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Der Preis der Emanzipation durch „Ivy Park“

Mit ihrer neuen Sportmarke „Ivy Park“ möchte Beyoncé Frauen stark machen. So die Werbung. Durch die Produktion in Sweatshops sorgt die neue Kollektion, die in Kooperation mit dem britischen Bekleidungsgiganten Topshop entstand, jedoch für die Unterdrückung sehr vieler Frauen. Wir fragen uns: Are you kidding, Beyoncé?

Bei Anblick der Werbung zur neuen vielfach gehypten Kollektion der Active-Wear- Marke „Ivy Park“ wird einem mit mit dem nötigen Hintergrundwissen ziemlich übel.
Denn mit ihrer überraschend im April aufgetauchten Sportkollektion wirbt Beyoncé für ein starkes, selbstbestimmtes Frauenbild.
Hier wird die Kollektion als Mutmacher zur Emanzipation der Frau dargestellt. Die Klamotten sollen die Stärke der Frau hervorheben und sie dazu bringen, sich für das eigene Geschlecht stark zu machen.
Ziemlich heuchlerisch, wenn man bedenkt, dass mit dem Kauf der Kollektionsteile die Erniedrigung, ja man kann fast schon sagen Versklavung, einiger Frauen unterstützt wird.


“When they talk about women and empowerment this is just for the foreigners. They want the foreigners to think everything is OK.”
- Mitarbeiterin, Sri Lanka


In einem Interview mit „Spiegel Online“ im Januar diesen Jahres spricht die Sängerin noch davon, dass „Gleichberechtigung zu einem natürlichen Bestandteil“ werden müsse. Sie bezieht sich dabei auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Gleichberechtigung von Arbeiterinnen hier und Arbeiterinnen aus Sri Lanka scheint ihr aber am Allerwertesten vorbei zu gehen.

Denn dort findet die Produktion unter katastrophalen Umständen statt!

Die britische Boulevardzeitung „Sun on Sunday“ berichtet von einem Tageslohn der Fabrikarbeiter in Sri Lanka von etwa 5,50 €. Und das bei einem Zwölfstunden-Tag.
Die Reporter besuchten die „von der Armut gezeichneten Näherinnen" der Fabrik von MAS Holdings in Sri Lanka, wo die Klamotten produziert werden.
Den Stundenlohn genau ausrechnen muss man nicht, um zu erkennen, was viele Arbeiterinnen berichten.
Sie erzählen, dass ihr Gehalt nicht reicht, um die eigenen Grundbedürfnisse zu stillen. Obwohl sie 60 Stunden die Woche arbeiten. Weiter erzählen sie von großen Wohnheimen, in denen sie untergebracht seien, wo es „schockierend“ sein soll. „Viele der Frauen haben Angst.“


Eine Pressesprecherin von „Ivy Park“ reagierte bereits auf die Vorwürfe und berichtete von den „Bemühungen in Bezug auf die […] Überprüfungen der Fabriken“. Dabei nennt sie jedoch lediglichen der ihren „Verhaltenskodex“, der aber nichts mit dem Gehalt der Arbeiter, noch mit den Unterkünften zu tun hat.

Diesen Verhaltenskodex nennt auch Dr. Ruwanpura, der sich intensiv mit der sri-lankischen Bekleidungsindustrie beschäftigt. Bei der Einhaltung von diesem herrsche Sorgfalt, „bei den Löhnen und der Vereinigungsfreiheit sieht es hingegen ganz anders aus."
Das Gegenargument der Beschuldigten ist somit nur dummes Drumherum-Reden.
Hier findet schlichtweg das Gegenteil von der Stärkung von Frauen statt!

Dr. Ruwanpura bestätigt übrigens, dass „nicht einmal de[r] für den Lebensunterhalt notwendige[…] Mindestlohn" gezahlt wird.

In Anbetracht dessen finde ich die Werbe-Mache, auf die sehr viele Menschen reinfallen, doch sehr provokant.


Frauen stark machen – schön und gut! – jedoch sollte davon nicht nur die Frau betroffen sein, die sich eine 100 Euro–Leggins leisten kann, sondern auf jeden Fall auch die Frau, die hinter den Teilen steckt.
Und damit ist nicht Beyoncé gemeint, die ihr Gesicht und vielleicht noch ihr Popöchen hinhält, sondern die Fabrikarbeiterin, die sich 60 Stunden in der Woche kaputt arbeitet, um die vermeintliche Stärkung einer anderen Frau zu kreieren.

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