Grillen mit Seitan-Steaks: eine gute Alternative?

Seitan. Das ist der wohlklingende Name für „Weizenkleber“, das immer beliebtere Produkt aus Weizeneiweiß, also Gluten, das oft als Fleischersatz verwendet wird. Praktisch für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Und auch praktisch für die Industrie, die dahinter steht. Eine Win-Win-Situation?

Seitan kann man auch schon als Glutenmehl in den meisten Reformhäusern und Biosupermärkten kaufen, kann man aber auch selbst herstellen, indem man Weizenmehl mit Wasser vermischt und immer wieder auswäscht. So wird die Stärke entzogen und es bleibt eine zähe, glutenreiche Masse.

Die Rohmasse wird gekocht oder dampfgegart und dann mariniert. In der traditionellen japanischen Tempura-Küche wird eine Marinade aus Sojasauce, Algen und Gewürzen verwendet. Das kann man aber auch variieren, wie man will.

Dann wird das Ganze in Scheiben geschnitten und gebraten, gebacken oder frittiert. Ich bin ja grundsätzlich immer für Letzteres…

Die Vorteile von Seitan, gerne als traditionelle buddhistische Spezialität beworben, sind schon enorm: Es hat einen niedrigen Fettgehalt (der beim frittieren hinfällig wird, aber das ist mir persönlich egal) und ist quasi cholesterinfrei.

Dass Seitan, oder Weizeneiweiß, ein billiges Abfallprodukt der Stärkeindustrie und der Bioethanolindustrie  ist, muss ja per se nicht schlecht sein. Ist doch auch gut, wenn man das auch noch verwenden kann. Bin ich ja auch immer dafür.

Problematisch daran ist nur, dass diese Industrie natürlich begeistert ist von der großen Nachfrage ihres Abfallproduktes. Das finden wir inzwischen in Schweinefutter, Analogkäse und diesem „Krabbenfleisch“, das kein Krabbenfleisch ist.

Die Zunehmende Verwendung von Gluten hat die Folge, dass immer mehr Menschen an Glutenunverträglichkeit leiden, also Zölliakie, was zu üblen Darmentzündungen führt.

Die Industrie ist natürlich glücklich und haut ihren Weizenkleber weiter in Brötchen, die schön luftig sein sollen.

Seitan ist schon okay, ich habe im Internet echt viele Rezepte gefunden, die sich echt geil anhören. Ich denke, ich werde demnächst auch mal eins davon ausprobieren. Gleichzeitig sollte man aber schauen, dass man sich so ausgewogen ernährt, dass nicht immer Gluten im Essen ist.

Im Sommer ist es jedenfalls schon cool, wenn man sich auch als Nicht-Fleischfresser ein Steak auf den Grill hauen kann…

Credits: „Seitan Rostbraten mit Rotweinsosse“ von Seph Swain, Lizenz: CC BY 2.0

 

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