Crowdfunding: Wenn die Crowd an Nachhaltigkeit glaubt

Grüne Energie und Lebensmittel direkt vom Erzeuger. Nachhaltige Crowdfunding-Plattformen spezialisieren sich immer mehr und in immer unterschiedlicheren Bereichen.

Mehr als eine Million Nutzer haben die amerikanischen Crowdfunding-Plattformen Indiegogo und Kickstarter pro Monat. Wenn jemand eine coole Idee hat, muss er die einfach als Projekt ins Netz stellen und mit ein bisschen Glück haben genug Leute Bock, sie zu finanzieren.

Crowdfunding ist einfach und effektiv. Und weil es so ein erfolgreiches Konzept ist, gibt es auch in Deutschland immer mehr, eher kleine und spezialisierte Crowdfunding-Plattformen. So hat man eine klare Zielgruppe, die dem Projekt gegenüber aufgeschlossen ist.

Technikprojekte und Social Entrepreneurship

Die Crowdfunding-Plattformen, die bis jetzt existieren, pushen vor allem solche Projekte, die etwas mit Technik und Fortschritt zu tun haben. Und wenn es nicht um diese Themen geht, dann oft um Social Entrepreneurship, also Projekte, die keinen Profit erwirtschaften, sondern einen Nutzen für die Gesellschaft stiften sollen.

Plattformen, die genau solche Projekte unterstützen, gibt es in Deutschland immer mehr. Oneplanetcrowd ist eine dieser Plattformen. 2012 startete sie in den Niederlanden und ist nun endlich auch in Deutschland angekommen. Das Motto: Das Unternehmen, das unterstützt wird, muss einen ökologischen oder sozialen Mehrwert erwirtschaften.

Genauso wie Greencrowding, Bettervest, Ecocrowd und Econeers ist Oneplanetcrowd ein Anbieter, der ausschließlich Projekte präsentiert, die nachhaltig sind. Beim Crowdinvesting, z.B. auf Bettervest, kann man auch in grüne Energie investieren und im besten Fall sogar Gewinne machen.

Foodfunding: Crowdfunding für Lebensmittel

Wenn es um nachhaltiges Crowdfunding für Technik und soziale Projekte geht, haben wir in Deutschland also die Auswahl. Allerdings hat ein Ehepaar aus Californien eine Marktlücke entdeckt: Crowdfunding im Bereich Landwirtschaft und Ernährung.

Barnraiser heißt die Plattform, die Eileen Gordon Chiarello und Michael Chiarello ins Leben gerufen haben. Ein laufendes Projekt ist zum Beispiel das einer Landwirtin, die einen normalen Legebetrieb auf Freiland umstellen will und dafür finanzielle Unterstützung sucht.

Ein anderes Beispiel ist eine Bäckerei, die für einen Holzofen sammelt. Außerdem findet man auch viele Urban Farming-Projekte in der Auswahl. Der Dank, der bei herkömmlichem Crowdfunding oft darin besteht, dass man einen Prototyp des entwickelten Gerätes bekommt, äußert sich beim Foodfunding z.B. in Form eines Fresskorbs oder Gärtnerkursen.

Auch in Deutschland wird gerade an einem ähnlichen Konzept gefeilt: erzeugerwelt.de. Eine Seite, die „die Informationsschnittstelle zwischen den Lebensmittelproduzenten und den Konsumenten“ darstellen soll. Foodfunding nennen sie das Konzept. Also Crowdfunding für Lebensmittel.

Es funktioniert ähnlich simpel wie solidarische Landwirtschaft: VerbraucherInnen finanzieren die Produktion von Lebensmitteln und bekommen dafür Lebensmittel und manchmal auch noch Mitspracherechte bei der Produktion.

Das Potenzial, das Crowdfunding – gerade was Nachhaltigkeit angeht – in sich birgt, ist noch nicht ansatzweise ausgeschöpft. Das sieht man an diesen Beispielen. Dass das Konzept von Foodfunding funktioniert, zeigt die Erfolgsquote von Barnraiser: Vier von Fünf Projekten haben bisher ihr Finanzierungsziel erreicht.

 

Credits: „Illinois Wind Farm“ von Tom Shockey, Lizenz: CC BY 2.0; Grafik von www.erzeugerwelt.de

 

 

 

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