Crowdfunding: Nachhaltiger Sex mit Einhorn Condoms

Endlich fairer vögeln: Ein Berliner Startup will fair gehandelte Öko-Kondome auf den Markt bringen und sammelt dafür fleißig per Crowdfunding.

Kondome werden aus Kautschuk hergestellt. Dieser Kautschuk wird in Asien auf riesigen Plantagen in Monokulturen geerntet. Für die Anbauflächen von Kautschukbäumen oder Gummibäumen wird meist Regenwald abgeholzt.

Der Einsatz von Pestiziden ist enorm und die ArbeiterInnen sind nicht nur den Giftstoffen ausgesetzt, sondern bekommen viel zu wenig Geld für die harte Arbeit.

Fair Fuck: Bis jetzt fast unmöglich

Bis jetzt gibt es kaum nachhaltige Lösungen für Verhütung. Eine britische Kondommarke namens „Fair Squared“ hat 2011 den Anfang gemacht. Die ArbeiterInnen auf den indischen Plantagen werden anständig entlohnt und die Kondome werden in Deuschland kohlenstoffneutral hergestellt. Vegane Fairtrade-Kondome also.

Momentan gibt es allerdings keine einzige Kondommarke, die genau sagen kann, von welcher Plantage der Kautschuk für die Kondome kommt. Auch die Firma Durex hat, wie man bei diesem E-Mail-Austausch auf montagsmailer.ch lesen kann, das Ganze nicht wirklich im Blick und verzichtet auf Fairtrade.

Bei Verhütung wird Nachhaltigkeit also leider noch nicht großgeschrieben. Bis jetzt. Denn zwei Jungs haben vor kurzem ein Startup gegründet, das den Kondom-Markt aufmischen soll.

Einhorn Condoms: Ein neues Image für Kondome

Das Einhorn verkörpert das Gute und das Gute bedeutet für Waldemar Zeiler und Philip Siefer, dass kein Mensch ausgebeutet und die Natur so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wird. Sie wollen das weltweit erste faire und nachhaltige Kondom auf den Markt bringen.

Im Klartext heißt das: Für Einhorn Condoms soll kein Regenwald sterben, die ArbeiterInnen auf den Kautschuk-Plantagen sollen fair bezahlt werden und die Hälfte des Profits soll an gemeinnützige Projekte, wie Sexualaufklärung für Jugendliche gehen.

Um zu garantieren, dass alles mit rechten Dingen zugeht, wollen die Beiden im Falle einer erfolgreichen Finanzierung für zwei Monate nach Malaysia reisen und dort eine Kautschuk-Kooperative gründen, die die Arbeitsbedingungen auf Plantagen und Produktionsstätten überprüft.

Neues Siegel, neuer Style

Zusammen mit der Universität Hohenheim wollen sie außerdem ein Fairstainable-Siegel ins Leben rufen. Fairstainable steht für fair und sustainable, also nachhaltig. Nachhaltig, weil kein Regenwald abgeholzt wird und brach liegende Ackerflächen in Plantagen umgewandelt werden können.

Zusätzlich soll, auch in Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim, erforscht werden, wie auf einer Plantage so wenig Pestizide wie möglich verwendet werden können und die Ernte trotzdem ertragreich bleibt.

Auch das Design der Kondome soll sich von den herkömmlichen unterscheiden. Unter anderem damit der Kauf von Kondomen niemandem mehr peinlich ist, ist die Verpackung einer Chipstüte nachempfunden, das Design modern und unauffällig.

Die Gründer des Berliner Startups haben sich große Ziele gesteckt und für die sammeln sie jetzt mit ihrer Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Noch ein paar Tage läuft die Kampagne und bis jetzt kamen fast 70.000 Euro zusammen.

Wer die Kampagne unterstützt, bekommt als Dankeschön, je nachdem wie viel gespendet wird, eine Kostprobe der Einhorn Condoms, ab 35 Euro sogar einen Jahresvorrat. Ein Jahr lang mit gutem Gewissen vögeln… wer kann das schon von sich behaupten…

 

Credits: Titelbild von Einhorn

 

 

 

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