Die Mogelpackung des Monats: Sechs ist weniger als Fünf

Im Supermarkt frage ich mich manchmal:„Für wie dumm haltet ihr mich eigentlich?“. Und das geht nicht nur mir so. Dass eine kritische Haltung und ein prüfender Blick auf die Verpackungsrückseiten sinnvoll sind, das wird auch regelmäßig bestätigt.

Die Verbraucherzentrale hat deshalb mal wieder die Mogelpackung des Monats gekürt. Und diesmal sind Sechs weniger als Fünf. Zauberei!

Nestlé hat es im Dezember auf den Thron geschafft. Bei gleichem Preis kriegen wir jetzt statt einer Fünfer-Packung eine Sechser-Packung. Nur sind die einzelnen Riegel kleiner und am Ende sind 30 Gramm weniger in der Packung. Merkt ja keiner, hat sich Nestlé wohl gedacht.

mogelpackung
Links: neue Packung – Rechts: alte Packung

Die Verbraucherzentrale wendet sich mit ihren Beobachtungen auch an die Verbraucher selber. Die Antworten sind oft verblüffend logisch: „…Bei der Umstellung haben wir uns – basierend auf intensiven Befragungen – voll und ganz an den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher orientiert. Es hat sich gezeigt, dass die Mehrheit der Konsumenten eine Mengenreduzierung einer Preiserhöhung vorzieht…“. So argumentierte zum Beispiel Frolic, als die Verbraucherzentrale eine versteckte 50%ige Preiserhöhung anprangerte. Die Verbraucherzentrale bringt es auf den Punkt: „Diese Antwort beinhaltet ihre eigene Logik. Als wenn eine „Mengenreduzierung“ bei gleichem Preis keine Preiserhöhung wäre.“

Viel Luft um nichts

Verbraucher werden aber auch durch andere Methoden getäuscht. Neben verstreckten Preiserhöhungen greifen Firmen auch zu viel zu großen Verpackungen, die dem Kunden optisch mehr Inhalt versprechen, als tatsächlich drin ist. Nicht alle Hersteller verstehen, dass eine umweltfreundlichere Verpackung auch ein kaufförderndes Argument sein kann. Ersticken Mozzarella Kugeln, wenn nicht nochmal genauso viel Luft in der Packung ist, wie Inhalt?

Unbenannt-3

Es sollte es doch wirklich nicht so sein, dass man als Verbraucher immer vom schlechtesten ausgehen muss. So ist es aber. Deshalb Lasst euch nicht verarschen: Ein Blick auf den Kilopreis und ein regelmäßiger Besuch auf der Seite der Verbraucherzentrale können einige Euros sparen.

Credits: Alle Bilder sind von der Verbraucherzentrale Hamburg

Written By
More from Inga Raspe

Das geht unter die Haut: Chemikalien in Kosmetik

Warum gibt es immer noch hormonell wirksame Stoffe in Kosmetika und warum...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.