Crowdfunding: Die EcoToiletten

Vor der nächsten Festivalsaison können wir uns ja gleich mal mit der Nachhaltigkeit unserer Hinterlassenschaften beschäftigen. Und EcoToiletten unterstützen.

Mobile Toiletten, die statt mit Chemie, mit Sägespänen und ökologischen Reinigungsmitteln funktionieren. Zusätzlich sparen sie Wasser und CO2 und am Ende kommt auch noch nährstoffreicher Hummus dabei raus. Und das Beste daran: Die Toiletten sind nicht nur öko, sondern auch sozial!

Toiletten für alle!

Angefangen hat das Ganze mit der Aktion „Guts for Change“, bei der ein paar junge Leute mit dem Fahrrad von Berlin nach Indien gefahren sind, um dort für Menschen, die keine Toiletten haben, welche zu bauen. Rund 2,6 Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu ordentlichen Sanitäranlagen. Die Folge: Jährlich sterben Millionen Menschen an Erkrankungen wie Durchfall und Cholera. Da die Komposttoiletten kein Wasser brauchen, sind sie optimal für Gebiete mit Wassermangel.

Guts for Change The Movie from Johann Angermann on Vimeo.

Um nicht mehr auf Spenden angewiesen zu sein, musste ein Plan her. Und der war schnell gefunden. Schließlich ist die Toiletten-Situation in deutschen Haushalten zwar luxuriös, aber auf Festivals und bei anderen Veranstaltungen, auf denen mobile Klos gebraucht werden, eher suboptimal. Dixie-Klos stinken nicht nur, sondern sind auch eine Riesensauerei für die Umwelt. Und wäre es nicht schön, wenn wir irgendwann mit unseren Festivals niemanden mehr belasten würden – auch nicht die Umwelt?

Die drei Berliner Thomas Jakel, Kevin Kuhn und Sven Riesbeck haben im Raum Berlin-Brandenburg bereits damit angefangen, Festivals, Straßenfeste und sogar Baustellen mit ihren nachhaltigen Klos zu versorgen. Mit ihrer Crowdfunding-Kampagne auf startnext.com wollen sie nun ganz Deutschland von ihrem Konzept überzeugen. Inzwischen ist das Team auf zehn Menschen angewachsen. Unter anderem sind die Jungs und Mädels von „Smooth Panda“ mit ihrem Bambus-Klopapier am Start.

Ein Teil der Einnahmen geht nach Indien und in andere Länder und unterstützt dort Projekte, die die sanitäre Versorgung verbessern wollen.

Crowdfunding-Kampagne unterstützen!

Die Idee mit der Komposttoilette haben die Jungs nicht selbst erfunden. Sie kommt aus Skandinavien, wo wegen der geringen Bevölkerungsdichte, dem harten Granitboden und der Kälte Wasserspültoiletten nicht sehr praktisch sind. Deshalb gibt es dort seit ungefähr 40 Jahren vergleichbare Trockentoilettensysteme.

Etwas ist anders an der Benutzung der EcoToilette im Verglich zu den herkömmlichen Dixies: Nach jedem Klogang greift man in den Behälter mit Streu und wirft eine handvoll davon ins Klo. Umweltfreundlich sind die Teile, weil keine Wasserverschmutzung stattfindet, energieintensive Kläranlagen entlastet werden können und der Grundwasserspeicher geschont wird.

Man braucht keine Chemie, weil das Streumaterial die Flüssigkeit aufsaugt und Gestank verhindert. Außerdem hilft es beim Kompostierungsprozess, der die Reststoffe später für den landwirtschaftlichen Gebrauch nutzbar macht. Auch beim Design wurde hauptsächlich mit Holz gearbeitet, um die Umwelt so gut es geht zu schonen.

Die Crowdfunding-Kampagne für EcoToiletten geht noch bis zum 11. Dezember. Mindestens 15 neue Klos sollen in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz kommen, wenn die Fundingschwelle erreicht wird. Mindestens 25 Trockentoiletten können beim Erreichen des Fundingziels gebaut werden. Das liegt nun ganz in unserer Hand.

Immerhin kann man schon Karten für einige Festivals kaufen, die nächsten Sommer stattfinden, da können wir ja auch direkt mal vorsorgen, dass wir nicht auf widerliche Dixies, sondern auf nachhaltige EcoToiletten gehen können.

 

Credits: Titelbild und Bilder von EcoToiletten

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