Der Deutschlandfunk hat am 25. November einen interessanten Beitrag gesendet, hier eine kleine Zusammenfassung:
Über 90 % unserer Kleidung wird in den so genannten „Entwicklungsländern” und in Ost-Europa produziert und hergestellt. Mit zu den größten Auftraggebern solcher Billig-Kleidung gehören Unternehmen wie Kik, Lidl, Aldi und Co. Die Discounter drücken den Herstellungspreis einer Hose auf 1,99 €. Eine Jacke kostet gerade mal 3,99 €. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass die Arbeiter in den Textil-Fabriken dann nicht mehr viel verdienen.
Die offizielle Arbeitszeit einer Bengalen Näherin ist etwa von 8:00 bis 19:00 Uhr. Das hört sich im ersten Moment gar nicht so unglaublich viel an, aber damit würde sie nur 29 € im Monat verdienen, was zum Leben bei Weitem nicht ausreicht. Aus diesem Grund muss sie unzählige Überstunden machen und oft bis 22 Uhr arbeiten damit sie auf 50 € im Monat kommt. Dies reicht zwar zum Überleben, aber für viel mehr auch nicht. Schuld daran ist auch der Reis-Preis, denn dieser hat sich in den letzten Monaten fast verdoppelt.
Hilfreich wäre es für die Arbeiter, wenn Sie sich gewerkschaftlich organisieren könnten und so für angemessene Arbeitsbedingungen kämpfen könnten.
Den kompletten Beitrag könnt Ihr hier als Audio-Stream anhören:
Alte Hasen, die sich schon länger mit dem Thema Fair Trade Kleidung befassen, ist der Doku-Film “Chine Blue” sicherlich ein Begriff. Für alle die sich mit dem Thema erst seit kurzem beschäftigen, sei diese Doku nur wärmstens zu empfehlen.
Erzählt wird die Geschichte von Jasmin Lee, ein Mädchen aus der chinesischen Provinz. Sie wird in die Stadt geschickt um Geld zu verdienen, dort landet Sie in einer Textil-Fabrik. Ihr Lohn, 2 Euro pro Tag. Dafür muss Sie bis zu 14h am Tag monotone Arbeit verrichten, wenn der Chef Liefertermine einhalten muss, auch mal eine Nacht durcharbeiten. Untergebracht werden die Arbeiter in Kasernenartigen Bauten auf dem Fabrikgelände. Wenn die Arbeiter gerade mal nicht arbeiten, sind Sie mit waschen, essen und schlafen beschäftigt. Zeit für Freizeit, Musik und Hobby bleibt da nur selten, bis gar nicht. Die Unterkünfte und Arbeitsbedingungen erinnern doch sehr stark, an die für uns so ferne Zeiten, als Sklavenarbeit noch gang und gebe war. Nicht umsonst werden die Betriebe auch Sweat-Shops genannt, Ausbeuterbetriebe.
Die Doku befasst sich aber auch mit dem Besitzer der Fabrik. Auch er ist ist durch seine Auftraggeber einem enormen Kosten- und Zeit-druck ausgesetzt.
Der Film zeigt deutlich, dass keinen Weg an Fair Trade Kleidung vorbeiführt.
Zu Kaufen gibt es die DVD für schlappe 7 € beim INKOTA-Netzwerk. Hier könnt Ihr Euch den Trailer von China-Blue anschauen: