Do it Yourself: Tofu selbst machen

Tofu ist längst nicht mehr nur Sattmacher und Fleischersatz für Veggies oder Veganer*innen. Sportler stehen auf den Sojakäse, da er ein super Eiweißlieferant und Proteinquelle ist, aber gleichzeitig Kalorien- und fettarm. Heute gibt’s ein paar Infos für Tofu Frischlinge und ein Rezept, wie Du Deinen eigenen Tofu herstellen kannst. 

Guten!


Wie wird Tofu in der Industrie hergestellt?

Der Sojakäse wird ähnlich wie ein Kuhmilch Käse hergestellt. Los geht’s mit der Sojamilch. Es werden zunächst die Eiweißbestandteile in der Sojamilch zur Gerinnung angeregt.

Dafür wird zum Beispiel Zitronensäure hinzugefügt. Auch Magnesiumchlorid oder Kalziumsulfat kann als Gerinnungsmittel verwendet werden.

Wenn sich das Eiweiß von der Molke abgespalten hat, wird das Eiweiß durch Abschöpfen, Erhitzen oder Auspressen getrennt.

Danach wird es zusammengepresst und das Gerinnungsmittel abgewaschen. Fertig ist der Tofu.

So stellst Du Tofu selbst her

Um Deinen Tofu Zuhause selbst herzustellen, brauchst Du diese Zutaten

  • Sojamilch (1 Liter Sojamilch ergibt ca. 100 Gramm Tofu)
  • Essig oder Zitronensaft als Gerinnungsmittel (ein bis zwei Teelöffel auf 200 Milliliter) 
  • Gewürze, die Du magst

Außerdem

  • Schüssel oder hohes Glas
  • Küchentücher oder Baumwolltücher 
  • Sieb
  • Tofupresse/ Spätzlespresse oder Geduld

Für dieses Rezept kannst Du gekaufte Sojamilch verwenden.
Wenn du Zeit und Lust hast, kannst Du die Sojamilch aber auch selbst herstellen.

Um die Sojamilch selbst herzustellen, brauchst Du diese Zutaten

  • Sojabohnen (100g ergeben einen Liter Sojamilch)
  • Wasser

Außerdem

  • Pürierstab oder Mixer
  • Topf
  • Schüssel
  • Messbecher
  • Küchen-oder Baumwolltücher
  • Feines Sieb

Sojabohnen einweichen

Als Erstes weichst Du die Sojabohnen über Nacht in Wasser ein. Die Bohnen sollten dabei vollständig vom Wasser bedeckt werden.

Es dauert etwa acht bis zehn Stunden, bis die Bohnen das Wasser aufgenommen haben. Das restliche Wasser kannst Du danach abgießen.

Sojabohnen kochen und pürieren

Für einen Liter Sojamilch musst Du 650 Milliliter Wasser in einem hohen Topf zum Kochen bringen.

Gib 350 Milliliter zu den eingeweichten Sojabohnen und püriere das Ganze bis eine breiartige Masse entsteht.

Gib diese Masse dann in das kochende Wasser und rühre gut um. Lass die pürierten Sojabohnen für zehn Minuten bei niedriger Flamme köcheln.

Sojabrühe filtern

Nachdem die Sojabrühe abgekühlt ist, legst Du ein Küchen- oder Baumwolltuch in das feine Sieb und stellst es auf die Schüssel. Die Sojabrühe wird in das Sieb geschüttet.

Anschließend ringst Du das Tuch über der Schüssel noch gut aus.

Die gefilterte Flüssigkeit ist Deine Sojamilch und bereit zur Weiterverarbeitung für den Tofu.

Danach geht es wie folgt weiter:

Sojamilch mit Zitronensäure oder Essig mischen

Gib die Zitronensäure oder den Essig in eine Schüssel oder ein hohes Glas. Dabei kannst Du mit ein bis zwei Teelöffel auf 200 Milliliter Sojamilch rechnen.

Bei gekaufter Sojamilch kann es sein, dass Du etwas mehr brauchst. Wenn du magst, kannst Du die Sojamilch ein wenig salzen.

Gebe nun die Sojamilch zum Zitronensaft oder zum Essig (wir benutzen in unserem Rezept Zitronensaft oder Essig als Gerinnungsmittel, alternativ kann aber auch Nigari oder Calciumchlorid verwendet werden). Die Sojamilch gerinnt sofort, da sich das Eiweiß von der Molke trennt. Durch die Säure flockt die Sojamilch auf.

Lass die Milch ungefähr zehn Minuten stehen, damit die Säure sich überall verteilen kann, umrühren ist nicht nötig.

Tofu Masse filtern

Falls Du eine Tofupresse hast, kannst Du die Mischung in die Tofupresse geben. Falls nicht: Lege ein grobmaschiges Baumwolltuch in ein Sieb.

Stelle das Sieb mit dem Tuch auf ein Auffangbehältnis. Kippe das Sojamilch-Zitronen- oder Essig-Gemisch durch das Baumwolltuch, damit die Molke austreten kann.

Lass die Mischung gut abtropfen. Du kannst ein wenig nachhelfen, indem Du das Tuch an den Enden oben zusammen nimmst und vorsichtig von oben nach unten die Flüssigkeit heraus drückst. Pass aber auf, dass die Mischung nicht heraustropft und drück nicht zu fest.

Sobald Du eine brei- oder musartige Tofumasse hast, kannst Du diese nach Belieben würzen.

Tofumasse pressen oder austrocknen

Anschließend geht’s ans Pressen. Im Idealfall hast Du eine Tofupresse. Ansonsten gibt es diese Möglichkeiten:

Im Sieb

Du kannst die Breimasse fest in das Tuch wickeln und im Sieb mit einer Verpackung oder ähnlichem beschweren.

 

 

Über Nacht trocknen

Binde das Tuch an den Enden zusammen und hänge es über die Spüle oder über ein Auffangbehältnis.

 

Spätzlepresse

Mit einer Spätzlepresse kannst Du kreativ werden. Schneide aus einem Baumwolltuch einen Kreis, der so groß ist, wie das Sieb in Deiner Spätzlepresse.
Lege das Tuch auf das Sieb, damit die Löcher in der Presse gut abgedeckt sind. Gebe nun die Breimasse in die Spätzlepresse.

Mit dem Aufsatz kannst Du ganz leicht immer wieder Druck auf die Tofumasse ausüben, so dass die Flüssigkeit durch das Baumwolltuch abfließen kann.
Lasse das Ganze am besten eine Stunde lang stehen und presse immer wieder leicht etwas Flüssigkeit aus der Tofumasse.

Abhängig davon, welche Methode Du wählst, ist die Konsistenz des Tofus fest oder eher wie ein Aufstrich. Aus der Spätzlepresse ist dein Tofu fest. Im Tuch getrocknet hat er die Konsistenz eines Aufstrichs.

So schmeckt’s

Purer, unverarbeiteter Tofu ist relativ geschmacklos. Deshalb lautet das oberste Gebot: Gut würzen!

Danach kannst Du je nach Gusto Deinen Tofu weiterverarbeiten. Zum Beispiel braten, kochen, dämpfen, frittieren, räuchern oder marinieren. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Zu asiatischen Gerichten wie zum Beispiel Miso Suppe oder Chia Pudding passt Tofu besonders gut, aber auch bei anderen Speisen kannst Du Tofu sehr gut einbauen.
Wie zum Beispiel bei Curry, Bowls, Gyros oder Bolognese.

Vorteile

Reich an Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Vitamin B1, B2 und B6, Kalzium und Eisen,

Cholersterinfrei,

Umwelt wird weniger belastet, als bei der Fleischherstellung

Nachteile

Soja ist allergen,

da relativ geschmacklos, werden häufig Zuckerzusätze verwendet,

für Schwangere und Kleinkinder nicht geeignet

Was ist bei der Aufbewahrung und beim Kauf zu beachten?

Frischer Tofu kann drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Etwas länger hält er sich, wenn Du den Tofu in eine Schüssel mit Wasser legst. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. So bleibt er im Kühlschrank ca. 1 Woche frisch.

Außerdem kannst Du Vakuumverpackten Tofu auch einfrieren.

Es empfiehlt sich Bio Tofu zu kaufen, da Soja sehr von Pestiziden belastet wird.
Wie oben erwähnt kann Tofu Zuckerzusätze enthalten, deshalb solltest Du beim Kauf auf die Inhaltsstoffe achten.

Tofu Arten

Je nachdem, was Du zubereiten möchtest, kannst Du zwischen vier verschiedenen Tofu Arten wählen

Der Geschmeidige

Seidentofu wird dieser cremige Vertreter genannt. Mit seiner glatten und geschmeidigen Konsistenz ist er besonders gut für süße Speisen, Soßen und Dips geeignet.

Der Feste

Der Asiatische Tofu ähnelt Fleisch wegen seiner festen Struktur am ehesten. Daher wird er gerne zum Braten genutzt.
Der Feste Tofu hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt, obwohl er entwässert wird.

Der Trockene

Dieser westliche Tofu hat am wenigsten Feuchtigkeit von allen vier Arten.
Seine Konsistenz kann mit durchgegartem Fleisch verglichen werden.

Der Fermentierte

Hauptsächlich in China wird mit der fermentierten Form gekocht.

Dieser Soja Käse bekommt seinen besonderen Geschmack durch eine spezielle Marinade und wird für traditionell chinesische Gerichte verwendet.


Dich interessiert, ob Tofu wirklich besser für’s Klima ist als Fleisch? Dann schau bei diesem Blogbeitrag vorbei.

 

Photo Credits: © Sorrapongs/ Adobe Stock,  © Roophoto / Adobe Stock, © Masakato11 / Adobe Stock, © MK Jones/ Adobe Stock, © Zcy/ Adobe Stock, © Simone/ Adobe Stock

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