GravityLight: Licht aus Schwerkraft

Eine revolutionäre Idee: Mit einer kleinen LED-Lampe mit Mini-Generator sollen bald zahlreiche Haushalte in Afrika und Asien erleuchtet werden.

In vielen ärmeren Ländern leben die Menschen ohne Anschluss ans Stromnetz. Wenn die Sonne untergeht ist der Tag vorbei. Die, die ein bisschen mehr Geld haben, verbringen den Abend im Schein von Kerosin-Lampen, deren Dämpfe giftig sind…

Eine Lampe, die weder Strom, noch fossile Brennstoffe benötigt…

Im Dezember 2012 wurde bereits in der Wiwo Green  über die beiden Briten Martin Riddiford und Jim Reeves berichtet. Die beiden hatten eine Lampe entwickelt, die komplett ohne Strom und fossile Brennstoffe auskommt.

Die LED-Leuchte hat einen Mini-Generator eingebaut. Der wird angetrieben, indem man an einem Seil zieht, an dem auf der anderen Seite ein rund zehn Kilo schweres Gewicht hängt.

Das Gewicht wird langsam von der Schwerkraft zu Boden gezogen. Ca. 25 Minuten lang spendet die Lampe dann Licht. Je nach Füllung und Einstellung der Lichtstärke. Dann muss das Gewicht wieder angehoben werden.

Als Gewicht kann alles benutzt werden, was man finden kann. Steine, Sand oder Ähnliches. Die Lampe wird nämlich mit einem Kunststoffsack geliefert, der befüllbar ist mit allen möglichen Materialien.

Hier könnt ihr nochmal nachschauen, wie die Leuchte aussieht und funktioniert. Außerdem gibt’s da auch noch ein Video dazu:

GravityLight: lighting for the developing countries from Therefore on Vimeo.

Nächstes Jahr sollen die Lampen in Massenproduktion gehen

Über eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo sammelten sie 2013 das nötige Geld, um mit den Lampen in Produktion zu gehen. Das neue Startup von Riddiford und Reeves heißt Deciwatt. Hunderte von Gravity Lights sind bereits zu Testzwecken unter die Leute gebracht worden.

Höchstens sechs Dollar soll eine Lampe kosten. Das sind umgerechnet ca. 4,50 Euro. Und das sind einmalige Ausgaben. Denn weder braucht es neue Batterien, noch Kerosin, noch irgendeine andere Stromquelle. Also keine Folgekosten.

Außerdem wird nicht einmal Solarenergie benötigt. Das bedeutet, dass die Menschen komplett unabhängig von Sonneneinstrahlung ihre eigene Lichtquelle haben (so cool auch Aktionen wie A Liter of Light sind).

Der einzige Nachteil ist das vergleichsweise schwache Licht, das von dem GravityLight ausgeht. Das Ausleuchten eines ganzen Raumes wird schwierig, jedenfalls, wenn man überall etwas sehen möchte.

Es ist also nicht vergleichbar mit einer normalen Deckenlampe. Zum Lesen vor dem Einschlafen oder Studieren und zum spärlichen Beleuchten eines Raumes reicht es allerdings aus.

Die Entwickler wollen nun noch weiter gehen und Akkus, Radios und Leselampen entwickeln, die nach dem selben Prinzip funktionieren. Ein guter Plan, der hoffentlich auch so konsequent und kompromisslos umgesetzt wird wie der erste. Ich bin auf jeden Fall schon Fan von dieser Licht-Revolution.

Hier ein Vortrag von Jim Reeves, einem der Entwickler, über das Gravity Light:

 

Ein Artikel über das Gravity Light bei neuerdings.com: http://neuerdings.com/2012/12/20/gravity-light-schwerkraft-lampe/

und der Wikipedia-Eintrag: http://en.wikipedia.org/wiki/GravityLight

 

Credits: „Light For you“ von Umberto Rotundo, Lizenz: CC BY 2.0

 

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