Einstieg in einen veganen Lebensstil – doch nicht so schwer wie gedacht?

Ein veganes Leben führen – unvorstellbar? Oft ist ein veganer Lebensstil mit Vorurteilen behaftet. Eine vegane Ernährung ist teuer, das sind doch sowieso nur Beilagen und Veganer:innen leben nur in ihrer eigenen Bubble. Ob das so wirklich stimmt, ist fragwürdig. Aus diesem Grund haben wir die Expert:innen von Super Jami Kitchen im Rahmen des World Vegan Day am 1. November interviewt, um etwas Klarheit zu diesen Vorurteilen und Fragen zu schaffen.

Wenn das Wort „vegan“ fällt, denken viele Leute zuerst einmal nur an die bloße Ernährung. Hierbei werden alle Produkte mit tierischen Bestandteilen wie beispielsweise Eier, Honig oder Milchprodukte gemieden. Doch hinter einem veganen Lebensstil steckt noch viel mehr. Hier sind einige Bereiche des Lebens, in denen man genauso auf tierische Bestandteile verzichten kann:

Kosmetik

Auch in kosmetischen Artikeln befinden sich immer wieder tierische Produkte. Das schließt auch Naturkosmetik nicht aus, denn dort sind oftmals Inhaltsstoffe wie Honig oder Milch enthalten. Genauso gibt es trotz der Richtlinien noch immer Marken, die ihre Produkte mit Hilfe von Tierversuchen produzieren. Hier kannst Du mehr darüber herausfinden, wie Du vegane, tierversuchsfreie und Naturkosmetik unterscheiden kannst.

Doch es gibt gute Nachrichten, denn die Auswahl an veganer Kosmetik wächst, sodass immer mehr Hersteller:innen auf ganze Produktsortimente setzen, die komplett vegan sind. 

Hier findest Du etwas Inspiration zu Kosmetikartikeln aus dem GREENALITY Shop.

Um schnell herauszufinden, ob ein Produkt nun wirklich vegan ist, bietet sich abgesehen vom Lesen der Inhaltsstoffe außerdem die App CodeCheck an. Mit dieser kannst Du ganz einfach den Strichcode des Produktes scannen oder nach dem Namen suchen. Mithilfe personalisierter Filterfunktionen kannst Du so ganz einfach sehen, ob es sich um ein veganes Produkt handelt oder ob Du Dich doch lieber für eine vorgeschlagene Alternative entscheiden möchtest.

Textilien

Pelz oder Leder sind ganz offensichtlich keine Textilien, die vegan sind. Doch es gibt auch unscheinbare Stoffe, die tierischen Ursprungs sind. Viele Konsument:innen wissen oft gar nicht, dass Seide zum Beispiel aus Kokonfasern des Seidenspinners gewonnen wird und diese teilweise sogar in kochendem Wasser getötet werden. Eine Alternative dazu ist Modal, das gerne als vegane Seide bezeichnet wird.

Auch in Jacken, die mit Bienenwachs beschichtet sind oder Knöpfen, die aus Horn hergestellt werden, befinden sich also tierische Bestandteile.

Hier findest Du eine Auswahl an Marken aus dem GREENALITY Shop, die zu 100% vegane Stücke herstellen:

Liebesleben

Tatsächlich zählt auch das Liebesleben zu einem Bereich, in dem Veganismus meist unter den Tisch fällt. Denn allein die Suche nach veganen Verhütungsmitteln stellt eine Hürde dar. Welche Verhütungsmittel nun wirklich vegan sind und welche nicht, das erfährst Du hier.

Aber nun zu einem besonders großen Bestandteil eines veganen Lebensstil:

Ernährung

Wir haben uns mit Kathi, der Inhaberin von Super Jami Kitchen, unterhalten. Sie hat uns Fragen zu ihrem Unternehmen und einer veganen Ernährung beantwortet.

Kathi, was ist denn Super Jami Kitchen?

„Huhu, ich bin Kathi von Super Jami Kitchen, Küchenchefin und Inhaberin. Wir sind ein kleines Inhaberin geführtes Restaurant. All unsere Speisen sind rein pflanzlich und wir achten natürlich auf regionale und saisonale Produkte. Was wir im Winter nicht regional bekommen, landet nur aus biologischem Anbau auf dem Teller.“

Was für eine Idee steckt dahinter?

