Flasche leer: Nachhaltige Neuheiten für den Getränkemarkt

Flasche leer – und was jetzt? Was gibt es eigentlich so für ökologisch korrekte Alternativen zur Glasflasche?

Es gibt einiges an Getränkebehältern. Generell sollten wir immer, nicht, wie ich als alte Öko-Tante denken würde, Glasflaschen, sondern Mehrwegflaschen aus Plastik kaufen. Die belasten die Umwelt am Wenigsten. Allerdings bedeutet das immernoch, dass wir weiterhin umweltschädliches Plastik verwenden. Wir sind doch heutzutage so weit mit der Forschung. Gibt’s da eigentlich nicht mal was Neues?

Die Bierflasche aus Pappmaché

Klar, gibt’s da was. Und zwar aus Dänemark. Zusammen mit Dänemarks technischer Hochschule hat der dänische Braukonzern Carlsberg nun eine Bierflasche entwickelt, die aus recyceltem Zeitungspapier besteht.

Der dänische Verpackungshersteller Ecopax ist die ausführende Firma für die Green Fiber Bottle, die bis jetzt noch nicht in die Massenproduktion gegangen ist, da die Herstellung bis jetzt noch sehr aufwendig ist.

Auch wenn es sich gar nicht so aufwendig anhört: Altpapier wird zerkleinert und dann zu Pappmaché verarbeitet, das in Flaschenform gegossen und getrocknet wird. Das Ganze geschieht mit einer patentierten Pappmaché-Herstellungsmethode (tolles Wort..), die im Vergleich zu herkömmlichen Methoden bis zu 80 Prozent Energie spart.

Die Herstellung soll also besonders ökologisch sein, genau wie die Entsorgung: die Pappflaschen können ganze einfach im Altpapiercontainer entsorgt werden oder sogar auf dem Kompost, da sie biologisch abbaubar sein sollen.

Nie wieder diese verdammt schweren Bierkästen schleppen und noch was für die Umwelt tun: Ganz nach unserem Geschmack, oder? Na, dann entwickelt mal fleißig weiter, liebe Dänen und Däninnen!

Interview auf Englisch über die Green Fiber Bottle

Die PlantBottle von Coca Cola

Bei dem Thema kann ich unseren Lieblingskonzern leider nicht ignorieren. Coca Cola ist es anscheinend gelungen, aus pflanzlichem Zucker eine PET-Flasche herzustellen. Ohne Erdöl. Rein pflanzlich.

Zuckerrohr und Abfälle aus der Zuckerrohrgewinnung werden laut Unternehmen als Rohstoffe zur Herstellung der PlantBottle verwendet. So könnte man durchaus Ressourcen einsparen.

Allerdings besteht die Flasche zwar aus biologischen Rohstoffen, ist aber nicht wie die Pappflasche von Carlsberg biologisch abbaubar. Damit ist das Problem der umweltfreundlichen Entsorgung ohne Pfandsystem leider nicht gelöst. Und das sollte die eigentliche Aufgabe von Coca Cola sein.

Immerhin hat der Konzern vor Kurzem erst richtig miese Schlagzeilen gemacht hat, weil er keine Mehrwegflaschen mehr benutzen möchte. Aber mit PR hat dieses Projekt ja sicher nichts zu tun, sondern bestimmt nur mit einem lobenswerten Verantwortungsbewusstsein unserer Welt gegenüber. Wer das nicht glauben kann, ist einfach nur ein Zyniker. Oder in meinem Fall eine Zynikerin.

Die PlantBottle von Coca Cola

Der essbare Getränkebehälter

Inspiriert von der Molekularküche haben drei Londoner Industriedesign-Studenten „Ooho“ entwickelt, eine Blase mit einer Doppelmembran, in der Flüssigkeit gespeichert und transportiert werden kann.

Natriumalginat und Kalziumchlorid sind die einzigen Zutaten, die man braucht, um eine solche Wasserblase herzustellen. Kann man also auch selber machen, indem man sich die Stoffe ganz easy im Internet bestellt.

Die Mischung muss einfach eine Weile ruhen und kann dann Flüssigkeit transportieren und ist dazu noch verdaulich. Ganz simpel das Ganze. Aber natürlich leider keine echte Konkurrenz zur Glasflasche. Obwohl die Vorstellung natürlich traumhaft ist, dass wir unseren Müll einfach selbst aufessen. Und man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Hier ein DIY-Video, wie man sich seine eigenen Wasserblasen herstellen kann

 

Credits: „Bottles“ von Craig Kirkwood, lizensiert nach CC BY-SA 2.0

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