihr den Insekten bereits im zeitigen Frühjahr ausreichend Nahrung zur Verfügung stellt. Hummeln beispielsweise fliegen bereits bei Temperaturen um die 10 Grad Celsius.

Sie steuern die ersten Frühblüher wie Krokusse, Blausterne und früh blühende Obstbäume an. Bienen suchen ihre Nahrung erst, wenn es etwas wärmer ist. Dann stehen unter anderem die Apfel- und Birnenbäume in voller Blüte. Auch eine Ziergehölzhecke bietet viel Nahrung.

In diesem Beitrag des BR findet ihr eine Anleitung zum Bau eines Insektenhotels:

Man kann übrigens auch einfach ein ausrangiertes Möbelstück, z.B. ein altes Regal, zu einem Insektenhotel umfunktionieren. So muss man kein Geld für Holz ausgeben, man hat wesentlich weniger Arbeit und sich den Sperrmüll gespart...

Credits: „Fotowettbewerb: Wildbienenhotel 002“ von wissenschaftsjahr, Lizenz: CC BY 2.0

Written By
More from Lisa Stanew

Folge 8: Über Tintenfische

Alle freuen sich! Endlich bereichere ich nicht nur meinen Freundeskreis, sondern auch...
Read More

2 Comments

  • Insektenhotels sind super! Nicht nur, dass sie der Umwelt einen riesen Nutzen tun, sie helfen auch uns bei der Schädlingsbekämpfung! Hoffentlich hört es irgendwann auf, dass Bienen, Wespen etc. als Ungeziefer bezeichnet werden, denn das sind sie nicht! Nützlinge hingegen ist das absolut richtige Wort! Wäre soo super, wenn es irgendwann genauso Normalität ist, sich ein Insektenhotel in den Garten zu stellen, wie es bei Vogelhäuschen ja schon der Fall ist.

    Wichtig ist dazu, denke ich, aber auch, dass den Hotelgästen die richtige Umgebung dazu bereitgestellt wird. Wenn ein Insektenhotel wirklich Lebensraum bieten und ausgelastet werden soll, dann ist es wichtig, eben, dass genügend Nahrung am Standort auffindbar ist. Sterile Grünflächen und importierte Blühpflanzen können das nicht sein. Nur einheimische Blumen, Wildkräuter etc. kommen dafür in Frage.

    LG Enrico

  • Ein guter Artikel, wie ich finde. Leider sterben immer mehr Insekten aus, deshalb ist es wichtiger den je, dass man versucht, immer mehr Menchen dafür zu sensibilisieren, sich für den Insektenschutz einzusetzen – so z. B. durch das gezielte Anbringen von Nisthilfen, welche spezifisch für unterschiedliche Insekten ausgestattet sind.

    Herzliche Grüße,
    Vera Schott

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.