9/06/2009

Bangladesch produziert die billigsten Jeans

Wie ich heute aus meiner Tageszeitung erfahren habe, stammt jede 2. Jeans in deutschen Geschäften aus Bangladesch und China. Diese beiden Länder sind vor allem wegen des niedrigen Preises gefragt. So kostet eine Hose aus China im Schnitt 6,93 €, die aus Bangladesch sogar nur 4,72 €. Der Durchschnittspreis aller importierten Jeans liegt bei exakt 9.75 €. Wenn man bedenkt, für wie viel Geld so eine Jeans oft über die Ladentheke wandert, ist die Gewinnspanne für die Markenfirmen enorm hoch, obwohl diese kaum Arbeit damit haben. Das verdeutlicht mal wieder, wie unverschämt und krank die meisten Markenfirmen agieren.

Heute gab es übrigens noch einen weiteren Artikel über Bangladesch in der Tageszeitung „Regierung verbietet das Betteln in Bangladesch und entzieht dadurch 100.000ten von Einwohnern die Lebensgrundlage“.

Quelle: Stern - Bangladesch, ein armes Land

Quelle: Stern -> Bangladesch, ein armes Land

Bei den Jeans-Preisen braucht man sich nicht wundern, warum in Bangladesch nichts vorangeht. Und wer ist schuld? Die Markenfirmen? Der Kapitalismus? Wir Verbraucher?

Ich denke es ist eine Kombination aus all diesen Faktoren. Ein richtiger Schritt in die richtige Richtung ist sicherlich der Faire Handel, also Fair Trade. Man darf aber auch nicht davon ausgehen, dass die Arbeiter dadurch fürstlich entlohnt werden. Sie sind trotzdem noch bettelarm, nur vielleicht nicht mehr ganz so arg wie vorher.

Vor ein paar Tagen bin ich übrigens auf die Grameen Knitwear via HessNatur gestoßen. Der Chairman der Non-Profit Fabrik ist Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus höchstpersönlich. Ich war mal so frei und hab mich direkt an den Produzenten gewendet, wäre ja nicht schlecht, wenn diese Fabrik eine Vorbildfunktion in Bangladesch einnehmen könnte. Aber noch überzeugt mich das Ganze nicht zu 100%, ich werde auf jeden Fall weiter recherchieren, ob diese Fabrik wirklich so fair zu Ihren Mitarbeitern ist, wie es den Anschein hat.

5 Kommentare zu Bangladesch produziert die billigsten Jeans

Daniel Gerber schrieb am 14. August 2009:

“Wenn man bedenkt, für wie viel Geld so eine Jeans oft über die Ladentheke wandert, ist die Gewinnspanne für die Markenfirmen enorm hoch, obwohl diese kaum Arbeit damit haben”
Ich arbeite gerade fuer eine Firma, die Casual Wear vertreibt. “obwohl diese kaum Arbeit damit haben” ist keine angemessene Formulierung. Die Gewinnspannen scheinen so hoch, weil hier nur die Gestehungskosten beruecksichtigt sind. Diese sind jedoch nur der geringste Teil der Gesamtkosten. Wenn man Planung, Produktionskontrolle, Verschiffung, Vertrieb etc. dazurechnet, sieht das Ganze schon viel weniger “unverschaemt und krank” aus.
Eine faire Betrachtung muesste alle entstehenden Kosten beruecksichtigen.

Markus schrieb am 14. August 2009:

Naja Dude,

wenn eine Markenfirma eine Jeans für 140€ oder noch mehr über die Ladentheke gibt, dann ist das unverschämt. Da ändert auch nicht die Verschiffung und Verzollung was, das sind ein paar Cent pro Jeans ;)

Und das Vertrieb und Werbung Geld kosten ist mir auch klar, aber das Verhältnis stimmt einfach nicht. Das große Geld wird im Endeffekt trotzdem in Deutschland verdient.

Grüße
Markus

Jeans schrieb am 8. Januar 2010:

Wenn keine Leute wären die € 140,– für eine Jeans zahlen würden, dann würde das anders aussehen.
Zum Beispiel kostet genau die gleiche Levi’s in USA 70% weniger als hier in Deutschland (beide ganz neu im Laden!).

Markus schrieb am 8. Januar 2010:

Von meiner Seite aus geht der Preis von 140 ja Ok…..nur die Verteilung wer wieviel davon nachher behält ist ungerecht.

LG
Markus

Sabrina schrieb am 23. Juli 2010:

Wenn H&M in Billig-ländern produziert finde ich das nachvollziehbar, weils auch günstig verkauft wird, aber Markenklamotten für 200.- oder so, da finde ich das eine absolute Frechheit!!

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