After Rana Plaza – Was hat sich getan?

Wir haben uns gefragt wie es aktuell um die Textilarbeiter*innen in Bangladesch steht? Haben sich die Arbeitsbedingungen nach Rana Plaza verbessert? Welche positiven und negativen Auswirkungen hatte der 24. April 2013?


Was bisher geschah 

Wir schauen auf einen schwarzen Tag zurück, den 24. April 2013.

Damals stürzte in Sabhar (Bangladesch) der Gebäudekomplex “Rana Plaza” ein. Dabei wurden über 2500 Menschen verletzt, über 1000 wurden getötet.
Im Gebäude befanden sich eine Bank, Geschäfte und einige Textilfirmen.

Da am Vortag Risse im Gebäude festgestellt worden waren, bestand ein Zutrittsverbot.
Dennoch wurden die Textilarbeiter*innen gezwungen trotz der Gefahr zu arbeiten

Hintergrund

In Bangladesch ist die Textilindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig. Vor allem der Export spielt eine große Rolle.

Der Anteil der Branche an den Exporten stieg zwischen 1995 und 2015 auf über 80 Prozent.
Über vier Millionen Menschen sind in der Textilfertigung beschäftigt. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um niedrig qualifizierte Angestellte.

Auswirkungen

Uns interessiert ob sich in der Textilindustrie seit 2013 etwas geändert hat und welche Auswirkungen das Unglück in Bangladesch hat.

Wir haben uns dazu an der Studie der Weltbank-Ökonomen Laurent Bossavie, Yoonyoung Cho und Rachel Heath orientiert.
Die erschien im November 2019 unter dem Titel
 „The Effects of International Scrutiny on Manufacturing Workers“.

Kurz und knackig zusammengefasst hat sich folgendes getan:

  • Europa: Abkommen über Feuer- und Gebäudesicherheit in Bangladesch
  • USA: Allianz für Sicherheit der Arbeiter in Bangladesch
  • Der Mindestlohn wurde in Bangladesch angehoben
  • Höhere Standards bedeuten höhere Kosten für Fabrik Betreiber
  • 14 % weniger feste Arbeitsverhältnisse
  • Löhne sanken durchschnittlich über 8 %, besonders die der Frauen

Neue Gesetze und Sicherheitsbestimmungen

Nach dem 24. April 2013 sahen sich die Textilfabrik Besitzer einem großen Druck der Öffentlichkeit und der Kunden ausgesetzt.

Nach den neuen Gesetzen und Sicherheitsbestimmungen verbesserten sich zwar die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter*innen, jedoch tauchten neue Probleme auf.

Bessere Sicherheit hat hohen Preis

Die westlichen Textilkonzerne und Kunden fordern nun niedrigere Preise.
Um die hohen Kosten, die durch die neuen Sicherheitsbestimmungen entstehen, auffangen zu können, müssen wieder die Textilarbeiter*innen zurückstecken.

Die Folgen sind weniger feste Arbeitsverhältnisse und Lohnsenkungen.

Textilarbeiterinnen trifft es am härtesten

Besonders schlimm trifft es die Frauen. Männer bekommen 5% weniger Lohn,  bei den Frauen sind es sogar 20% weniger Stundenlohn.

Trotzdem können die Frauen in Bangladesch ihre Jobs nicht kündigen. Denn sie haben weniger Ausweichmöglichkeiten, als ihre männlichen Kollegen.

Positive Auswirkungen – Es tut sich was

Immerhin, die Arbeitssicherheit hat sich verbessert.

Es gibt insgesamt weniger Unfälle und die Übergriffe auf Näherinnen sind ebenfalls zurückgegangen.

Fashion Revolution

Die Kampagne Fashion Revolution gedenkt jedes Jahr dem Rana Plaza Unglück und ruft zur Fashion Revolution Week um den 24. April auf.

Mittlerweile haben sich über 68 Länder diesem Vorhaben angeschlossen. Auf dem Programm stehen hunderte von Events, Workshops und Flashmobs rund ums Thema faire Mode.
Dieses Jahr findet die Fashion Revolution Week vom 20. bis 26. April statt.

Zudem entstand aus der Fashion Revolution Deutschland ein weiterer Verein.
Der future fashion forward e.v. behandelt neben Fair Fashion weitere wichtige Themen wie Aufklärungs- und Bildungsarbeit.

Greenality goes Bangladesh & A lesson for fashion

Wenn wir mit diesem Beitrag Dein Interesse wecken konnten, möchten wir Dir unsere sechsteilige Blogreihe „Greenality goes Bangladesh“ und unser Spendenprojekt „A lesson for fashion“  ans Herz legen.


Photo Credits: ©胜 张 / Adobe Stock, ©terovesalainen/ Adobe Stock, ©fashion revolution/ Adobe Stock

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