Die Lösung ist Leitungswasser

Warum kaufen wir immernoch Mineralwasser in Plastikflaschen? Dass das nicht gut sein kann, war uns doch eigentlich schon klar bevor es jetzt von den Medien thematisiert wurde….

Stiftung Warentest hat 30 Mineralwässer – stellen wir uns einfach mal vor es gebe einen Plural von Wasser- untersucht und in 10 davon Rückstände von Pestiziden und Süßstoffen gefunden. Die Menge ist allerdings so gering, dass es nicht gesundheitsschädlich sein kann.

Allerdings ist es auch nicht ganz so rein, wie man dachte. Und es zeigt auch noch eindrucksvoll, dass wir es endlich geschafft haben, unseren gesamten Wasserkreislauf zu verunreinigen. High Five!

In der Mineral- und Trinkwasserverordnung steht geschrieben, dass Mineralwasser aus einer amtlich anerkannten unterirdischen Quelle stammen muss, die von mindestens einer schwer durchlässigen Erdschicht vom Grundwasser und damit von Verunreinigungen getrennt ist. Wenn dies nicht der Fall ist, so wie bei den zehn Mineralwassermarken, sind diese lediglich als Trink- oder Tafelwasser zu bezeichnen.

Der Gehalt an Mineralien in dem getesteten Wasser ist meist so gering, dass er nicht nennenswert ist. Mineralwasser wegen der Mineralien zu trinken, fällt also auch weg.

Zusätzlich wurden nun Bedenken laut, dass PET-Flaschen hormonähnliche Substanzen ins Wasser abgeben. Dazu wurden sogar schon Studien durchgeführt mit Schnecken, die auf östrogenartige Substanzen reagieren. Die Population der Schnecken vermehrte sich in den Plastikflaschen doppelt so schnell.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hält diese Studie aber nicht für ausreichend, um sagen zu können, dass die sogenannten „Umwelthormone“ von den PET-Flaschen stammen.

So oder so wissen wir von Plastikflaschen: Wenn man Wasser zu lange darin lässt, vor allem bei großer Hitze, dann schmeckt das Wasser nach Plastik. Das was wir da schmecken sind Acetaldehyde, die aus dem Kunststoff freigesetzt werden. Das ist zwar immernoch nicht gesundheitsschädigend, aber die Tatsache, dass man es schmecken kann, ist alarmierend genug, finde ich.

Und diesmal gibt es sogar eine ganz einfache Lösung: Leitungswasser! Es ist nicht von diesen ekelhaften Hormonen belastet, tausendmal billiger und es ist vor allem das am strengsten kontrollierte Wasser in Deutschland.

Es gelten krasse Richtlinien für Leitungswasser in Deutschland. Es wird aufwendig kontrolliert und gereinigt und strengen Tests unterzogen. So ist die Pestizidbelastung niedriger und seltener.

Oh und: Die Herstellung der Flaschen, das Abfüllen, der Transport. Das kostet alles Energie und verschmutzt die Umwelt. Statt dass man einfach das Wasser trinkt, das nachgewiesen am reinsten und gesündesten ist. Dass wir das nicht schon lange tun, ärgert mich fast so stark wie die Tatsache, dass es Kapselkaffee gibt.

Ich will ja nicht schon wieder laut werden, aber solange wir für etwas, was wir aus unserem Hahn quasi umsonst haben könnten, das tausend- bis fünftausendfache bezahlen, geht’s uns noch viel zu gut.

Wenn das Ganze nicht so viel Schlechtes über uns Menschen aussagen würde, wäre es fast ein bisschen lustig: Wir geben Geld aus für Wasser, von dem wir stolz sagen können: „Es ist zwar teurer als Leitungswasser, aber dafür ist die Qualität auch viel schlechter.“

Zugegeben, manchmal schmeckt das Leitungswasser nicht so geil. Oft liegt das an alten Leitungsrohren, die dann der Grund für den Bleigeschmack sind. Dann sollte man das Wasser von den örtlichen Wasseretrieben mal auf den Kupfer- Eisen- und Bleigehalt testen lassen.

Credits: „Wasser mit Blubber“ von Tekke, Lizenz: CC BY-ND 2.0

 

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