Bangladesch produziert die billigsten Jeans
Wie ich heute aus meiner Tageszeitung erfahren habe, stammt jede 2. Jeans in deutschen Geschäften aus Bangladesch und China. Diese beiden Länder sind vor allem wegen des niedrigen Preises gefragt. So kostet eine Hose aus China im Schnitt 6,93 €, die aus Bangladesch sogar nur 4,72 €. Der Durchschnittspreis aller importierten Jeans liegt bei exakt 9.75 €. Wenn man bedenkt, für wie viel Geld so eine Jeans oft über die Ladentheke wandert, ist die Gewinnspanne für die Markenfirmen enorm hoch, obwohl diese kaum Arbeit damit haben. Das verdeutlicht mal wieder, wie unverschämt und krank die meisten Markenfirmen agieren.
Heute gab es übrigens noch einen weiteren Artikel über Bangladesch in der Tageszeitung „Regierung verbietet das Betteln in Bangladesch und entzieht dadurch 100.000ten von Einwohnern die Lebensgrundlage“.

Quelle: Stern -> Bangladesch, ein armes Land
Bei den Jeans-Preisen braucht man sich nicht wundern, warum in Bangladesch nichts vorangeht. Und wer ist schuld? Die Markenfirmen? Der Kapitalismus? Wir Verbraucher?
Ich denke es ist eine Kombination aus all diesen Faktoren. Ein richtiger Schritt in die richtige Richtung ist sicherlich der Faire Handel, also Fair Trade. Man darf aber auch nicht davon ausgehen, dass die Arbeiter dadurch fürstlich entlohnt werden. Sie sind trotzdem noch bettelarm, nur vielleicht nicht mehr ganz so arg wie vorher.
Vor ein paar Tagen bin ich übrigens auf die Grameen Knitwear via HessNatur gestoßen. Der Chairman der Non-Profit Fabrik ist Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus höchstpersönlich. Ich war mal so frei und hab mich direkt an den Produzenten gewendet, wäre ja nicht schlecht, wenn diese Fabrik eine Vorbildfunktion in Bangladesch einnehmen könnte. Aber noch überzeugt mich das Ganze nicht zu 100%, ich werde auf jeden Fall weiter recherchieren, ob diese Fabrik wirklich so fair zu Ihren Mitarbeitern ist, wie es den Anschein hat.





“Wenn man bedenkt, für wie viel Geld so eine Jeans oft über die Ladentheke wandert, ist die Gewinnspanne für die Markenfirmen enorm hoch, obwohl diese kaum Arbeit damit haben”
Ich arbeite gerade fuer eine Firma, die Casual Wear vertreibt. “obwohl diese kaum Arbeit damit haben” ist keine angemessene Formulierung. Die Gewinnspannen scheinen so hoch, weil hier nur die Gestehungskosten beruecksichtigt sind. Diese sind jedoch nur der geringste Teil der Gesamtkosten. Wenn man Planung, Produktionskontrolle, Verschiffung, Vertrieb etc. dazurechnet, sieht das Ganze schon viel weniger “unverschaemt und krank” aus.
Eine faire Betrachtung muesste alle entstehenden Kosten beruecksichtigen.