Angora boykottieren und Tierleid stoppen!

Bereits 2013 rüttelte eine Undercover-Recherche von Peta über die Quälerei von Angora-Kaninchen in China die Menschen auf. Viele große Modeketten reagierten. Allerdings wird leider immernoch zu viel Angora-Wolle verkauft.

Das schockierende Peta-Video aus einer Angora-Farm in China ging 2013 um die ganze Welt: Es zeigt unter anderem ein Angorakaninchen, dem bei lebendigem Leib das Fell ausgerupft wird.

Wer es gesehen hat, wird die Schmerzschreie des Kaninchens so schnell wohl nicht mehr vergessen. Grausam ist das Video, sicherlich. Aber offensichtlich auch notwendig, um zu zeigen, was für Tierleid hinter einem weichen Pulli steckt.

Tierleid vs. kuschelige Kleidung

Klar ist: 90% der weltweit verwendeten Angorawolle stammt aus China, wo es keine Tierschutzgesetze gibt. Und klar ist auch: Kein Hersteller kann sicher behaupten, dass die Angorawolle, die er verwendet, nicht von einer solchen Farm stammt.

Angorakaninchen zählen bereits zu den Qualzuchten. Das Fell wurde durch Zucht so verändert, dass es extrem lang wächst und es für die Tiere unmöglich wird, es selbst sauber zu halten.

Die bewegungsfreudigen und geselligen Kaninchen werden in den chinesischen Anlagen in sehr engen Einzelkäfigen mit Drahtboden oder Lattenrosten gefangen gehalten, wodurch sie sich oft ihre Fußsohlen und Hinterläufe verletzen.

Ab einem Alter von sechs bis acht Wochen werden die Angorakaninchen alle drei Monate entweder geschoren oder ihnen wird das Fell ausgerupft. Beide Vorgänge sind mit großen Schmerzen und Traumata verbunden.

Durch das fehlende Fell, das eigentlich als Wärmeschutz dienen soll, und den Schock erkranken die Tiere oft nach der Schur und sterben oft direkt oder eine Woche danach. Falls sie doch überleben, haben sie nach vier qualvollen Jahren ausgedient und werden umgebracht.

Hier das Undercover-Video von Peta. Achtung: Nichts für schwache Nerven!

Die meisten großen Modefirmen haben reagiert…

Die Modekonzerne H&M und C&A reagierten 2013 unmittelbar nach der Veröffentlichung des Videos damit, dass sie alle Produkte mit Angorawolle aus ihrem Sortiment verbannten und den KundInnen die Möglichkeit gaben, Kleidungsstücke, die Angorawolle enthalten, zurückzugeben.

Ihnen folgten unter anderem ESPRIT, Calvin Klein, Lacoste, Gerry Weber, Tom Tailor, Marc O´Polo, GAP und Tommy Hilfiger. Diese Firmen hatten wohl schnell begriffen, dass nach einem solchen Video der Verkauf von Angorawolle nicht gerade gute PR darstellt.

Tschibo und der Konzern Inditex, zu dem Marken wie Zara, Bershka und Massimo Dutti gehören, wollten erst einmal abwarten und „prüfen“ wo die Wolle, die für ihre Klamotten verwendet wird, herkommt.

Allerdings haben sie da ihre Rechnung ohne die zahlreichen TierschützerInnen gemacht, die unter anderem mit einer Online-Petition gegen Zara Druck machten.

Im Februar diesen Jahres verkündeten Tschibo und Inditex, dass auch sie künftig auf Angorawolle verzichten würden. Geht doch…

Trotzdem fehlen noch ein paar renommierte Modelabel, wie Italiens Benetton, die nach wie vor Angora einsetzen. Hier geht’s zur Petition.

…jetzt haben wir es in der Hand

Die bereits produzierte Angorakleidung will die Firma Inditex (die immerhin 6400 Modegeschäfte weltweit betreiben) übrigens an syrische Flüchtlinge im Libanon spenden. Da freuen wir uns doch. Und der Konzern bekommt sogar noch gute Presse.

Auch die EU fängt endlich an sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und einige PolitikerInnen wollen sich dafür einsetzen, dass von misshandelten Tieren stammende Produkte nicht auf den europäischen Markt gelangen.

Trotz des Aufschreis gibt es aber leider noch genug Produkte aus Angorawolle. Das Einzige, was jetzt noch hilft ist Boykott! Es darf sich für EinzelhändlerInnen nicht mehr lohnen, Angora zu verkaufen!

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Produkte, hinter denen so viel Tierleid steht, nicht mehr auf den Markt kommen!

 

Credits: „Mr. Rabbit“ von Alex Santosa, lizensiert nach CC BY-SA 2.0

 

 

 

 

 

 

 

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