Ein Leben ohne… – gelebter Verzicht

Reusable shopping bag, plastic free, eco living and Zero waste concept

In unserer Welt läuft einiges schief. Das Meer ist voller Plastik, die Müllberge, die wir produzieren, werden immer größer, Geld wird immer wichtiger, wir haben von allem zu viel uns wollen trotzdem mehr, Tiere werden für unseren Genuss gequält und getötet. War’s das? (Guter Witz, ich weiß). Jetzt kann man sich das Ganze in Ruhe anschauen, oder sich denken: „Ohne mich!“. Das tun immer mehr Menschen und teilweise stellen sie ihr Leben extrem auf den Kopf. Diese Menschen leben den Verzicht und führen „ein Leben ohne…“

Ein Leben ohne Geld

Heidemarie Schwermer schafft es, ohne Geld zu leben. Eine ziemlich coole Omi!

Habt ihr etwas mehr Zeit mitgebracht? Dann schaut euch Heidemarie Schwermers Geschichte als Doku an.

Wie lebt sie ohne Geld?

Vor allem tauscht Heidemarie viel. Nicht unbedingt immer einen Gegenstand gegen einen anderen. Auch Dienstleistungen gegen Lebensmittel, psychologische Beratungen gegen Kleidung und so weiter.

Sie zahlt auch keine Steuern – sie hat schließlich kein Geld – würde aber gerne welche zahlen. Auf ihre Weise eben. Auf Nachfragen wurde sie auf das Ehrenamt hingewiesen. Das entspricht aber nicht ihrem Verständnis des Prinzips Gib und Nimm.

Eine Zeit lang war sie sogar ohne Krankenversicherung. Das ist sicherlich nichts für Jedermann. Heidemarie will auch gar nicht, dass alle Menschen das Geld aufgeben. Sie möchte einfach nur, dass die Würde des Menschen nicht vom Geld abhängig gemacht wird. Und mit ihrem extremen Lebensstil sucht sie nach alternativen Strukturen:

„Täglich verhungern 100 000 Menschen, und auf der anderen Seite gibt es eine riesige Verschwendung. (…)Für mich ist diese Situation derart absurd, dass ich bei diesem Prozess nicht mehr mitwirken möchte und darum nach neuen Strukturen suche.“

Ein Leben ohne Müll

„Müll ist was für Vollidioten“, findet Lauren Singer aus New York. Sie lebt seit zwei Jahren ein müllfreies Leben und zeigt auf ihrem Blog, wie’s geht: www.trashisfortossers.com


Statt einer Plastiktüte einen Jutebeutel zu benutzen, kaputte Dinge zu reparieren und zu recyceln – das könnte für die meisten Leute noch hinhauen. Aber das reichte Lauren nicht. Sie entschied sich für die alles oder nichts Variante: „Zero Waste“. Das heißt auch, keine Plastikrasierer, keine normalen Zahnbürsten, keine Küchenrolle und so weiter.

Lauren hat für so manche Dinge „Zero Waste Alternatives“ gefunden, von denen ich nicht gedacht hätte, dass es sie gibt. Sie sagt aber, dass man nicht losgehen und alle seine Gegenstände gegen kompostierbaren Alternativen austauschen sollte. Schließlich würde man dann erst einmal Müll produzieren, der eigentlich vermeidbar wäre.

Laurens Müll der letzten vier Monate passt in dieses kleine Einmachglas.
Ansonsten produziert sie ausschließlich Kompostmüll.

Ein Leben ohne Plastik

Ein Leben ohne Plastik? Puh, das klingt ganz schön kompliziert. Ist es wahrscheinlich auch, denn unglaublich viele Dinge unseres Alltags enthalten Plastik. Deshalb sehen die Blogger von Leben ohne Plastik  es auch als Experiment und als Herausforderung. Verbissen gehen die zwei aber nicht an die Sache heran und sie sagen ganz klar, dass es Dinge gibt, auf die sie nicht verzichten möchten. Zum Beispiel ihren Computer und ihre Waschmaschine.

Trotzdem ist ihr Blog eine tolle Anlaufstelle, um Tipps zur Plastikvermeidung zu bekommen. Putzen ohne Plastik, Kochen ohne Plastik, Einkaufen ohne Plastik – es kann funktionieren.


Warum eigentlich kein Plastik? In der Reihe „Plastik über alles“ wird dargestellt, worin Fluch und Segen von Plastik liegen.

Ein Leben ohne tierische Produkte

Alleine in Deutschland zählen wir mittlerweile schon rund 900.000 Veganer. Diese Art des Verzichts scheint auch einer der leichteren zu sein. Mit den richtigen veganen Rezepten an der Hand und einigen Tipps für den Alltag, kann man mit ein bisschen gutem Willen relativ einfach sein Leben umstellen. Unser Tipp: Deutschland is(s)t vegan

Ein Leben ohne unnötigen Kram

Die Entscheidung, Minimalist zu werden, kann sicherlich aus vielen Gründen fallen. Der eine möchte Geld sparen, der andere seine Prioritäten neu ordnen, und so weiter. Auch was Ressourcen Schonung angeht, kann dieser Lebensstil ein Ansatz sein.

Und alles fängt immer mit dieser einen Frage an:„Was brauche ich eigentlich?“. Michael hat sich das vor drei Jahren gefragt und in der Zwischenzeit gelernt, was sein Minimum ist. Das Vorhaben, weniger als hundert Dinge zu besitzen, hat er aber an den Nagel gehängt. Er erzählt von seinem Leben als Minimalist und zeigt dabei, dass es um mehr geht, als nur zu entrümpeln oder den Besitz zu reduzieren. Man muss eben auch lernen, Dinge abzulehnen und Nein zu sagen. Hier geht es zu seinem Blog: minimalismus-leben.de

Ich persönlich lasse mich schnell und leicht für Dinge begeistern. Darum habe ich beim ersten Lesen der Blogs gedacht, „das mach‘ ich auch!“. Naja, ihr könnt euch denken, wie es am nächsten Tag aussah. Ich bin wohl nicht so cool wie die Blogger. Ich nehme trotzdem etwas mit, nämlich ein bisschen von allem. Und ich glaube, genau das könnte die Lösung sein.

„Ein Leben ohne…“ – wäre das für euch eine Option?

Credits: © sewcream / Adobe Stock; Bilder von Trash is for Tossers

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