„Seit meinem Studium an der Kunst Akademie hier in Stuggi arbeite ich in der Gastro und habe mich immer und immer mehr verliebt. Meine Diplomarbeit war schon ein Kochbuch mit eigenen Rezepten (Kochen ohne Tiere) und hat dann endgültig den Weg für mich in die Küche bereitet. Nachdem mein wundervoller Boyfriend Roman aus den Staaten nach Stuttgart gezogen ist, war schnell klar, dass wir etwas eigenes machen wollen. Er hatte viel Küchenerfahrung gesammelt und ich über die Jahre neben dem Studium auch. Durch einen verrückten Zufall flog uns dann noch eine Location zu, in der wir nun seit 7 Jahren den Kochlöffel schwingen.“

Was für Vorteile kann denn eine vegane Ernährung haben?

„Per se würde ich sagen, dass sie Vorteile haben kann, aber nicht muss. Denn wer sich nur von Pommes und Beyond Meat Burger o.ä. ernährt, wird auf Dauer auch nicht den fittesten Körper besitzen. Grundsätzlich ist es aber so, dass die pflanzliche Ernährung ohne Cholesterin auskommt und durch das viele Gemüse sehr viel gute Nährstoffe aufgenommen werden.“

Wie steigt man am besten in eine vegane Ernährung ein?

„Vor allem unverkrampft, je strikter man sich die Regeln setzt, desto eingesperrter und unfreier fühlt man sich. Also step by step… Erstmal die Kuhmilch weglassen und die Alternativen testen und langsam steigern, bis der Kühlschrank nur noch Pflanzliches enthält. Fertigprodukte und Restaurant Speisekarten werden erstmal neuer Lesestoff, da doch in vielen zubereiteten Produkte ein tierischer Bestandteil steckt. Das ist die erste Zeit anstrengend, aber man hat schnell raus, was geht oder was nicht.“

Stimmt es, dass vegane Ernährung wirklich so teuer ist, wie es immer behauptet wird?

„Sie kann es sein, muss aber nicht. Wer sich saisonal ernährt und gerne selbst Speisen zubereitet, hat es einfach. Wer natürlich mehr auf belegtes Brot und fertiges Essen steht, kann schon mal tiefer in die Tasche greifen müssen. Je mehr man selbst kocht, desto billiger ist es. Vor allem, wenn man viele teure Zusatzprodukte weglässt und einfache Varianten wie z.B. Banane, Sojamehl oder Leinsamen als Ei-Ersatz nimmt statt einem teuren Fertigprodukt, das das Ei ersetzt. Wir selbst verwenden keine Fertigware, keine Fleischprodukte und auch keinen fertigen Käseersatz. Bei uns wird alles selbst hergestellt und wir setzen lieber das Gemüse in Szene.“

Wie sieht es mit Nahrungsergänzungsmitteln und beratenden Arztbesuchen aus, wenn man sich vegan ernährt?

„Ich würde schon empfehlen, dass man sich einmal im Jahr auf B12 testen lässt bzw. ein Blutbild macht. Jeder Körper ist anders und benötigt mehr oder weniger Support. Better safe than sorry!“

Zum Schluss haben wir Kathi noch gefragt, was denn gute Rezepte für Einsteiger:innen sind. Sie meint, dass es gut sei, vor allem am Anfang verschiedene Aufstriche und Dips auszuprobieren. Denn das fehle zu Beginn schon sehr, die ordentlichen Brotbeläge.

Hier findest Du zwei Rezepte für Brotbeläge/Dips, die von der Portion her für ca. 4 Personen reichen:

Guacamole

2 Avocados

3 TL Limettensaft

1/2 BUND Koriander (optional)

1/2TL Salz

Die Avocados mit einer Gabel zerdrücken und den Koriander hacken. Das Ganze dann anschließend mit Limettensaft und Gewürzen vermengen.

 

Pesto Rosso

75g geröstete Cashewkerne

75g getrocknete Tomaten

1/2 Bund Petersilie

1-2 Knoblauchzehen

1-2 TL Zitronensaft

200ml Öl

100ml Wasser

2 TL Salz 

1/4 TL Pfeffer 

Die Tomaten, Knoblauch und Cashews mit dem Öl und Wasser pürieren (eher etwas grober). Dann Zitronensaft und Gewürze hinzufügen. Die Petersilie hacken und untermischen. Das passt perfekt als Pasta oder als Brotaufstrich.

Für andere vegane Leckereien gibt es hier noch Inspiration:

Ein veganer Lebensstil – bist Du bereit?

Fazit ist, dass man sich beim Einstieg in ein veganes Leben nicht direkt alles verbieten sollte, sondern sich eher langsam herantastet und ausprobiert. Das können am Anfang schon mehrere Lebensbereiche sein oder auch einfach die Kuhmilch, auf die verzichtet wird. Da kann jede Person ganz in ihrem eigenen Tempo vorgehen.


Foto-Credits: ©Claudio Schwarz/Unsplash©Maya/GREENALITY, ©Super Jami Kitchen

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