Das geht unter die Haut: Chemikalien in Kosmetik

Warum gibt es immer noch hormonell wirksame Stoffe in Kosmetika und warum schmieren wir uns das Ganze auf die Haut? Der BUND klärt über die Risiken auf und hat Tipps für Verbraucher. Hilfe zur Selbsthilfe also. Solange, bis die Stoffe endlich von der EU verboten werden.

Mit den hormonell wirksamen Stoffen in Kosmetika ist es ein bisschen so, wie mit Natrium. In geringen Mengen nicht besonders gefährlich, aber in viel zu vielen Produkten versteckt. Es summiert sich einfach und die Kombination von verschiedenen hormonell wirksamen Stoffen kann dann zu einem gefährlichen Hormoncocktail werden. Wir nehmen sie nämlich nicht nur durch Kosmetika über die Haut auf, sondern auch über andere Alltagsprodukte.

Für die Lesefaulen unter euch: Dieser Beitrag vom Bayerischen Rundfunk beleuchtet die Gefahren von versteckten Hormonen

Man bringt die Stoffe mit Gesundheitsproblemen in Verbindung, die in den letzten Jahren immer häufiger geworden sind: Brust- und Hodenkrebs, Unfruchtbarkeit, Diabetes, Fettleibigkeit und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Der BUND klärt deshalb auf, bietet Lösungen für den Verbraucher und tritt in einen Dialog mit Firmen und der Politik.

In einem ersten Schritt hatte der BUND 2013 in einer Studie ermittelt, dass rund 30 Prozent der Kosmetika (von rund 60.000 getesteten Produkten) kritische Chemikalien enthalten. Die genauen Ergebnisse der Studie könnt ihr hier einsehen: BUND Studie von 2013.

Mit diesen Ergebnissen wollte der BUND den Verbraucher aber nicht alleine lassen und hat deshalb die ToxFox-App entwickelt. Per Barcode Scanner kann man damit Produkte ganz einfach auf hormonell wirksame Stoffe überprüfen.

toxfox
Die App gibt es mittlerweile für Android und für’s iPhone. Wer kein Smartphone besitzt, der kann die Produkte online überprüfen.

Der BUND hat seit dem Start der App 2013 weiterhin Produkte erfasst – mittlerweile können über 83.000 Produkte gescannt werden – und kann auch schon einen erste Bilanz ziehen. Während zu Beginn rund 30 Prozent der getesteten Produkte belastet waren, sind es laut aktuellem Stand nur noch 27 Prozent. Die Firma Penaten verzichtet seit Mitte des Jahres auf Parabene.

Das haben wir vermutlich auch zu Teilen der App zu verdanken. Per App kann der Kunde nämlich eine Protest-Mail an das Unternehmen senden, dessen Produkt er gescannt hat, und bei dem das Ergebnis negativ ausgefallen ist. So erhält die Firma das direkte Feedback: Wir wollen Produkte ohne schädliche Stoffe!

Ein Verbot muss her!

Auch per Gesetz sollen die schädlichen Chemikalien aus unserem Alltag verbannt werden. Deshalb ruft der BUND dazu auf, bei der europaweiten Kampagne mitzumachen und die EU-Kommission zum Handeln aufzufordern.
Die EU-Kommission arbeitet bereits zu dem Thema und berät über Kriterien, anhand derer die Stoffe identifiziert und reguliert werden sollen. Mit deiner Unterschrift zeigst du, dass dir das Problem am Herzen liegt und dringend eine deutliche Entscheidung gefällt werden muss.

Und jetzt noch mal klipp und klar. Erstens: hormonell wirksame Chemikalien in Kosmetika können deiner Gesundheit schaden. Zweitens: mit der App kannst du in Zukunft dafür sorgen, dass diese Stoffe nicht an deine Haut gelangen. Und Drittens: ein Gesetz muss her. Damit das möglichst deutlich ausfällt, braucht es deine Unterschrift.

Credits: Bilder von ToxFox 

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