Im Gespräch mit SUMMTGART

Honig ist ein natürliches Süßungsmittel, das, wie wir alle wissen, von Bienen kommt. Aber wisst ihr auch wie die Bienen gehalten werden? In Stuttgart zum Beispiel gibt es eine Imkerei auf dem Rathausdach – zentral in der City gelegen.

Als wir davon gehört haben, waren wir ganz schön aus dem Häuschen. Bienenhaltung in der Stadt ist mal was anderes, etwas, das man so nicht unbedingt kennt. Aus diesem Grund gibt es hier und jetzt ein kurzes Interview mit Summtgart!

GREENALITY: Summtgart: Eine echt ausgefallene Idee. Aber wie kommt man darauf eine Imkerei in einer Stadt wie Stuttgart zu gründen? Dazu gesagt: nahe des Stadtzentrums?

SUMMTGART: Stuttgart gefällt den Bienen und den Stuttgartern gefallen die Bienen. Den Bienen geht es heutzutage in der Stadt besser wie auf dem Land. Es werden wenig bis gar keine Pestizide ausgebracht. Die Flora besteht hier nicht nur aus Monokulturen. Den Feinstaub filtern die Bienen raus. Und zwischen Mensch und Biene gibt es eine tiefe Anziehung, die man schon historisch finden kann. Wir erleben eine richtige Sehnsucht der Bürger unserer Stadt nach Natur, und gerade Bienen sind ein Phänomen das Begeisterung auslöst.

GREENALITY: Bienenvölker auf den Dächern Stuttgarts, das ist nun wirklich kein Normalfall. Wie genau kann man sich das denn vorstellen?

SUMMTGART: Wir haben ursprünglich die Idee der Imkerei auf dem Dach angestrebt, um auf die Thematik Honigbienen und Wildbienen aufmerksam zu machen mit dem Verein Bienenschutz Stuttgart. Unserer Honigbiene geht es nicht gut und Ihren Verwandten, die Wildbienen, sind noch stärker bedroht. Als Dach haben wir deshalb ganz bewusst ein prominentes Dach angestrebt, das Rathausdach. Neben dem, dass man mit dem Paternoster zu seinen Bienen fährt und ab und an mal die Presse oder den Oberbürgermeister dabei hat, ist alles wie auf dem Boden.

GREENALITY: Ich persönlich kenne Imkereien und Bienenvölker nur vom Land. Kann man den Bienen in der Stadt denn tatsächlich alles bieten?

SUMMTGART: Gerade in der Stadt, lässt sich den Bienen noch einiges bieten. Die neue Natur ist die Stadt. Die Brachflächen, die Parkanlagen und die wunderbaren Alleen sind ein toller Schmaus für die Nektarsucher.

GREENALITY: Euer Honig ist mit dem Demeter-Siegel zertifiziert und kommt aus einer ausgefallenen Location. Schmeckt man da auch einen Unterschied?

SUMMTGART: Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen zum Geschmack unseres Honigs. Wir können hier in der Regel natürlich „nur“ Saisonale Honige ernten. Aber diese sind sehr würzig durch die Linde und Ahorn. Am Besten selbst probieren. Aber Honig hat nicht nur eine Geschmackskomponente, sondern ist eine Wohltat für Geist und Körper. Gerade regionaler Honig. Unsere umgebende Natur produziert das, was hier benötigt wird, die Bienen bringen davon wertvolle Stoffe wie Nektar und Propolis zu uns.

GREENALITY: Wie kann man sicherstellen, dass man die Demeter-Anforderungen erfüllt? Speziell bei euch, da euer Standort ja ziemlich zentral liegt.

SUMMTGART: Die Belastungen bzw. Rückstände sind kein Thema, wie erwähnt. Für die Demeter-Zertifizierung, die neben einer Wachskontrolle im Labor besteht, ist die Art der Maßnahmen des Imkers relevant. Wir betreiben eine wesensgemäße Bienenhaltung, wie Sie Demeter auch fordert. Die wesensgemäße Imkerei orientiert sich an den Bedürfnissen der Bienen und sieht das Bienenvolk als Organismus. Zentrale Punkte für die Haltung daraus sind:  Die Vermehrung über den Schwarmtrieb, reiner Naturwabenbau im Brutnest und keine künstliche Königinnenzucht.

GREENALITY: Ich habe gesehen, ihr bietet auch Seminare an. Was lernt man bei euch und für wen ist so ein Seminar denn von Interesse?

SUMMTGART: Bei den Seminaren versuchen wir den Teilnehmern die ökologische & wesensgemäße Bienenhaltung näher zu bringen. Wir bieten zum einen ein eintägiges Einführungsseminar für Bienenhaltungs-Interessierte an, zum anderen aufbauend ein Vertiefungsseminar, oder für Imker, die von der konventionellen Imkerei umsteigen möchten, ein Umstellungsseminar. Die beiden letztgenannten Seminare finden über den Jahresverlauf statt. Speziell bei dem Vertiefungsseminar stellen wir jedem Teilnehmer ein Bienenvolk zur Verfügung, um erst mal die Nähe aufzubauen. Im Anschluss kann man dann das Bienenvolk übernehmen.

GREENALITY: Das klingt nach interessanten Themen! Wir bedanken uns für das Interview mit euch und freuen uns, euren Honig bei uns zu probieren!

 

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Credits: „Bienen im Garten“ von Rainer Stropek, lizensiert nach CC BY 2.0; „Pollen und frischer Nektar“ von Maja Dumat, lizensiert nach CC BY 2.0

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